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Siegsdorfer Flächennutzungsplan zum 13. Mal geändert

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Eine längere Diskussion gab es um das Vorhaben der Familie Hörterer, das bestehende Gasthaus in Hammer zu erweitern. Der Hochwasserschutz dürfe hierbei nicht vernachlässigt und der Flutbereich nicht verengt werden, so die Meinung einiger Räte. (Foto: Wegscheider)

Siegsdorf. Den Flächennutzungsplan von Siegsdorf hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung abgeändert. Die inzwischen 13. Änderung des Planes war wegen mehrerer Bauvorhaben nötig geworden. Auf der Agenda standen insgesamt sieben Punkte.


Zuerst beschäftigte sich das Gremium mit einer Fläche in Buchenwald/Obersiegsdorf, die einmal teilweise für die Nutzung durch die Feuerwehr vorgesehen gewesen war. Da das neue Feuerwehrhaus jetzt in der Ortsmitte steht, besteht nun kein Grund mehr, diese Zweckbestimmung aufrecht zu erhalten.

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Keine Erweiterung des Dorfgebietes Knappenfeld

Als nächstes beschloss das Gremium über drei Bauplätze in Eisenärzt/Hörgering. Der beantragten Ausweisung als allgemeines Wohngebiet war bereits 2010 zugestimmt worden, und nun änderte der Gemeinderat auch den Flächennutzungsplan dahingehend.

Mit der Genehmigung der Bogenschießanlage in Vogling/Hallaich hatte das Landratsamt Traunstein gefordert, die notwendigen und bereits errichteten Parkplätze im Flächennutzungsplan darzustellen. Dies geschah nun ohne Einwände.

Weniger klar war der vierte Punkt über die Festlegung eines Dorfgebietes in Knappenfeld. Zwei Häuser am südlichen Rand von Knappenfeld sollten nach Meinung von Manfred Hobmaier und Matthias Landler (beide CSU) mit ins Dorfgebiet aufgenommen werden, um es bei eventuell anstehenden Umbaumaßnahmen einfacher handhaben zu können. Da dies jedoch nicht im Sinne des Landratsamtes ist, werden diese zwei Gebäude im Außenbereich bleiben.

Eine längere Diskussion gab es auch über das Vorhaben der Familie Hörterer wegen der verschiedenen Baumöglichkeiten. Wurde das Vorhaben für die Errichtung eines Privathauses noch diskussionslos abgesegnet, so gab es zur Planung eines zusätzlichen Hoteltraktes beim Hammerwirt mit Suiten, Zimmern und einem Wellnessbereich mehrere Wortmeldungen. Dritter Bürgermeister Martin Maier (UW) wies auf das jüngste Hochwasser hin, das sich auch beim Hammerwirt ausdehnte. Den Platz dürfe man darum nicht verbauen, so Maier. Matthias Landler (CSU) forderte eine detaillierte Planung, wenn es zu einem Anbau kommen sollte.

Franz Krammer (CSU) sieht in der Erweiterung des Gasthauses eine große Chance für die Zukunft und auch Dr. Lothar Seissiger (UW) stimmte dem zu. »Man soll dem Familienunternehmen die Möglichkeit geben, sich nach den Wünschen der Gäste zu richten und den Standard zu erhöhen. Die Planungen müssen dann an die Gegebenheiten angepasst werden«. Letztlich wurde dieser Änderungsteil des Flächennutzungsplanes einstimmig beschlossen.

Ein weiterer Punkt betraf die Kiesgrube in Stocka/Untersiegsdorf. Dort sollen Maschinenhallen für den Fuhrbetrieb der Firma Heinz Kecht entstehen. Mit ein Grund dafür ist, dass es aus immissionsschutzrechtlichen Gründen oftmals schwierig ist, einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Gerade bei Winterdiensteinsätzen, so hieß es in der Sitzung, sei ein früher Arbeitsbeginn nötig – aber der sei Anliegern normalerweise nicht zuzumuten. Um die Existenz dieses Betriebes langfristig zu sichern, sei eine Umsiedlung des ortsansässigen Betriebes darum durchaus sinnvoll.

Willi Geistanger (Grüne) befürchtete zwar eine Mehrbelastung der Gemeindeverbindungsstraße nach Vachendorf, doch Thomas Maier (CSU) hielt ihm entgegen, dass viel anderer Schwerlastverkehr von Firmen, die nicht in Siegsdorf Steuern zahlen, diese Straße schon seit langem belasten. Franz Krammer (CSU) stellte in Frage, dass man vor einigen Jahren ein Gewebegebiet von Vachendorf in unmittelbarer Nähe abgelehnt habe und nun ein eigenes schaffen wolle. Dr. Lothar Seissiger (UW) fand die Umsiedelung eine »ausgezeichnete Idee« und votierte für eine Verlegung von der Friedenstraße nach Stocka.

Gemeinderat winkte alle Änderungen durch

Ebenso zeigte sich Matthias Landler erfreut über die Absicht: »Die Lastwagen gehören raus aus dem Dorf.« Bezugnehmend auf die Problematik Gewerbegebiet meinte Sylvester Dufter (Grüne), dass es ein grundlegender Unterschied sei, ob man ein richtiges Gewerbegebiet ansiedele oder »nur« Lagerhallen errichtet. Nach Abwägen der verschiedenen Meinungen stimmten letztlich alle Räte für das Vorhaben der Firma Kecht.

Somit stimmte der Gemeinderat allen sieben Änderungsvorschlägen zu und gab die 13. Änderung des Flächennutzungsplanes in Auftrag. Nicht ganz einig waren sich die Räte, wer diesen Plan erstellen soll, doch schließlich ging der Auftrag mit zwei Gegenstimmen an das Planungsbüro Anton Zeller. hw