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Sieben Städte und Gemeinden haben gewählt: Kegel, Ritter und Nitschke aus ihren Ämtern geworfen

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Landkreis Traunstein: Ergebnisse der Stichwahlen in sieben Städte und Gemeinden: Kegel, Ritter und Nitschke verlieren
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Wahlhelfer sortieren Wahlbriefe. (Foto: picture alliance/Rolf Vennenbernd/dpa)

Landkreis Traunstein – Bei den Bürgermeister-Stichwahlen am Sonntag im Landkreis wurden einige Amtsinhaber abgewählt: Neben dem Traunsteiner Oberbürgermeister Christian Kegel »erwischte« es auch den Traunreuter Bürgermeister Klaus Ritter und den Überseer Rathauschef Marc Nitschke.


Überblick:

Traunreut

Wobei die Abwahl von Ritter mehr als eindeutig ausfiel: Nur rund 35,36 Prozent konnte Ritter (Freie Wähler), der vor sechs Jahren selbst erst in der Stichwahl gegen den damaligen CSU-Bürgermeister Franz Parzinger den Einzug ins Rathaus-Chefbüro geschafft hatte, auf sich vereinigen. Nun bugsierte ihn der CSU-Kandidat Hans-Peter Dangschat wieder aus dem Chefsessel. Dangschat erreichte 64,64 Prozent. 

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Mit 34 Jahren ist der Traunreuter Dangschat der jüngste Bürgermeister im Landkreis Traunstein. »Ich freue mich sehr und bedanke mich bei meinen Wählerinnen und Wählern und bei meinem Wahlkampf-Team. 

Das ist ein Wahnsinn, was wir da geschafft haben«, sagte Dangschat im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt gestern Abend bei einem Fototermin zwischen Tür und Angel. Gefeiert wurde online. Auch der noch amtierende Bürgermeister Klaus Ritter zeigte sich als fairer Verlierer und gratulierte Dangschat: »Er hat mich angerufen und mir gratuliert und mir alles Gute für die nächsten Herausforderungen gewünscht«, sagte der 34-Jährige. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,49 Prozent der insgesamt 16.578 Stimmberechtigten der Briefwahl. 

Übersee

In Übersee löst Eberhard Bauerdick von der neuen Liste Gemeinsam für Übersee (GfÜ) den seit zwölf Jahren amtierenden CSU-Bürgermeister Nitschke ab. Bereits bei der Wahl vor zwei Wochen hatte die GfÜ die meisten Sitze im Gemeinderat geholt. Bei der Bürgermeisterwahl im ersten Wahlgang hatte Nitschke mit 39,7 Prozent noch die meisten Stimmen auf sich vereinigen können, sein GfÜ-Herausforderer Bauerdick hatte 34,3 Prozent erreicht. Doch im zweiten Wahlgang konnte Nitschke nicht mehr genug »nachlegen«, wohingegen Bauerdick rund 17 Prozentpunkte gut machte und so am Ende auf 51,75 Prozent kam. Nitschke erreichte rund 48,25 Prozent der Stimmen. 

Chieming

In Chieming gibt in den nächsten Jahren wieder ein CSU-Bürgermeister die Richtung vor: Stefan Reichelt holte am Sonntag 54,43 Prozent der Stimmen, sein Gegenkandidat von den Grünen, Sebastian Heller, schaffte 45,57 Prozent. Im ersten Wahlgang vor zwei Wochen hatte Heller mit 35,7 Prozent noch rund einen Prozentpunkt vor Reichelt gelegen, in der Stichwahl gelang es jedoch dem CSUKandidaten besser, weitere Stimmen zu mobilisieren. Er legte um rund 20 Prozentpunkte zu. Die Wahlbeteiligung lag bei 73,99 Prozent. 

»Wir haben es so gehofft, aber eine Stichwahl ist immer spannend«, betonte der neue Chieminger Bürgermeister Stefan Reichelt im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. »Deshalb freue ich mich um so mehr, dass die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Chieming mir ihr Vertrauen geschenkt haben«, betonte Reichelt. Die aktuelle Situation mit der Corona-Krise kremple den Alltag komplett um. Dinge, die bisher selbstverständlich gewesen seien wie Fußball spielen, sich per Handschlag zu begrüßen, der Besuch des Stammtischs oder des Gottesdienstes seien derzeit nicht möglich. »Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen auf unsere Gemeinde sind derzeit noch nicht absehbar«, sagte Reichelt. »In unserer Verantwortung liegt es aber, den Schaden für unsere Gemeinde möglichst gering zu halten. Ich bin mir sicher, dass wir das gemeinsam schaffen.« 

Nußdorf

In Nußdorf hat sich in der Stichwahl Toni Wimmer (CSU) mit 55,4 Prozent der Stimmen durchgesetzt. Max Eder von der Bürgerliste kam auf 44,6 Prozent der Stimmen. In einer ersten Stellungnahme dankte Wimmer für das Vertrauen, das ihm die Nußdorfer geschenkt haben. Das Ergebnis sei ihm Auftrag, sich mit Engagement und Herzblut für die Gemeinde und deren Bürger einzusetzen. Wahlverlierer Max Eder (Bürgerliste) gratulierte Wimmer. Sein Ziel sei ein Ergebnis »40 plus« gewesen. Das habe er erreicht, was ihn freue, auch wenn es nicht auf den Chefsessel im Nußdorfer Rathaus gereicht habe. 

Grassau

In Grassau bleibt das Amt des Bürgermeisters in SPD-Hand: Stefan Kattari schaffte mit 66,11 Prozent einen deutlichen Sieg, Thomas Göls (CSU) holte 33,89 Prozent. Kattari dankte Thomas Göls für den äußert fairen Wahlkampf und dass es nie zu Missstimmungen gekommen sei. Thomas Göls beglückwünschte Kattari und meinte, er freue sich auf eine gute Zusammenarbeit im Marktgemeinderat. »Wir haben schließlich alle das gleiche Ziel«, so Göls. »Ich bin sehr beeindruckt vom Ausgang der Wahl. Bereits bei dem ersten Wahlgang habe ich nicht diese Menge an Stimmen erwartet«, sagte Kattari, der vor zwei Wochen auf 49,3 Prozent gekommen war. Auch Bürgermeister Rudi Jantke (SPD) freute sich über den Ausgang der Wahl und meinte, sein Nachfolger finde eine sehr gute Belegschaft im Rathaus vor, auf die er sich verlassen könne. 

Tittmoning

Mit rund 53,9 Prozent gewann in der Stadt Tittmoning Andreas Bratzdrum von der CSU die Stichwahl und »beerbt« damit Konrad Schupfner, ebenfalls CSU, der nicht mehr kandidiert hatte. Bratzdrums Gegenkandidatin Barbara Danninger von den Freien Wählern kam auf 46,1 Prozent. 

Von den sechs Bürgermeistern, die am Sonntag im Landkreis Traunstein gewählt wurden, gehören damit vier der CSU an. Einmal siegte ein SPD-Politiker und einmal der Kandidat einer neuen Gruppierung. 

m/KR/ga/az/pv/tb 

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