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Singen, plattln und gemeinsam musizieren

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Dass die »Gebrüder Wittmann« auch zuhause musikalisch agieren, wurde deutlich. (Foto: T. Eder)

Grassau – Lustig und beschwingt schlenderten über 40 junge Musikanten mit ihren Instrumenten und einem Lied auf den Lippen zum Gasthof zur Post.


Dieses Bild bot sich im Ortszentrum, als die Teilnehmer der 21. Grassauer Volksmusiktage auf dem Weg zum offenen Wirtshausmusizieren waren. Zum ersten Mal wurde das Volksmusikseminar von Benedikt Landenhammer mit Erfolg organisiert.

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Vorwiegend junge Musikanten aus den Landkreisen Traunstein und Rosenheim hatten sich für das Volksmusikseminar angemeldet. Bei acht professionellen Musiklehrern wurde tagsüber während der Seminare das Zusammenspiel geübt. Dabei formierten sich kleine Gruppen. Benedikt Landenhammer, Leiter der Volksmusiktage, stellte beim Wirtshausmusizieren Schüler wie Lehrer vor, erklärte, dass nicht nur das Spielen, sondern auch das gemeinsame Singen einstudiert wurde.

Mit großer Begeisterung ertönte dann auch gleich aus den Kehlen der jungen Musiker mit Unterstützung von Elisabeth Frankenberger das erste Wirtshauslied. Es wurde aber auch getanzt und geplattlt, wie Referentin Caroline Schmid berichtete. Als sie mit fünf jungen Musikern einen Plattler einstudierte, wollten andere Seminarteilnehmer sofort darauf platteln. Wie dies gelingen kann, davon konnten sich die Gäste beim Wirtshausmusizieren selbst ein Bild machen. Trotz enormen Platzmangels gelang es den jungen Burschen sich ein Plätzchen freizumachen und sofort wurde auf die Musik der kleinen Musikanten in den verschiedensten Ecken des kleinen Saals munter losgeplattlt. Im fliegenden Wechsel spielten dann Max und Franziska einen weiteren Plattler und Benedikt Landenhamer mit dem jungen Siegi den Schuhmacherwalzer.

Otto Dufter, einer der Referenten dankte Landenhammer, der die musikalische Leitung übernommen hatte wie auch der Musikschule Grassau für die Bereitstellung der Räumlichkeiten. Im vergangenen Jahr gab Siegi Götze nach 20 Jahren die Leitung der Volksmusiktage ab und fand in Benedikt Landenhammer einen engagierten Nachfolger. Drei oder vier Gruppen, so genau konnte Dufter dies nicht sagen, da die jungen Leute in unterschiedlichen Besetzungen spielen, versuchte er dennoch anzusagen. »Die jungen Hittenkirchner« umfasste er die Musikanten, spielten die Sternpolka und stammen alle aus dem Klassenmusizieren. Das »Bernauer Trio« folgte und dann war die »Knopf-Soat'n-Blech-Musi«, eine Formation, die bereits seit über einem Jahr besteht an der Reihe. Die kleine Gemeinschaft begeisterte vor allem durch ihr perfektes Zusammenspiel.

Die »Grassauer Ziachmusi«, zwei Burschen des Grassauer Trachtenvereins verstanden sich hervorragend und auch die Gebrüder Paul und Noah Wittmann konnten mit ihren Instrumenten überzeugen. Feine Töne stimmte Caroline Schmid mit ihrer Schülerin Ingrid Huber auf der Blockflöte an und die »Buchberger Soatn-Musi« schloss schließlich den Kreis der Gruppen. In den Seminarstunden gelang es den Referenten Caroline Schmid, Florian Asang, Hubert Neumüller, Franz Tradler, Elisabeth Frankenberger, Otto Dufter und Benedikt Landenhammer neben dem Zusammenspiel auch die Freude an der Musik, die Geselligkeit und das Selbstbewusstsein der jungen Akteure zu stärken.

Das Wirtshausmusizieren war zudem gewissermaßen die Generalprobe für die Gestaltung des Sonntagsgottesdienstes in der Pfarrkirche. Hier durften sich die jungen Musikanten nochmals einem großen Publikum stellen und ließen die Messe zu einem besonderen Ereignis werden. tb