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Veterinäramt gibt nach umfangreichen Untersuchungen Entwarnung

Seuchengefahr für Pferde derzeit gebannt

Traunstein – Im Landkreis Traunstein ist die Gefahr des Ausbruchs der »Ansteckenden Blutarmut der Einhufer« (Equine Infektöse Anämie – EIA) derzeit gebannt. Bei dieser Viruserkrankung, die Pferde, Esel, Maultiere, Maulesel sowie Zebras befallen kann, handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche, die für Menschen ungefährlich ist.

Foto: Symbolbild, pixabay

Nach umfangreichen Ermittlungen und Untersuchungen gab das Veterinäramt am Landratsamt Traunstein jetzt Entwarnung. Kein Pferd aus dem Landkreis Traunstein hatte sich angesteckt und auch auf den Pferdesportveranstaltungen des vergangenen Jahres gab es nach amtlicher Kenntnis kein Gastpferd, das das Virus in sich getragen hatte.

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Einmal infizierte Tiere bleiben lebenslang Virusträger und können nach Angaben des Veterinäramts Traunstein so zur Verbreitung der Krankheit beitragen. Das Virus werde in erster Linie über blutsaugende Insekten wie Bremsen, Mücken und Stechfliegen übertragen.

Im Zuge der Erkrankung könne eine Blutarmut (Anämie) entstehen. Betroffene Pferde zeigten daher Schwäche und Mattigkeit, Fieber und Wasseransammlungen am Bauch und in den Beinen. Ein tödlicher Verlauf der Erkrankung sei möglich. In Deutschland ist das Virus nicht heimisch, es kommt aber immer wieder zu sporadischen Ausbrüchen in allen Bereichen des Pferdesports und auch im Bereich der Freizeitpferde.

Beim aktuellen Ausbruch wurde die Erkrankung europaweit nachgewiesen. Seit Juni 2017 waren allein in Deutschland 17 Pferde in elf Ställen in sechs Bundesländern betroffen. Da hauptsächlich Polopferde betroffen waren, wurden auch im Landkreis Traunstein schnellstmöglich alle im Sport eingesetzten Polopferde untersucht.

Weil sich die Krankheit teilweise erst 90 Tage nach der Ansteckung nachweisen lässt, wurden zudem umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen. So wurden mehrere Poloturniere abgesagt. Ein Betrieb musste bis zur Abklärung einer möglichen Ansteckung kurzzeitig gesperrt werden, um Kontakte zu anderen Pferden zu vermeiden. Zusätzlich wurde in dieser Pferdehaltung der Weidegang eingeschränkt, um eine mögliche Verschleppung des Virus' durch blutsaugende Bremsen und Stechmücken einzudämmen.

Mehrere Pferde, die im Juni auf Turnieren Kontakt zu mittlerweile erkrankten Pferden hatten, wurden in ein »pferdefreies« Gebiet des Landkreises gebracht und dort gesondert überwacht sowie untersucht. Ausdrücklich würdigt Dr. Stephan Wittmann vom Veterinäramt die Poloverbände und alle betroffenen Pferdebesitzer und Stallbetreiber: »Sie haben unsere Maßnahmen hervorragend unterstützt.«

Inzwischen hat sich auch in den übrigen betroffenen Landkreisen Bayerns die Situation entspannt. Auch wenn es derzeit deutschlandweit keine weitere Ausbreitung der Erkrankung gibt, wird weiterhin intensiv überwacht. Sollten neue Erkrankungsfälle auftreten, werden sofort mögliche Kontakte in den Landkreis Traunstein geprüft. fb