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Siemensstraße: Heute Entscheidung im Traunreuter Stadtrat

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Die Bewohner der Frauenbrunn-Siedlung haben eine Bürgerpetition bei der Stadtverwaltung eingereicht. (Foto: Rasch)

Traunreut – Eine vernünftige Lösung für die Siemensstraße in Traunwalchen wollen die Bewohner der Frauenbrunn-Siedlung. Sie fordern den Traunreuter Stadtrat auf, den im Oktober gefassten Beschluss, die Siemensstraße im Unterdorf für den Verkehr wieder freizugeben, rückgängig zu machen. Wie berichtet, hatte die Entscheidung insbesondere bei den Siedlungsbewohnern massive Kritik hervorgerufen. Unmittelbar nach der Bekanntgabe reichten sie in der Stadtverwaltung eine Bürgerpetition ein. Daraufhin wurde angeordnet, den Beschluss zunächst auszusetzen. In einer Stadtratssitzung am heutigen Montag um 16 Uhr soll nun eine endgültige Lösung gefunden und beschlossen werden.


Eine bedingungslose Öffnung der Siemensstraße wäre rücksichtlos und verantwortungslos, kritisieren die Anwohner. In mehreren Schreiben und mit Unterschriften kritisieren sie den Alleingang des Stadtrats und fordern, stärker in die Problemlösung mit eingebunden zu werden. »Es kann nicht sein, dass Hinz und Kunz von irgendwo mehr Gehör finden als wir, die Betroffenen.«

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Sie weisen darauf hin, dass den späteren Grundstücksbesitzern bereits bei der Planung des Baugebiets »Frauenbrunn I« in Aussicht gestellt worden war, die Siemensstraße zu einem Geh- und Radweg umzuwidmen. Aufgrund dieser Planung habe man aus der Siedlung auch vier Geh- und Radwege in die Siemensstraße einmünden lassen, wodurch die Fußgänger und Radfahrer bewusst auf die gerade mal rund drei Meter breite Straße geführt werden würden.

Straße ist nach 300 Meter für Durchgangsverkehr gesperrt

Die Siemensstraße beginnt innerorts bei der Abzweigung in das Wohngebiet Schäfflinger Äcker und endet bei der Einmündung in die Kreisstraße bei Oderberg. Innerorts wird darauf hingewiesen, dass die Straße nach 300 Meter für den Durchgangsverkehr gesperrt ist. Diese Regelung ist auch Stein des Anstoßes. Vor rund zwei Jahren wurde auf Höhe der Frauenbrunn-Siedlung die Beschilderung »Anlieger frei« angebracht, die seither zu ständigen Verwirrungen führt.

Grundsätzlich ist dazu festzustellen, dass es in dieser Anlieger-Frei-Zone gar keine Anlieger im Sinne der Straßenverkehrsordnung gibt, weil es keine direkten Zufahrten zur Wohnsiedlung gibt. Strittig ist die Situation vor allem bei den Anwohnern im südlichen Bereich, die an die Siemensstraße anbinden und sich offenbar als »Anlieger« angesprochen fühlen.

Darüber hinaus wird das Verbotsschild auch vom Berufsverkehr ignoriert und die Straße als willkommene Abkürzung nach Traunreut und zurück genutzt. »Es schert die Allerwenigsten, dass nach 300 Metern Schluss ist«, kritisieren die Anwohner. Fußgänger und Radfahrer hätten oft ihre liebe Not mit den Autofahrern, die zudem sehr »sportlich« unterwegs seien. Es grenze an ein Wunder, dass es noch zu keinen Unfällen mit Verletzten gekommen sei.

Die Diskussion Sperrung oder Nichtsperrung der Siemensstraße wird seit Jahren geführt. Aktuell den Stein ins Rollen gebracht hatte Gerhard Schwab, der offiziell beantragt hatte, das »Anlieger frei«-Schild gegen ein Schild »Landwirtschaftlicher Verkehr frei« zu ersetzen. Als Anlieger der Siemensstraße wurmte ihn das verbotswidrige Verhalten der Autofahrer dermaßen, dass er sich die Kennzeichen der Autofahrer notierte und Anzeige bei der Polizei erstattete.

»Die betroffenen Bürger haben es satt«

Diese Aktion kritisiert wiederum Alois Edtmayer aus der Schillerstraße. »Die betroffenen Bürger haben es satt, noch länger Gefahr zu laufen, wenn sie eine sichere Ortsstraße befahren und dann eine Anzeige mit Bußgeldbescheid bekommen«, erklärt Edtmayer in einem Schreiben an die Stadtverwaltung. Die Siemensstraße in Traunwalchen sei nicht nur für Fußgänger und Radfahrer gebaut worden, sondern auch für Autofahrer aus der Siedlung. In dem Schreiben fordert er einen Ortstermin mit dem Stadtrat und den Bewohnern der südlichen Schillerstraße. Vor Ort ließen sich bekanntlich schwierige Fälle leichter lösen, erklärt Edtmayer.

Die Verwaltung hingegen hält aufgrund bereits vorangegangenen Ortsbesichtigungen und Verkehrsschauen einen erneuten Vor-Ort-Termin für unnötig. »Die Angelegenheit sollte nun entschieden werden«, heißt es in einer Stellungnahme der Verwaltung. Stimmt der Stadtrat für die Aufhebung des am 13. Oktober gefassten Beschlusses, so bleibt es bei der Sperrung für den Kfz-Verkehr. Über das Zusatzschild »Anlieger frei« beziehungsweise »Landwirtschaftlicher Verkehr frei« muss gesondert entschieden werden. Sollte aber der Stadtrat an seinem Beschluss festhalten, wird die Sperrung aufgehoben und eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h festgelegt.

Der Stadtverwaltung liegt seit voriger Woche ein Antragsschreiben der Bürgerlisten-Stadtratsfraktion vor. Sie fordert den Durchgangsverkehr durch eine konkrete Beschilderung zu unterbinden und will zudem eine Ausnahmegenehmigung per Ausweisdokument für die Bewohner im Bereich Schillerstraße/Ostlandstraße. ga