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»So ein großes Festival geht nur miteinander«

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Übersee – Wirkung gezeigt haben die Bürgerproteste und die Verbesserungsforderungen der Gemeinde nach den Unzulänglichkeiten vom letztjährigen Chiemsee Summer. Mit einem in nahezu allen Punkten überarbeiteten professionellen Konzept für das Festival konnten die Veranstalter jetzt den Überseer Gemeinderat in der jüngsten Sitzung überzeugen. Am Ende hat das Gremium die neue Planung einstimmig zur Kenntnis genommen, was laut Bürgermeister Marc Nitschke nicht unbedingt zu erwarten war.


Nachdem Martin Altmann, Geschäftsführer der CRP-Konzertagentur, und Daniel Schlatter, zuständig für das Verkehrsmanagement, das neue Konzept bereits vor kurzem in einer fast vierstündigen Informationsveranstaltung (wir berichteten) rund 130 kritischen Bürgern in Übersee vorgestellt und ein offenes Ohr für die deren Sorgen und Nöte gezeigt hatte, stand nun die Präsentation im Gemeinderat an.

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Neues Umleitungskonzept und Optimierung

Erneut berichtete Schlatter von den erarbeiteten Verbesserungen durch eine Neuordnung der Parkplätze und des regionalen Verkehrs, eine Vereinfachung der Verkehrsströme, neue Umleitungskonzepte und eine Optimierung der Betriebszeiten sowie der Müll- und Toilettenproblematik.

Daneben standen vor allem die Interessen der Anwohner und der Bürger im Vordergrund. Speziell für die Belange der Überseer wird auf der Internetseite des Festivals ein »Bürgerservice« mit speziellen Informationen eingerichtet. Per neuem »Bürgertelefon« können kurzfristig und direkt auch Beschwerden und Nöte während des laufenden Festivals an den Veranstalter gerichtet werden. Um dem Ruhebedürfnis der Einheimischen entgegen zu kommen, wurden die Betriebszeiten des Festivals und der Hauptbühne verkürzt. Eine Verstärkung des eigenen Ordnungsdienstes rund ums Festival soll außerdem Privateigentum schützen und Verunreinigungen verhindern.

Für die Sicherheit von Bürgern und Festbesuchern ist nach neuesten Planungen am 8. Mai eine große Übung mit allen relevanten Sicherheitskräften für Notfälle, wie Evakuierung, Brand, Unwetter und sonstigen Katastrophen angesetzt.

»Die Wirklichkeit sieht oft anders aus«

Überzeugt von dem überarbeiteten Konzept zeigte sich Bürgermeister Nitschke: »Die Veranstalter haben unsere Forderungen sehr ernst genommen. So ein großes Festival geht nur miteinander.« Auch die Gemeinderäte äußerten sich quer durch alle Fraktionen positiv.

Nur Gemeinderat Anton Stefanutti (Die Grünen) blieb skeptisch: »Konzept ist das eine, aber die Wirklichkeit sieht oft anders aus.« bvd

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