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Seltene Waldrappe im Achental gesichtet

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Drei der vier am gleichen Tag in Anif in Richtung Winterquartier Toskana gestarteten Waldrappe auf einer Hausantenne in Schleching. (Foto: Hartmut Rihl)

Schleching. Äußerst seltene Gäste im Achental: Auf einer Hausantenne in Schleching saßen Waldrappe. Entdeckt wurden sie von Vroni Bachmann und Hartmut Rihl, der mit einer Kamera zur Stelle war und die seltenen Vögel fotografierte.


Der Waldrapp ist ein etwa gänsegroßer Schreitvogel aus der Unterfamilie der Ibisse. Als Zugvogel war er bis ins 17. Jahrhundert auch in Mitteleuropa heimisch, starb aber durch intensive Bejagung aus. Heute zählt er zu den am stärksten bedrohten Vogelarten weltweit. Im Rahmen eines EU-Projektes mit Partnern aus Österreich, Italien und Deutschland soll der Waldrapp in Europa wieder angesiedelt werden.

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Grundlage für die Wiederansiedlung sind die Erfahrungen und Erfolge von sogenannten Waldrappteams: Küken aus Zoos wurden von menschlichen Zieheltern aufgezogen und darauf trainiert, ihnen hinter einem Ultraleichtflugzeug bis in ein geeignetes Wintergebiet zu folgen. So lernen sie die Flugrouten kennen und können – bei erfolgreicher Wiederkehr und Bruterfolg – als sogenannte »zugerfahrene« Altvögel ihrem Nachwuchs einmal selbst den Weg zeigen.

Vroni Bachmann hat die Sichtung gemeldet und bekam von Daniela Trobe vom Salzburger Waldrappteam die Antwort, dass es sich um die Salzburger Gruppe von zwei zugerfahrenen Vögeln (Tara – männlich und Salem – weiblich, jeweils zwei Jahre alt) und zwei Jungvögeln von diesem Jahr (Idefix – männlich und Amsel – weiblich, jeweils fünf Monate alt) handelt. Die Vögel sind an verschiedenfarbigen Fußmarkierungen zu erkennen. Die Zugerfahrenen sollen den Jungvögeln den Weg von Salzburg in das Winterquartier in der Toskana zeigen. Die Waldrappe waren am gleichen Tag vom Brutgebiet in Anif aufgebrochen, wurden um die Mittagszeit zunächst in Marquartstein und später in Schleching entdeckt. Inzwischen wurden sie in Augsburg gesichtet. bre