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Senioren lernen den richtigen Umgang mit dem Computer

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Geduldig erklärt Manfred Heyer den Senioren, wie hier Renate Soniech aus Traunstein, den richtigen Umgang mit ihrem Laptop. (Foto: Artes)

Traunstein. Was kann ich mit meinem Computer alles machen? Wie schreibe ich eine Email? Wie erstelle ich einen Ordner? Was in Zeiten immer moderner werdender Kommunikation für viele junge Menschen zum Alltag gehört, haben vor allem oft ältere Menschen Schwierigkeiten damit. Hilfe gibt es für sie beim PC-Seniorenfreundeskreis Traunstein. Dort können sie den richtigen Umgang mit dem Computer lernen.


Entstanden ist der PC-Seniorenfreundeskreis vor rund drei Jahren auf Initiative von Siegfried Blach. Zusammen mit seiner Frau nahm Blach an einem Modellprogramm des Bayerischen Sozialministeriums teil und ließ sich zum Seniortrainer ausbilden. Seine Idee war es dann, in Traunstein älteren Menschen die Arbeit auf dem Computer näher zu bringen. »Als die Fragen immer technischer wurden, habe ich Unterstützung gebraucht«, erzählt Siegfried Blach im Gespräch mit unserer Zeitung. Diese fand er bei Unternehmensberater Manfred Heyer, der unter anderem auch EDV-Schulungen anbietet. Inzwischen hat Manfred Heyer die Leitung des PC-Kreises übernommen. Unterstützt wird er von Mathias Pflugbeil.

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Selbsthilfezentrum stellt Räume zur Verfügung

An jedem dritten und vierten Montag im Monat treffen sich computerinteressierte Senioren in den Räumen im Selbsthilfezentrum der Arbeiterwohlfahrt an der Crailsheimstraße. Heyer ist sehr dankbar, dass das Selbsthilfezentrum die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, »denn es ist gar nicht so leicht, einen Raum zu finden, wo man dann auch das Wlan kostenlos mitnutzen kann«. Denn die Rentner lernen auch, was man im Internet alles machen kann. Kommen kann jeder, »der Zeit, Probleme oder Fragen hat«, wie Heyer berichtet. Rund zehn Rentner widmen sich dann zwischen 15 und 17 Uhr ganz dem Computer. Unterschiedliche Leistungsstufen gibt es nicht – vom kompletten Anfänger bis zum Fortgeschrittenen, dabei sein kann jeder.

Zu Beginn des zweistündigen »Unterrichts« ermutigt Manfred Heyer die Teilnehmer: »Blöde Fragen gibt es nicht.« Niemand sollte Hemmungen haben, eine Frage zu stellen. Man dürfe sich auch blamieren, denn man sei hier, um zu lernen. Schnell bemerkt man die sichtlich erleichtern Gesichter der Senioren. Wenn Heyer anfängt zu erklären, beginnen die Rentner sofort damit, sich Notizen zu machen. Sie sind sehr interessiert, wissbegierig und offen für Neues.

Die Teilnehmer des PC-Seniorenfreundeskreises sind nicht nur aus Traunstein, auch aus Trostberg, Nußdorf und sogar Fridolfing kommen Senioren in die Große Kreisstadt, um etwas zu lernen und sich in Sachen Computer fortzubilden. So auch Margaretha Höhne aus Fridolfing. Seit dem vergangenen Jahr ist die Rentnerin aktive Teilnehmerin an den Übungsstunden. »Ich möchte vor allem meine PC-Kenntnisse auffrischen«, erzählt die Seniorin. Sie hat früher schon am Computer gearbeitet, aber da sich so viel getan hat in den vergangenen Jahren, ist sie hier, »um etwas Neues zu lernen«. Beim PC-Seniorenfreundeskreis gebe es immer einen Ansprechpartner, gerade wenn der Computer nicht das macht, was er machen soll. Gelernt hat die Seniorin auch schon etwas: »Ich kann meine Fotos besser organisieren.«

Dass es Probleme gibt, zeigt sich in den Übungsstunden. Eigentlich sollten »wir der Maschine sagen, was sie tun soll«, berichtet Manfred Heyer, doch beim Unterricht kommt es manchmal zum Gegenteil. Statt einen neuen Ordner zu öffnen, geht bei einer Rentnerin das Internet auf. Doch sie nimmt es mit Humor und einem Lachen im Gesicht – wie auch alle anderen, wenn mal etwas schief läuft.

Alles wird den Senioren Schritt für Schritt erklärt

Damit trotzdem alle auf dem gleichen Stand sind, erklärt Manfred Heyer den Senioren Schritt für Schritt, was sie als Nächstes machen sollen. Er macht es ihnen dann vor, die Teilnehmer machen es nach. Das Motto lautet: »Schulung im Lernen«. Was für junge Menschen in zwei bis drei Klicks erledigt ist, dauert bei den Senioren dann manchmal etwas länger, aber sie sind auch zum Lernen beim PC-Freundeskreis.

Ein Problem hat Manfred Heyer dann recht schnell erkannt: Viele bewegen die Maus zu schnell und klicken am Bildschirm Dinge an, die sie gar nicht anklicken wollen. »Die Maus ist ein empfindliches Element«, erklärt Heyer den Senioren und rät ihnen, einfach etwas langsamere Bewegungen damit zu machen.

»Ich bin froh, dass andere die gleichen Probleme haben, wie ich«, erzählt Rentnerin Renate Sobiech aus Traunstein. Sie ist seit drei Jahren beim PC-Seniorenfreundeskreis dabei und lobt vor allem die »unglaubliche Geduld« von Manfred Heyer, wenn er etwas erklärt. Für sie steht fest, sie kommt zum nächsten Treffen gerne wieder. Und da ist sie sicher nicht die Einzige... jar