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Seit Samstag raucht in Neukirchen der Meiler

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Köhlerliesl Anna Schmid und Bürgermeister Thomas Gasser zündeten mit einer langen brennenden Stange den Kohlemeiler in Neukirchen an. (Foto: Huber)

Teisendorf. Die Neukirchner Köhler haben wieder rund 55 Ster Buchen- und Nadelholz vorbereitet und zu einem großen Meiler aufgerichtet. Am Samstag zündete mit Thomas Gasser erstmals der Bürgermeister den Meiler mit einer brennenden Lunte, einer langen Kendlstange an die ein Reisigbüschel gebunden war, den Meiler gemeinsam mit der Köhlerliesl Anna Schmid an.


Langsam wuchs das Feuer im Inneren des Meilers, was daran ersichtlich war, dass der Meiler allmählich zu rauchen begann. Zunächst waren es dichte graue bis weiße Rauchschwaden, die aus den oberen Luftlöchern entwichen. Als der Rauch dann feiner wurde und eine schöne helle Farbe angenommen hatte, wussten die Köhler, jetzt hat der Meiler die richtige Temperatur und kann schön glosen. Deshalb verschlossen sie den Anzündkanal.

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Damit alles Holz gut zu Holzkohle verkohlt, muss der Meiler rund zwei Wochen »gepflegt« werden, besonders in der Zeit, in der er noch »gefüttert« werden muss. Die Glut im Innern des Meilers darf nicht zu groß werden, damit das Holz nicht verbrennt, aber auch nicht zu gering sein, da sonst der Brand nicht gelingt und das Holz nicht richtig zu Kohle verglost. Um die richtige Temperatur im Meiler zu erhalten, und ein gleichmäßiges Brennen zu gewährleisten, muss für den richtigen Zug gesorgt werden, das heißt, die Luftkanäle müssen geöffnet oder geschlossen und die Kohllösch (schwarze Abdeckerde) immer feucht gehalten werden, um ein Durchbrennen zu verhindern.

Wenn dann bläulicher Rauch aus dem Meiler steigt, weiß der Köhler, dass sein Meiler bald fertig ist. Auch nachts wird der Meiler von einigen »Wachtern« betreut. In der Zeit, in der der Meiler aktiv ist, kann die Kohlstatt sowohl tagsüber als auch abends besucht werden, um sich über die Arbeit der Köhler zu informieren. Dass es dabei nie langweilig wird, dafür sorgt das abwechslungsreiche Programm. So wird jeweils am Dienstag und Donnerstag der nach historischen Vorlagen errichtete Holzbackofen eingeschürt und es wird Brot gebacken. Das Broteinschießen erfolgt jeweils um 19 Uhr.

Am kommenden Mittwoch, den 30. Juli spielt die Trachtenkapelle Neukirchen ab 19.30 Uhr zu einem musikalischen Abend auf (bei schlechtem Wetter im Zelt). Am Freitag gibt es dann Dampfnudeln wie zu Großmutters Zeit. Wer welche möchte, sollte sich aber anmelden unter Telefon 08666/7145.

Den Abschluss bildet das große Köhlerfest am 10. August, an dem der Meiler geöffnet wird und die fertige Kohle ausgebracht wird. An diesem Tag wird auch mehrmals Brot gebacken. Ab 10 Uhr bis in die späten Abendstunden ist während des Abräumens des Meilers für musikalische Unterhaltung gesorgt. So spielt ab 11 Uhr die Bergschützenmusi aus Anger und ab 16 Uhr zum Köhlerfest mit Tanz die Blaskapelle Neukirchen. wh