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Sicherheitskonzepte für Faschingszüge stehen

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Einem ausgelassenen Faschingstreiben in Traunreut, Teisendorf und, wie hier in Waging im vergangenen Jahr, steht in den kommenden Tagen aus sicherheitsrelevanten Aspekten nichts entgegen. (Foto: Archiv H. Eder)

Wenn am Sonntag in Teisendorf und Traunreut sowie am Faschingsdienstag in Waging, Reit im Winkl und Vachendorf wieder Tausende Zuschauer die Faschingsumzüge besuchen, sind Polizei und Rettungskräfte im Dauereinsatz. Denn die Sicherheit von Zuschauern und Mitwirkenden steht in diesem Jahr bei Polizei wie Veranstaltern heuer besonders im Fokus.


»Wir sind bestens vorbereitet auf die närrischen Tage«, versichert Polizeisprecher Andreas Guske vom Präsidium in Rosenheim gegenüber unserer Zeitung. Zwar sei die Sicherheitslage allgemein – besonders seit dem Anschlag in Berlin vor Weihnachten – erhöht. Die Gefahrenlage sei aber derzeit nur »eine abstrakte«, so Guske.

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Dennoch werde die Polizei bei allen Faschingszügen in der Region verstärkt Präsenz zeigen. Niemand solle sich davon aber abschrecken lassen, im Gegenteil: »Mit der verstärkten Präsenz wollen wir den Zuschauern in erster Linie ein Gefühl von Sicherheit vermitteln, nach dem Motto 'Wir sind da'«, erklärt der Polizeisprecher. Allerdings, darauf weist Guske hin, eine Garantie auf 100 Prozent Sicherheit gibt es nicht.

Die größten Probleme bereiten der Polizei und den Rettungskräften ohnehin eher Zuschauer und Mitwirkende, die »einen über den Durst getrunken haben«, wie der Leiter der Traunreuter Polizeidienststelle Johann Bohnert bestätigt. Auch die Zuschauermassen stellen die Polizei vor Herausforderungen. »In den vergangenen Jahren lief immer alles recht gesittet ab, wir erwarten heuer nichts anderes«, so Bohnert.

Gedanken, wie man die Sicherheit von Zuschauern und Mitwirkenden verbessern könne, hat man sich auch in Teisendorf gemacht. Dort findet am Faschingssonntag der Umzug mit rund 1000 Aktiven und bis zu 10 000 Zuschauern statt. Heuer sind nach drei Jahren Pause wieder Wagen aller Art zugelassen – mehr Wagen bedeuten auch mehr Risiko.

»Wir haben sehr strenge Regeln aufgestellt«, sagt Rita Karpferer vom Faschingsverein Sing Sang. Den Mitfahrern muss es ernst sein, defekte oder nicht fahrtaugliche Wagen wurden nicht zugelassen. »Wir wollen, dass die Leute Spaß haben, daher gibt es auch kein Alkoholverbot«, betont Karpferer. Appelliert aber dennoch an die Vernunft der Mitwirkenden und Zuschauer.

Damit alle gemeinsam unbesorgt feiern können, werden während der Zeit des Umzugs die entsprechenden Zufahrtswege nach Teisendorf blockiert. »Sicherlich, man kann nie ausschließen, dass etwas passiert, aber wir sind in keiner Weise beunruhigt«, so Karpferer.

Gut abgestimmt mit der Gemeinde und den Sicherheitskräften hat man sich auch in Traunreut. Dort veranstalten die Traun Narrischen am Sonntag ihren Faschingszug. Da es in diesem Jahr auf dem Rathausplatz ein Partyzelt gibt, wurde zusätzlich Security-Personal angeheuert, so Faschingsvereinsvorsitzender Manfred Steinbach. »Glasflaschen sind auch in diesem Jahr tabu«, darauf weist Steinbach nochmals hin. Auch das Rote Kreuz ist heuer erstmals mit in das Sicherheitskonzept eingebunden. »Das, was wir an maximaler Sicherheit bieten können, ist gewährleistet«, so Steinbach.

Auch in Waging, wo am Faschingsdienstag rund 1500 Aktive auf bunt geschmückten Wagen und als Fußgruppen durch den Ort ziehen, ist man gut vorbereitet. »Wir haben bereits seit fünf Jahren ein Sicherheitskonzept, das wir in diesem Jahr in Abstimmung mit der Polizei nochmals nachgebessert haben«, sagt Johann Poller, der Vorsitzende des Faschingsvereins So Halunke. So werden die relevanten Zufahrten zum Ort blockiert sein, und die Zahl der Ordner wurde erhöht.

Einen Appell richten Andreas Guske und Johann Bohnert von der Polizei noch an alle Besucher: »Lassen Sie bitte große Taschen und Rucksäcke zu Hause, damit erleichtern Sie uns die Arbeit deutlich.« vew