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Pfarrer Hans Krämmer feierte mit einem Festgottesdienst und einem Pfarrfest in Marquartstein sein 50. Priesterjubiläum

»Sie sind ein Glücksfall für unsere Gemeinde«

Marquartstein – Die ganze Gemeinde war am gestrigen Sonntag auf den Beinen, um das 50. Priesterjubiläum ihres beliebten Seelsorgers, Pfarrer Hans Krämmer, zu feiern. Bei bewölktem, aber trockenem Wetter zog ein langer, imposanter Kirchenzug, angeführt von der Musikkapelle Marquartstein, zum Festgottesdienst in die festlich geschmückte Pfarrkirche Zum Kostbaren Blut. Mit dabei waren die Fahnenabordnungen und viele Mitglieder aller Vereine, dazu die Vertreter der kirchlichen und der politischen Gemeinde.

Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats Angela Polleichtner und Kirchenpfleger Christian Memminger (von links) schenkten Pfarrer Hans Krämmer auch im Namen der Vereine ein Gemälde der Schnappenkirche. Auch Pfarrer Andreas Horn gratulierte zum 50. Priesterjubiläum. (Foto: Giesen)

Kinder überraschten den Jubilar mit einem Ständchen

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Als Überraschung für den Jubilar sangen zu Beginn des Gottesdiensts die Kinder der beiden Kindergärten zwei gut einstudierte Lieder. Dann übernahmen der Kirchenchor unter Leitung von Steffie Menter, Jutta Seck an der Orgel und einige Instrumentalisten die stimmungsvolle musikalische Umrahmung. Der Gottesdienst wurde zelebriert von Pfarrer Krämmer und Ruhestandspfarrer Heinrich Zimmermann unter Mitwirkung der Diakone Johannes Notter, Heiko Jung und der in der Ausbildung befindlichen Gemeindereferentin Claudia Buchner.

Pfarrer Krämmer stellte die Geschichte aus dem Lukas-Evangelium von Jesus als Menschenfischer in den Mittelpunkt seiner Predigt. Beim »Menschen fischen« gehe es nicht um Gefangenschaft und Unfreiheit, für ihn gehe es darum, die Menschen von Gott zu begeistern und ihnen zu zeigen, dass die Beziehung zu Jesus Christus ein freies, lebendiges Leben ermöglicht. »Dieses Angebot weiter zu sagen und den Menschen den Glauben näher zu bringen und erfahrbar zu machen, das sah und sehe ich als meine Aufgabe«, so Pfarrer Krämmer. Die Entscheidung, Pfarrer zu werden, sei für ihn schwer gewesen, denn es tauchte immer wieder die Frage auf, ob er das schaffen könne, besonders wenn Probleme des kirchlichen Betriebs auftauchten. Allmählich aber habe er erkannt, dass Glaubwürdigkeit und Rettung nicht aus Rom kommen, nicht von Kardinälen und Bischöfen, sondern »ganz weit unten, bei den Menschen direkt vor der Haustür«, so der Jubilar.

Auch in der heutigen Seelsorge sei Teamarbeit wichtig. In dem Zusammenhang dankte er besonders der früheren Gemeindereferentin Brigitta Hübl für die wunderbare, jahrzehntelange Zusammenarbeit.

Im Anschluss an den Gottesdienst gratulierte Pfarrer Andreas Horn, Leiter des Pfarrverbands Grassau, dem die katholische Kirche in Marquartstein angehört. Pfarrer Krämmer sei eine wirkliche Bereicherung für die Gemeinde, sagte Horn und wünschte ihm noch viele weitere gesunde und aktive Jahre. Er hob hervor, dass der Jubilar sich bereit erklärt hatte, für einen Ersatz für die vom Wind umgerissene Linde vor der Kirche zu sorgen. Am Altar überreichten die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Angela Polleichtner, und Kirchenpfleger Christian Memminger auch im Namen der Vereine ein Gemälde von der Schnappenkirche, gemalt von dem Unterwössner Künstler Toni Blank.

»Sie sind ein Glücksfall für unsere Gemeinde«, betonte Bürgermeister Andreas Scheck in seinem Grußwort. Durch seine frische, herzliche und manchmal kritische Art erobere sich Pfarrer Krämmer immer wieder die Herzen der Menschen. Mit einem Rosenstock als Geschenk wünschte er ihm noch viele gesunde Jahre. Ein weiterer Grund zum Feiern war der runde Geburtstag der langjährigen Pfarramtssekretärin Sigrid Staudacher. Diakon Johannes Notter überreichte ihr einen bunten Blumenstrauß zum Dank für ihre Arbeit.

Pfarrfest zum Namenstag der Pfarrkirche

Nach der Kirche musste Pfarrer Krämmer noch Hunderte Hände schütteln und Glückwünsche und kleine Geschenke in Empfang nehmen. Drei Böllerschüsse der Königlich Privilegierten Feuerschützengesellschaft zu Ehren von Pfarrer Krämmer eröffneten gleichzeitig das Pfarrfest, das heuer zum zweiten Mal vor der Kirche und nicht mehr auf dem Gelände des Kindergartens stattfand. Wie jedes Jahr wurde es auch heuer zum Namenstag der Pfarrkirche Zum Kostbaren Blut gefeiert, die 1936 eingeweiht worden war. Die Musikkapelle Marquartstein sorgte für abwechslungsreiche Unterhaltung, ebenso wie die Einlagen des GTEV Marquartstein-Piesenhausen. An den zahlreichen Biertischen ließen sich die Besucher Gegrilltes oder die selbst gebackenen Torten und Kuchen schmecken. Das Wetter blieb trocken und am Nachmittag kam sogar die Sonne heraus, sodass das fröhliche Treiben noch lange weiterging. gi