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Sigi Walch aus Inzell soll CSU-Landratskandidat werden

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CSU-Kreisvorsitzender Klaus Steiner (rechts) war der Erste, der Sigi Walch zur Vornominierung als Landratskandidat seiner Partei gratulierte. (Foto: Rasch)

Bergen. Die im CSU-Kreisverband Traunstein mit Spannung erwartete Entscheidung ist gefallen: Sigi Walch machte bei der Vornominierung um den CSU-Landratskandidaten im Bergener Festsaal im ersten Wahlgang das Rennen. 94 der 182 wahlberechtigten Delegierten stimmten für den Inzeller. Andreas Bratzdrum aus Tittmoning erhielt 73 Stimmen, nur 14 Delegierte stimmten für den Traunreuter Bürgermeister Franz Parzinger.


Horst Leinert aus Taching, der sich kurzfristig bewarb, erhielt eine Stimme. Die offizielle Nominierung des Landratskandidaten für die Kommunalwahlen 2014 findet im Frühjahr 2013 statt.

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Der 28-jährige Walch war perplex, es bereits im ersten Wahlgang geschafft zu haben: »Ich bin völlig überwältigt – alles Gute für die CSU!«, rief er den applaudierenden Delegierten zu. Zu den ersten Gratulanten zählte der CSU-Kreisvorsitzende Klaus Steiner. Für die CSU gehe es jetzt darum, Geschlossenheit zu üben, betonte Steiner. Ziel sei es, dass der Kreisverband mit Nachdruck hinter seinen Kandidaten stehe. Es stehe jetzt eine harte Arbeit bevor, den Wahlkampf für die Kommunalwahlen 2014 zu gestalten.

Dass es für den jüngsten Kandidaten gleich im ersten Wahlgang für den Sieg reichen würde, davon waren die meisten überrascht. »Ich war mir sicher, dass es mindestens zu einer Stichwahl kommen wird, und hatte auch schon alles dafür vorbereitet«, sagte Wahlleiter Karl Kaditzky dem Traunsteiner Tagblatt. Von einer Stichwahl war auch der Tittmoninger Bürgermeister Konrad Schupfner ausgegangen. Er vertrat die Ansicht, dass so eine Wahl ein Stimmungsthema sei und nicht die Arbeit der Kandidaten werte.

Nach Ansicht des Vachendorfer CSU-Ortsverbandsvorsitzenden Walter Ponath habe Walch nicht nur rhetorisch überzeugt. »Ich traue es ihm zu und glaube nicht, dass er mit seinen 28 Jahren zu jung für das Amt des Landrates wäre. Dass der gelernte Großhandelskaufmann und Betriebswirt seinen älteren Kontrahenten in die Suppe spucken könnte, schien schon bei den Regionalkonferenzen, bei denen sich die Bürger ein Meinungsbild von den drei Kandidaten verschaffen konnten, nicht ausgeschlossen. Schon da habe er begeistern können, sagte Inzells Bürgermeister Martin Hobmaier, der sich für seinen Stellvertreter – Walch ist 3. Bürgermeister von Inzell – freute. Sollte Walch das Rennen um das höchste politische Amt im Landkreis gewinnen, blickt Hobmaier der Entscheidung mit einem lachenden und weinenden Auge entgegen. Er würde einen guten Stellvertreter und der Gemeinderat ein engagiertes Mitglied verlieren. Weiter betonte Hobmaier, dass die Nominierung auch Bratzdrum und Parzinger gut zu Gesicht gestanden hätte. »Wir hätten als südliche Gemeinde da keine Bedenken gehabt.«

Die Niederlage, die der Traunreuter Bürgermeister Franz Parzinger einstecken musste, war ein schwerer Schlag, mit dem Parzinger selbst wohl am wenigsten gerechnet hat. Er sei von dem eindeutigen Ergebnis überrascht, zumal ihm im Vorfeld von vielen Parteigenossen immer wieder signalisiert worden sei, dass sie ihn unterstützen. »Es ist eine sehr große Enttäuschung für mich.« Er werde jetzt mit voller Kraft und 100 Prozent in Traunreut weitermachen, so Parzinger. Auch seine Parteikollegen vom Traunreuter Ortsverband waren konsterniert. Der Ortsvorsitzende Reinhold Schroll kommentierte die Niederlage Parzingers mit den Worten: »Ich bin total überrascht, mit dem hab ich nicht gerechnet.« Im Leben eines Politikers sei dies eine schwere Niederlage, aber es gebe schlimmere Schicksale.«

Enttäuschung herrschte auch in den Reihen von Andreas Bratzdrum, der die Landwirtschaft, die Gesundheitsversorgung und die Familienpolitik in den Fokus stellte. »Wir hätten gehofft, dass es der Andreas machen wird«, sagte die Tittmoninger Stadträtin Marianne Schuhbeck. Sie müsse aber ehrlich zugeben, dass Sigi Walch bei seiner Vorstellung »sehr stark« gewesen sei. Walch hatte in seiner kompakten Rede wirtschaftliche Belange in den Vordergrund gestellt. Er sagte nach der Wahl, dass er »etwas enttäuscht« sei, zumal er sich bisher für die Arbeit im Landkreis eingesetzt habe und diese Aufgabe sehr ernst in Angriff nehmen wollte. »Das demokratische Verfahren muss man aber akzeptieren.« ga