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Skulptur von Richard Strauss am Achendamm

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Marquartstein. Weil sich der Geburtstag von Richard Strauss bereits am 11. Juni zum 150. Mal jährt und zu diesem Tag eine besondere Feier stattfinden soll, ist die Tagesordnung der ersten Sitzung des neuen Marquartsteiner Gemeinderats um einen Punkt erweitert worden.


Bürgermeister Andreas Scheck zeigte dem Rat zwei Entwürfe von Skulpturen des berühmten Komponisten Richard Strauss (1864 bis 1949), der wichtige Werke in Marquartstein komponiert hat und in seinen jungen Jahren viel Zeit hier verlebte. Ein Entwurf für eine Bronzeskulptur stammt von dem Marquartsteiner Bildhauer Christian Dögerl, die andere war eine Schatten-skulptur aus durchbrochenen, schwarzen Stahlplatten des Siegsdorfer Künstlers Walter Angerer. Der Entwurf zeigt Richard Strauss mit Salome und dem Kopf von Johannes dem Täufer. Damit spielt der Entwurf auf die Oper »Salome« an, die Strauss in Marquartstein geschrieben hatte.

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Scheck informierte den Rat, dass die Bronzebüste von Christian Dögerl in einem geschlossenen Raum, eventuell dem Rathaus, aufgestellt werden könnte, dass sie aber bis zum 11. Juni nicht fertig sein würde. Angerers Schattenskulptur wäre dagegen rechtzeitig fertig. Sie soll auf einem rund 2,20 Meter hohen Steinsockel am Ufer der Ache stehen und so filigran gearbeitet sein, dass der Himmel durchscheint. Angerer hat bereits ähnliche Skulpturen geschaffen, zum Beispiel von Ludwig II. am Dampferanlegeplatz in Prien. Wie der Bürgermeister informierte, wäre der Preis für jede der beiden Skulpturen ungefähr gleich, nämlich 5000 Euro, mit Sockel circa 6000 Euro.

In der Diskussion stellte Anke Entfellner-Häusler, den Standpunkt an der Ache für eine Skulptur in Frage und schlug eher einen Ort vor dem Rathaus vor. Außerdem gab sie zu bedenken, ob man nicht einen einheimischen Künstler fördern solle.

Gemeinderat Thomas Halder hielt den Standpunkt der Skulptur an der Tiroler Achen in der Nähe des Hauses für Wasser und Musik besonders gelungen. Claudia Kraus erinnerte, dass von Christian Dögerl schon verschiedene Werke im Ort zu sehen seien und hielt Angerers Skulptur für reizvoll, weil das Objekt lebe. Während Katja Kink der abgeschlagene Kopf in der Skulptur Angerers nicht gefiel, fand Dagmar Netzer gerade diesen Kopf mit Anspielung auf den Inhalt der Oper als Bezug zu Marquartstein gut. Klaus Hell meinte, Angerers Skulptur rege zum Nachdenken an.

Schließlich beschloss der Gemeinderat einstimmig, Walter Angerer den Auftrag für die Richard-Strauss-Skulptur zu geben und die Kosten dafür als »außerplanmäßige Kosten« zu genehmigen.

Geschäftsleiter Florian Stephan erklärte, dass die feierliche Enthüllung der Skulptur mit einem kleinen Konzert der Grassauer Bläser am Geburtstag des Künstlers, am 11. Juni, geplant ist. An Pauline und Richard Strauss´ Hochzeitstag in der Burgkapelle St. Veit am 10. September soll außerdem ein Liederabend mit Lesungen stattfinden. gi