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Sinkende Schülerzahlen bringen leichte Entspannung

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Dass es im Landkreis Traunstein im kommenden Jahr etwas weniger Schüler an den weiterführenden Schulen geben wird, bedeutet für den Landkreis eine leichte Entspannung hinsichtlich der Raumnot.

Traunstein – Die weiterführenden Schulen, die sich in der Trägerschaft des Landkreises Traunstein befinden, werden oftmals mit weniger Schülern in den Anfangsklassen ins Schuljahr 2016/2017 starten. Darüber informierte Landrat Siegfried Walch in der gestrigen Sitzung des Kreisausschusses. Für den Landkreis bedeutet diese Tendenz eine kleine Entspannung hinsichtlich der herrschenden Raumnot.


Gleichzeitig werden in den nächsten Jahren keine Schulerweiterungen erforderlich sein, wie der Landrat auf Anfrage von Dr. Lothar Seissiger (FW/UW) bestätigte. Dr. Thomas Graf (ÖDP) und Bernd Gietl (CSU) äußerten die Hoffnung, der Freistaat werde einen Rückgang bei den Schülerzahlen nicht zum Anlass nehmen, die Zahl der Lehrer zu reduzieren.

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41 Gymnasiasten weniger als im vergangenen Jahr

Für die kommenden fünften Klassen der Gymnasien haben sich nach Worten des Landrats 352 Mädchen und Buben angemeldet – 41 Kinder weniger als im vergangenen Jahr. Voraussichtlich gibt es in den Jahrgangsstufen fünf bis zehn 88 Klassen, genauso viele Klassen wie 2015. Die Gesamtschülerzahl an den Gymnasien, für die der Kreis Traunstein die Sachkosten aufbringt, mindert sich auf der Basis der bisher vorliegenden Zahlen um 52 auf 2950 Schüler.

Dabei erwartet der Landkreis am Chiemgau-Gymnasium Traunstein und am Hertzhaimer-Gymnasium Trostberg jeweils einen leichten Rückgang der Gesamtschülerzahl. Relativ konstant bleiben beziehungsweise unwesentlich ansteigen wird die Zahl aller Schüler am Johannes-Heidenhain-Gymnasium Traunreut sowie am Annette-Kolb-Gymnasium Traunstein.

Die fünften Klassen der Realschulen, die dem Landkreis unterstehen, werden ab September 399 Schüler besuchen, sechs weniger als im vergangenen Jahr. Insgesamt werden ab Herbst 2733 Schüler unterrichtet, 107 weniger als Vorjahr. Voraussichtlich werden 104 Klassen entstehen, drei weniger als zurzeit. Mit Ausnahme der Walter-Mohr-Realschule Traunreut bewegen sich die Schülerzahlen an allen Realschulen nach unten.

An den Grundschulen im Kreis Traunstein werden im September 1403 Erstklässler eingeschult, ebenfalls weniger als im Jahr 2015. Das Staatliche Schulamt rechnet nach Walch jedoch mit wieder leicht steigenden Zahlen bei den Schulanfängern. In der vierten Jahrgangsstufe werden im nächsten Schuljahr 1462 Schüler sein. Die Übertrittsquote nach der vierten Klasse in Realschulen und Gymnasien bleibt unverändert bei etwa 60 Prozent. Der Landrat sprach von »einer relativ gesunden Situation«.

Noch keine Zahlen existieren für die Berufsschulen, die Beruflichen Oberschulen BOS und FOS sowie für die Förderschulen. Der Grund: Eine Anmeldung ist dort bis zum ersten Schultag möglich.

Kreiskämmerer Karlheinz Thiel erläuterte die Prognosen für die einzelnen Schulen. Alle bewegen sich in der Spannbreite des Schulbedarfsplans mit seinen Varianten. Über den Prognosen und ziemlich gleichbleibend liegt die Schülerzahl der Reiffenstuel-Realschule Traunstein. Getoppt wird das von der Walter-Mohr-Realschule Traunreut, die Thiel zufolge »deutlich über den Prognosen« bleibt. Trotz einem leichten Rückgang der Schülerzahl behauptet sich die Achental-Realschule Marquartstein »im absolut oberen Bereich« des Schulbedarfsplans.

Mehr Schüler im Landschulheim Ising

Die gute Position des Landschulheims Ising, das nicht in Trägerschaft des Kreises steht, sprach Heinz Wallner (Bayernpartei) an. Der Geschäftsleiter des Landratsamts, Lothar Wagner, stimmte dem zu. Im ablaufenden Schuljahr hätten 405 Kinder und Jugendliche diese Schule besucht. 2016/17 rechne man mit 425 Schülern.

Die Mittelschulen hätten »stark aufgerüstet«, berichtete Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD). Dort sei ein mittlerer Abschluss möglich. Sie halte es für sehr positiv, wenn das Mittelschul-Konzept jetzt greife. Der frühere Schulrat Karl Kaditzky (CSU) betonte, die Mittelschulen stabilisierten sich, ebenso Schulverbünde wie zum Beispiel in Siegsdorf. »Das wäre toll und wünschenswert, um den Druck auf Kinder abzumindern«, unterstrich Siegfried Walch. kd

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