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Skilift kaputt: Faschingsskispringen findet aber statt

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Der Dorflift am Hausberg macht regelmäßig ein Defizit. Nun ist er defekt. Ob er in diesem Winter noch einmal den Betrieb aufnimmt, ist fraglich. (Foto: Ostermaier)

Reit im Winkl. Eine Hiobsbotschaft erreichte vor wenigen Tagen die Betreibergesellschaft des Skiliftes am Hausberg, die Dorflift GmbH & Co. KG, das Lastseil war an der Bergstation aus der Umlenkrolle gesprungen und auf einer Länge von etwa 90 Metern gequetscht worden. Ein Weiterbetrieb des 1997 reaktivierten, zentrumsnahen Liftes ist derzeit unmöglich. Auf bis zu 18 000 Euro wird die Erneuerung des Seils taxiert, weswegen sich nun die Mitglieder der Betreibergesellschaft berieten, wie es denn weitergehen solle.


Technische Überprüfung des gesamten Lifts ist notwendig

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Eine definitive Antwort konnte dabei nicht gefunden werden, da zunächst eine technische Überprüfung des gesamten Liftes Mitte der kommenden Woche klären soll, ob nicht auch noch weitere Reparaturen oder Erneuerungen notwendig sind. Insgesamt scheint die Stimmungslage bei den Betreibern uneinheitlich, was die mittelfristige Zukunft des Dorfliftes angeht. Ob der Lift in diesem Winter überhaupt noch einmal seinen Betrieb aufnimmt, scheint mehr als fraglich. Für die Partnerbetriebe dieser Einrichtung wurde allerdings eine Kompensationsvereinbarung getroffen.

Erst vor wenigen Wochen stellten die Betreiber mit einem Snowfunpark ein Konzept vor, das den Hausberg gerade bei Jugendlichen attraktiver machen solle, verschiedene hölzerne Hindernisse wurden dabei installiert, 20 000 Euro hatte diese Rails und Boxes insgesamt gekostet. Die Resonanz sei dennoch nicht allzu groß, wie der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, Hans Wolfen-stetter konstatiert. Der mangelnde Zuspruch ist für Wolfenstetter ein permanentes Grundproblem des Liftes, dessen Betrieb auf 50 000 Euro je Winter veranschlagt wird. Einen großen Beitrag zur Finanzierung leisten über 100 Übernachtungsbetriebe am Ort, deren Gäste unentgeltlich den Lift nutzen können, wobei diese Partnerbetriebe eine Pauschale an die Gesellschaft entrichten.

Die Existenz des Liftes wird wesentlich gesichert durch vier örtliche Unternehmer, sie gleichen zusammen mit 20 000 Euro je Wintersaison das regelmäßig erwirtschaftete Defizit aus. Ob mit der neuerlichen Investition die Schmerzgrenze der finanziellen Belastbarkeit erreicht werde, dazu will Robert Schneider, einer der vier Geldgeber derzeit nichts sagen, »wir müssen hier erst die technische Überprüfung abwarten«. Gerhard Trattler, ebenfalls einer der Sponsoren, erklärt demgegenüber »wir müssen hier das Große und Ganze sehen«, will meinen, nicht nur nackte wirtschaftliche Zahlen dürfen bei der Bewertung des Dorfliftes eine Rolle spielen, sondern die gesamte touristische Bedeutung der Wintersporteinrichtung für den Ort. Aber es könnte wesentlich mehr für den Dorflift unternommen werden, ergänzt Gerhard Trattler und meint damit mehr Veranstaltungen und bessere Werbung, da sollte »von der Tourist-Info deutlich mehr kommen«.

Teilnehmer müssen zu Fuß hinauf stapfen

Hier könne er sich mit dem zweiten Lift im Ortsteil Blindau, den Benzeckliften, eine wesentlich bessere Zusammenarbeit vorstellen. Dort können die Gäste jener Partnerbetriebe im Übrigen jetzt umsonst Skifahren, diese Vereinbarung konnte nun getroffen werden.

»Es ist schon tragisch, dass dieser Defekt ausgerechnet jetzt passiert«, sagt Geschäftsführer Wolfenstetter, und spielt dabei auf die Faschingswoche an, sie zählt neben der Weihnachtszeit zum wichtigsten Zeitraum für den Liftbetrieb. Etwas beeinträchtigt wird durch den Stillstand des Liftes wohl auch das Faschingsskispringen am heutigen Dienstag, dieses findet ebenfalls am Hausberg statt. Die Teilnehmer müssen also etliche Meter zu Fuß hinauf stapfen, wenn sie über eine der beiden Schanzen springen wollen. ost