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Siegsdorf will auf Vorkaufsrecht pochen

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Das Bild zeigt das seit längerem leerstehende »Eichnerhaus« der ehemaligen Bäckerei Angermeier, das im Siegsdorfer Ortskern eine prägende Rolle spielt. (Foto: Krammer)

Siegsdorf – Für das seit Jahren leerstehende ehemalige Angermeier-Anwesen an der Traunsteiner Straße hat sich beim Testamentsvollstrecker ein Interessent aus der Gemeinde gemeldet.


Das teilweise unter Denkmalschutz stehende Anwesen und die dazugehörige Freifläche berühren aber auch öffentliches Interesse. Die Neugestaltung des Gehsteigs und die Sanierung des Aicher- Baches direkt am Gebäude stehen seit Längerem auf der Agenda der Gemeinde. Die im Verfahren eingegangenen Schreiben des Käufers lassen keine Rückschlüsse auf eine mögliche spätere Nutzung zu und konnten die Bedenken der Gemeinde nicht ausräumen.

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Der Gemeinderat stellte sich mehrheitlich hinter die Verwaltung, die laut Beschlussvorschlag »keine Gewähr dafür sieht, dass der Käufer in der Lage ist, eine adäquate Freiflächengestaltung mit Einbindung des Aicher-Baches sowie die notwendigen baulichen Änderungen zur Neugestaltung des Gehsteigs herzustellen, zu unterhalten, sowie der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen«. Eine Umsetzung der Sanierungsziele entsprechend der Sanierungssatzung der Gemeinde sieht man damit nicht gewährleistet.

Einige Ratsmitglieder äußerten in der kurzen Diskussion Bedenken zur Höhe des Kaufpreises und weiteren Kosten für die Sanierung des Gebäudes. Letztendlich überwog aber das öffentliche Interesse an dem Objekt. Bei zwei Gegenstimmen der Gemeinderäte Überegger und Landler beschloss das Gremium die Ausübung des Vorkaufsrechts. Die formellen Ausübungsbescheide werden zugestellt und der Eintrag einer Vormerkung wird beim zuständigen Notar beantragt.

Im laufenden Änderungsverfahren »Gewerbegebiet zwischen der Autobahn und der Königsberger Straße« sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen zum Neubau des »Büros Mitte« auf dem Gelände der Firma Brückner geschaffen werden. Im Zuge des Bauleitplanverfahrens hat sich nun ergeben, dass auch das Projekt »Büro Holding« bereits in dieses Verfahren eingebunden werden könnte und somit der Verwaltungsaufwand für ein weiteres Änderungsverfahren entfällt. Bereits im Herbst 2016 wurden die einzelnen Projekte dem Gemeinderat vorgestellt und einstimmig positiv bewertet.

Das »Büro Holding« ist westlich des bestehenden Technologiezentrums geplant und wird ein Ausmaß von circa 31 x 31 Meter erhalten. Die Höhe für das viergeschossige Gebäude wird inklusive des zurückgesetzten obersten Geschosses maximal 17,40 Meter betragen. Die entsprechenden Planunterlagen lagen dem Gemeinderat vor. Bezüglich der nahen Autobahn ist bereits eine lärmtechnische Untersuchung in Arbeit, der Grundriss berücksichtigt aber bereits mit der Ausrichtung nach Süden und Osten – in den Kampusbereich des Betriebsgeländes – die Nähe zur Autobahn.

Gemeinderat Willi Geistanger bemängelte bei der Fassadengestaltung und der allgemeinen Bauweise des Betriebes eine »fehlende ökologische Verantwortung«, stimmte dann aber ebenso wie das gesamte Gremium der Erweiterung des Verfahrens um das »Büro Holding« zu. FK

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