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Senioren bestehen ihre Gürtelprüfung

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Die Grundtechniken des Karate erlernten Franz Bruckner, im Bild kämpfend mit Trainerin Ilse Werner, sowie Marianne Schneider (hinten von rechts), Veronika Schmidt, Luitgard Bruckner-Weik und Hans Tischler.

Traunreut. Neue Wege im Bereich Sportkultur ging der Karateverein »Shotokai Chiemgau« im Rahmen der Oberbayerischen Kulturtage. Vor etwa einem halben Jahr starteten sie einen Aufruf und suchten rüstige Senioren, die sich in der Kampfkunst Karate versuchen wollten. Im Januar begann das Training mit den fünf Männern und Frauen zwischen 65 und 73 Jahren in Traunreut. Nun wurden in der Kulturtagewoche die Mühen mit der ersten bestandenen Gürtelprüfung belohnt.


Zu Beginn lief alles anders als gedacht

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Dabei entwickelte sich das Projekt zu Beginn noch anders als gedacht. Trainerin Anna Huffert hatte sich vor der ersten Übungsstunde wochenlang vorbereitet, um alles Wichtige für ein reines »Seniorentraining« zu beachten. Auch ein Physiotherapeut wurde extra eingeladen, damit er notfalls hätte eingreifen können. Aber dann kam alles anders, denn die Teilnehmer des Kulturtageprojekts hatten ganz andere Vorstellungen von ihrem Training. Und das, obwohl sie auch das eine oder andere körperliche Handicap mit sich herumtragen und bis aus Inzell, Traunstein, Übersee und Grassau bis nach Traunreut fahren.

Sie wollten nicht nur einmal die Woche eine Stunde als Anfängergruppe trainieren, sondern gemeinsam mit allen anderen Vereinsmitgliedern zweimal die Woche jeweils eineinhalb Stunden. »Ihr seid doch ein integrativer Verein, da möchten wir dann auch keine Ausnahme sein«, so der Tenor der Teilnehmer. Und so wurde es schließlich auch gemacht.

Die Projektteilnehmer haben auch begeistert an der integrativen Karatefreizeit in Inzell teilgenommen und dort gemeinsam mit behinderten und nichtbehinderten Menschen jeder Altersstufe gemeinsam Karate trainiert. Danach stand für alle fest: »Wir werden es schaffen, noch in diesem Jahr unsere erste Gürtelprüfung zu bestehen!« So kam es dann in der vergangenen Woche auch. Alle Teile des Prüfungsprogramms wurden trotz großer Nervosität gemeistert. Und im Rahmen der Kulturtage hatten Die Karate-Senioren auch gleich noch einen großen Auftritt.

Alle Teilnehmer wollen weitermachen

Nach den Kulturtagen wird das Projekt aber nicht Ad acta gelegt. Alle Teilnehmer wollen mit Karate weitermachen. »Ich freue mich schon, wenn wieder Montag ist und ich wieder ins Training kann«, erklärt Franz Bruckner. »Mir und meiner Frau würde richtig was fehlen, wenn wir jetzt aufhören müssten. Wir würden auch die Gemeinschaft im Verein vermissen. Da haben wir einfach von Anfang an ganz selbstverständlich mit dazu gehört.«

Dem kann sich Trainerin Ilse Werner nur anschließen: »Auch wir würden unsere neuen Mitglieder vermissen. Sie sind auch ein tolles Vorbild für unsere Jugend.«