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Skibetrieb am Unternberg: Es fehlen noch 25 000 Euro

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Auch in Traunstein hat der Verein zur Förderung des Skiliftbetriebs seine Plakate aufgehängt. Bis zum 14. August muss der Verein 1000 Mitglieder haben, damit der Skiliftbetrieb auch für diesen Winter gesichert ist. (Foto: Brenninger)

Ruhpolding. Der Verein zur Förderung des Skiliftbetriebs setzt momentan alles daran, den Skiliftbetrieb am Unternberg zu retten. Mit einer großen Flutblattaktion wirbt der Förderverein Mitglieder – der Grund: Um den Saisonstart für den kommenden Winter sicherzustellen, müssen eintausend Mitglieder dem Verein beitreten und je 50 Euro Mitgliedsbeitrag für ein Jahr bezahlen. Allerdings sitzt dem Verein die Zeit im Nacken, denn er hat dafür nur noch bis Mittwoch, 14. August, Zeit.


Einziger wettkampftauglicher Skihang in der Region

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Nun stellte Franz Rings-gwandl jun. das Projekt auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung vor. Wenn es nach Meinung des kommissarischen Geschäftsführers der Betreibergesellschaft geht, ist der Skibetrieb an den Unternbergliften auch im kommenden Winter möglich. Natürlich sei mit dem Skibetrieb am Unternberg nicht der große Gewinn zu erzielen, die Vorteile für den Weiterbetrieb lägen aber trotzdem auf der Hand, betonte er. Zum einen würden sich die kurzen Anfahrtswege »für schnell einmal zwischendurch ein paar Stunden Skifahren« anbieten, zum anderen brauche der Wintersport einen ortsnahen Skilift, hob er hervor. »Der Unternberg hat den einzigen wettkampftauglichen Skihang in der Region«, argumentierte Franz Ringsgwandl weiter.

Neben den Mitgliedsbeiträgen soll der Skiliftbetrieb aber auch noch durch externe Unterstützungen sichergestellt werden. Solche seien aufgrund von Vermittlungsverhandlungen des Deutschen Skiverbandes bereits zu erwarten. So habe eine Firma als konkretes Programm angeboten, für Januar und März zum Preis von jeweils 5000 Euro eine Pistenraupe zur Verfügung zu stellen. »Wenn man die normalen Kosten dafür bedenkt, handelt es sich um ein einmalig günstiges Angebot«, hob er hervor.

Außerdem seien zwei Brauereien aus der Region an einer Partnerschaft interessiert. »Diese haben grundsätzliches Interesse signalisiert«, sagte Franz Ringsgwandl. Weitere Verhandlungen mit Firmen seien im Gange, informierte er. Was die Betriebskosten betrifft, hätten sich die Betreiber große Ziele gesteckt, so der kommissarische Geschäftsführer.

Dieser bestätigte, ein geplantes Einsparungspotenzial von 80 000 auf 60 000 Euro erreichen zu wollen. »Dies geht aber nur mit Unterstützung der Vereine, mit einer Umstrukturierung beim Personal und mit der Anpassung der Öffnungszeiten«, gab er an. Bei der Beschneiung wolle man die Kosten von 35 000 auf 17 500 Euro zurückfahren, meinte er weiter. »Dies sei auch mit der Bereitstellung von zwei Schneeerzeugern durch den Deutschen Skiverband möglich.«

Der aktuelle Finanzstand belaufe sich derzeit auf 35 509 Euro, es würden also noch rund 25 000 Euro fehlen. Dieser Betrag müsste bis zum 14. August aufgebracht werden, um den kommenden Saisonstart zu ermöglichen. Abschließend lobte Ringsgwandl den Gemeinderat als »Garanten dafür, dass die Unternberglifte bisher betrieben wurden«. Nun liege es an der Bevölkerung, den wichtigen Weiterbetrieb zu sichern. »Eine sinnvolle Geschichte, um mit dem Unternberg in die Zukunft zu starten. Damit wäre die unendliche Geschichte beendet«, sagte er.

Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler lobte den Einsatz des Fördervereins. »In der Bevölkerung wurde das Problembewusstsein gestärkt, dass die Unternberglifte für den Skibetrieb weiter betrieben werden müssen«, betonte er. Dies bedürfe einer Allgemeininitiative. Auch Michael Mayer (SPD) äußerte sich positiv. »Wir haben in den vergangenen Jahren viel Geld in den Unternberg gesteckt. Das Ziel ist nahe und es wäre schade, wenn der nun sterben würde«. hab/SB