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Siegsdorfer Kanalbau nach 50 Jahren abgeschlossen

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Bürgermeister Kamm (rechts) bei der Inbetriebnahme des neuen Pumpwerks Weitwies mit Bauleiter Hans Geisreiter (links) und dem Siegsdorfer Bauamtsleiter Franz Hell. (Foto: Krammer)

Im Jahr 1961 begannen weitblickende Gemeindeväter in Siegsdorf mit dem Bau einer Abwasserentsorgung, die bereits damals als Gemeinschaftsprojekt mit der Kläranlage in Traunstein konzipiert wurde. In den vergangenen 50 Jahren wurden anfangs 24 Kilometer Mischwasserkanäle und später dann 56 Kilometer reine Schmutzwasserkanäle errichtet. Der Wert des gesamten Kanalsystems beläuft sich nach heutigem Stand auf etwa 30   Millionen Euro.


Seit 1996 bemüht sich die Gemeinde auch intensiv um den Anschluss der Außenbereiche des weitläufigen Gemeindegebietes und hat seither in neun Bauabschnitten 327 Anwesen über ein knapp 29 Kilometer langes Rohrnetz an den gemeindlichen Kanal und die Kläranlage Traunstein angeschlossen. Die Baukosten von etwa 6,4 Millionen Euro wurden vom Wasserwirtschaftsamt mit drei Millionen Euro an Fördermitteln unterstützt. 41 Anwesen außerhalb der vom Wasserwirtschaftsamt festgelegten Bereiche nutzten die Möglichkeit ihre Abwässer über selbst hergestellte Kanäle, gefördert von Staat und Gemeinde, dem gemeindlichen Netz zuzuführen; auch diese 6,5 Kilometer Leitungen sind nun Bestandteil des gemeindlichen Abwassernetzes.

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Beginnend in den Jahren 1996 bis 1998 mit den sensiblen Bereichen Osterham-Reuten und Scharam-Maria Eck, über Hochberg und Riedl bis zu den letzten Bauabschnitten am Wolfsberg und in Knappenfeld konnten bis dato mehr als 1000   Anwohner in den Außenbezirken erreicht werden.

Mit einem symbolischen Knopfdruck am Pumpwerk zwischen Knappenfeld und Weitwies nahm Bürgermeister Thomas Kamm nun den letzten Abschnitt offiziell in Betrieb. Bei strömendem Regen ging Kamm kurz auf die 50-jährige Geschichte des Kanalbaues in der Gemeinde ein und freute sich über den Weitblick seiner Vorgänger beim Bau des Kanalnetzes. Sein besonderer Dank galt den beiden »Machern« der Außenbereichskanalisierung, Bauleiter Hans Geisreiter und Bauamtsleiter Franz Hell.

1238 Meter Ortskanal in sehr sensiblen und schwierigen Bodenverhältnissen entstanden in den vergangenen Monaten im Ortsbereich von Knappenfeld. Von den 25 Anwesen im Ortsbereich gehören sechs Häuser zum Gemeindegebiet Surberg, deren Abwässer nun ebenso gemeindeübergreifend entsorgt werden wie die einiger Anwesen in den Bereichen Hilzing und Hochberg.

»Mit den Neubauten ist es nun zu Ende«, stellte Bürgermeister Kamm abschließend fest, »aber die ältesten der Kanalsysteme bedürfen dringend einer Sanierung.« Bereits in diesem Jahr läuft eine Überprüfung der Systeme im Bereich Alzing-Adelholzenerstraße, ab 2013 möchte die Gemeinde mit der notwendigen Sanierung der nunmehr 50 Jahre alten Leitungen beginnen. FK