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Seit über 40 Jahren Tradition

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Auch die Rottauer Tanzlmusi war beim Hoagascht dabei und unterhielt das Publikum.

Grassau. Man nehme hervorragende Musik- und Gesangsgruppen, einen Ansager, der Wissenswertes über die Zeit der zwölf Rauhnächte und einen Jahresrückblick humorvoll vorträgt, sowie Perchten und fertig ist das Erfolgsrezept, mit dem die Rottauer Trachtler seit über 40 Jahren am Unschuldigen Kindltag im Gasthaus Messerschmied das Publikum beim Hoagascht begeistern.


Miche Huber, Gauvorstand des Chiemgau-Alpenverbands, führte durch den Abend. Er erzählte über den österreichischen Brauch am Kindltag, dass die Kinder den Erwachsenen durch Rutenschläge Glück und Gesundheit für das kommende Jahr wünschen dürfen und dafür auch belohnt werden. Besonders ausführlich erzählte er über die Nacht vor dem Dreikönigstag, die letzte Rauhnacht und Nacht der Perchten. Dazu trug er das Gedicht »Das wuide G' joad« von Historikerin Hanna Walther vor, die sich intensiv mit dem religiösen, bäuerlichen Brauchtum im Rupertigau beschäftigte. Zu den in den vergangenen Jahren aufgekommenen Perchten- oder Kramperlläufen als Attraktion bei Christkindlmärkten stellte er die Frage: Ist das Brauchtum oder nur ein Spektakel? Perchtenläufe vor der Rauhnachtszeit erinnerten ihn eher an »Amerikanische-Monster-Shows«. Sein Jahresrückblick – mal ernst, mal heiter – beinhaltete auch einen guten Rat, wie man sich gegen die Abhörmaßnahmen schützen kann: »Boarisch reden, weil des eh boid koana mehr versteht.«

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Den musikalischen Teil des Abends gestalteten zwei Gesangs- und drei Musikgruppen. Der Bolzwanger Dreigsang vom Starnberger See trug seine Lieder, darunter das Neujahrslied »Tret ma aft ins Neie Jahr«, gefühlvoll vor. Die Geschwister spielten sich mit Gitarre, Klarinette und Geige ein. Die Huber Dirndln aus Wildenwart überzeugten mit ihren kraftvollen Stimmen. Die drei Schwestern haben bereits einen eigenen Stil entwickelt und singen rare Lieder wie »Drei Könige kommen aus weiter Ferne«.

Die Mühlstoa Musi, benannt nach dem Mühlstein im Wappen von Bruckmühl, spielt seit über 30 Jahren in der typischen Tobi-Reiser-Besetzung. Ein feiner Klang zeichnet diese Gruppe aus. Die Stibei Buam spielten langsam und einfühlsam. Ihre ganz eigene Note verleiht ihnen die besondere Besetzung mit Zither, Ziach, Gitarre und Bassklarinette.

Die einzige einheimische Gruppe war die Rottauer Tanzlmusi angeführt von Anderl Hilger auf der Trompete. Die Bläser spielten feierliche Weisen. Passend zum Abend ließen sie den Perchtenwalzer erklingen.

Zuletzt sangen alle gemeinsam den Andachtsjodler zu Ehren von Luck Brummer von den Binataler Sängern, einen treuen Freund der Rottauer Trachtler, der im Sommer im Alter von 80 Jahren verstarb. Vier Perchten verteilten dann noch Kletzenbrot.