weather-image
27°

Selbstbewusstes Auftreten als Ziel

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Beim 149. Unterwössner Handwerkertag riet Ehren-Bezirksinnungsmeister Hans Michael Heser nachdrücklich zu einem selbstbewussten Auftritt des Handwerks gegenüber der Politik. (Foto: Flug)

Unterwössen. Über 100 Handwerksmeister, Gesellen und Auszubildende haben den 149. Unterwössner Handwerkertag begangen. Ehren-Bezirksinnungsmeister Hans Michael Heser forderte ein selbstbewusstes Auftreten des Handwerks gegenüber der Politik. »Das Handwerk muss auf sichere Rahmenbedingungen drängen«, so Heser.


Der Handwerkertag begann nach alter Tradition mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin. Pfarrer Martin Straßer betonte, dass er sich selbst als ehemaliger Schreiner dem Handwerk sehr verbunden fühle. In seiner Predigt vermittelte er den Besuchern, wie wichtig es sei, in der eigenen Hände Arbeit Freude zu finden.

Anzeige

Im Anschluss öffnete der Maler- und Lackierermeister Hans Michael Heser im Restaurant Lickei nach altem Brauch die Innungslade, sichtbares Zeichen für die Eröffnung des Handwerkertags. Der Unterwössner ist Ehrenobermeister der Maler- und Lackiererinnung Traunstein und Ehren-Bezirksinnungsmeister Oberbayern. In seiner Ansprache meinte Heser, dass die Handwerker in wirtschaftlich und politisch turbulenten Zeiten wissen müssten, was sie von den Politikern des Landes zu erwarten hätten. »Das Handwerk muss in der Politik Stellung beziehen«, verlangte Heser darum. »Es muss auf sichere Rahmenbedingungen drängen, damit unsere kleinen und mittleren Unternehmen ihre Leistungs- und Innovationskraft entfalten können.

Die Rahmenbedingungen müssten sicherstellen, dass zukünftig junge Menschen für das Handwerk zu begeistern seien. Das Handwerk wisse, sagte Heser, dass der qualifizierte Mitarbeiter das wertvolle Kapital jeden Betriebs sei. Heser zitierte Hans Peter Wollseifer, den Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Der sieht den Schlüssel für Wachstum und Beschäftigung in Europa darin, »besser, nachhaltiger, praxisgerechter zu qualifizieren«.

Heser schaute auch voraus auf den 150. Handwerkertag im kommenden Jahr. Das sei zudem der 290. Jahrtag der »Augustini Bruderschaft zu Wessen«, aus der sich der Handwerkertag entwickelt habe. Heser versprach einen handwerksgerechten Festtag mit hohem Besuch und Freibier.

Unterwössens Bürgermeister Hans Haslreiter sagte, es sei das Handwerk, in dem immer noch die meisten Lehrlinge ausgebildet würden. Aber gutes Handwerk gelänge nur zukunftsorientiert durch Fleiß, Ausdauer und Kreativität. Das seien Markenzeichen, die in der Bevölkerung Anerkennung fänden. In Unterwössen sei das Handwerk der wichtigste Wirtschaftszweig neben Handel und Tourismus.

Die Gemeinde verdanke dem Handwerk viel, führte Haslreiter weiter aus. An die Bevölkerung richtete der Bürgermeister mahnende Worte. Die Bürger hätten es selbst in der Hand. Mit ihrem Kaufverhalten könnten sie entscheiden, ob das ein oder andere Wössner Unternehmen eine Zukunft habe.

Nach dem offiziellen Teil saßen die Handwerker noch lange beieinander. lukk