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Sepp Parzinger kandidiert für den Landtag

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Es werde wieder Zeit, dass ein SPD-Landtagskandidat aus der Region nach München komme, sagte der frisch gekürte Landtagskandidat Sepp Parzinger aus Bergen. (Foto: M. Misch)

Traunstein – Der SPD-Kreisverband Traunstein wird mit Sepp Parzinger in den Landtagswahlkampf ziehen.


Bei der Delegiertenversammlung im Gasthaus Sailer-Keller in Traunstein konnte die Kreisvorsitzende und Wahlleiterin Dr. Bärbel Kofler eine 100-prozentige Zustimmung für den 24-jährigen Bergener verkünden. Der Bezirkstagskandidat Martin Baumann aus Trostberg konnte 96 Prozent der Stimmen auf seinem Konto verbuchen.

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»Es werden sicher keine leichten neun Monate bis zur Wahl«, sagte der frisch gekürte Landtagskandidat. Doch es wird aus Sicht des selbstbewusst auftretenden Jungsozialisten mal wieder Zeit, dass nach Gustav Starzmann ein SPD-Landtagsabgeordneter aus der Region, aus dem Wahlkreis 130, nach München kommt. Starzmann schied vor 15 Jahren aus dem Landtag aus.

Sepp Parzinger besuchte die Realschule Marquartstein und machte eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Nach dem Bundesfreiwilligendienst holte Parzinger an der BOS Traunstein das Fachabitur nach und studiert soziale Arbeit an der Katholischen Stiftungsfachhochschule in Benediktbeuern. Seine Abschlussarbeit macht er zum Thema Kinder- und Jugendarmut in Bayern.

Seit sieben Jahren ist Parzinger Mitglied der SPD. Parteiintern stieg er im Schnelldurchlauf bis zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Jusos auf. Bei den Jusos ist er für die Bereiche Kampf gegen Rechts sowie Ausbildung und junge Beschäftigte zuständig. Seit der jüngsten Kommunalwahl gehört Parzinger dem Gemeinderat Bergen an.

Im Thema bezahlbarer Wohnraum sieht Parzinger mit einen Arbeitsschwerpunkt für ihn. Der kommunale und genossenschaftliche Wohnungsbau gehöre stark gefördert, sagte er. »Die Landwirtschaft ist natürlich für unsere Umwelt und Wirtschaft ein wichtiger Faktor«, so der 24-Jährige weiter. Bei der Diskussion um Glyphosat meint er, dass die SPD hier klare Kante für ein Verbot zeigen solle.

Der Landtagskandidat sprach sich entschieden gegen einen Aufweichung der Sonntagsöffnungszeiten im Einzelhandel aus. Dass Leute, die nach ihrer Ausbildung den Meister oder Techniker machen, nach wie vor dafür bezahlen müssen, ist für ihn eine Ungerechtigkeit. Darum gehört in seinen Augen die Meistergebühr abgeschafft. Darüber hinaus forderte Parzinger einen Anspruch von Kindern auf einen Ganztagsschulplatz.

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Sepp Parzinger (Foto: Peter)

Auch auf das Themenfeld Integration und Flüchtlinge kam Parzinger zu sprechen. Bei der Unterbringung favorisiert der Landtagskandidat dezentrale Einrichtungen. Damit alle Gesetze eingehalten werden könnten, sei ein handlungsfähiger Staat mit entsprechender Personalausstattung erforderlich. Darum müssten offene Stellen besetzt werden, meinte Parzinger. Gerade im Polizeidienst, fügte er an.

Nachdem der junge SPD-Politiker bereits im Vorfeld alle Ortsverbände besucht und mit den Mitgliedern diskutiert hatte, gab es bei der Ausstellungsversammlung kaum Fragen seitens der Delegierten. Aber das aktuelle Thema Große Koalition beschäftigte die Versammlung dann doch, und es kam die Frage auf, wie er als Juso dazu stehe. »Ich bin nach wie vor gegen eine GroKo«, sagte er. Durch eine dauerhafte Große Koalition bestehe die Gefahr, dass letztlich die rechten Parteien gestärkt würden.

Der Bezirkstagskandidat Martin Baumann ist 36 Jahre alt und bei einem Münchner Autohersteller beschäftigt. Der SPD gehört er seit 16 Jahren an, und er ist Vorsitzender des SPD-Ortsverbands Trostberg. Das Betätigungsfeld des Bezirks mit den zahlreichen Belangen aus sozialen und kulturellen Themen laufe meist ohne große öffentliche Aufmerksamkeit ab, meinte Baumann. Doch wer sich damit beschäftige und einlese, sehe schnell, welch große Rolle der soziale Bereich spiele.

Ihm liegt besonders die Frühförderung am Herzen, ohne das Augenmerk auf die durchgehende Unterstützung der Menschen mit Handicap zu verlieren. Als Bezirksrat würde er sich auch für den Erhalt der verschiedenen kulturellen Einrichtungen wie Kloster Seeon einsetzen. MP