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Ein ehrenamtliches Vorzeigeprojekt zwischen München und Salzburg

Seit fünf Jahren gibt es die Kleiderkammer in Übersee

Übersee – Die einen haben, was die anderen brauchen. Das ist das Prinzip der bei Gebern und Nehmern gleichermaßen beliebten Kleiderkammer in Übersee, die seit nunmehr fünf Jahren besteht.

Das Team der Kleiderkammer Übersee (von links): Yvonne Schwirz, Uschi Geiger, Annemarie Wierer, Burgi Häckl, Resi Stief, Monika Schönberger und Marietta Geppert. (Foto: vom Dorp)

Ins Leben gerufen wurde die Kleiderkammer von den seit Jahren in Übersee ehrenamtlich tätigen Familienhelferinnen. Sie erkannten, dass einerseits Kleidung für bedürftige Familien ein großer Kostenfaktor ist und es andererseits viele Mütter und Väter gibt, die gerne gut erhaltene Sachen weitergeben möchten. Die Ehrenamtlichen übernahmen die Mittlerfunktion.

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Angefangen hat dann alles mit einer Familienhelferin in einem kleinen Zimmer der alten Schule, zunächst nur mit Baby- und Kinderkleidung. Schon nach einem Jahr herrschte Platzmangel, und man musste in einen großen Nebenraum umziehen. Mittlerweile arbeiten sieben Frauen ehrenamtlich in der Kleiderkammer. Jeden Freitag von 15 bis 16 Uhr nehmen sie Spenden entgegen und versorgen damit sozial schwache Familien.

Größer wurde mit der Zeit auch das Angebot. Es dehnte sich auch auf Kleidung für Erwachsene und Haushaltssachen aus, wie Geschirr, Töpfe, Besteck und elektrische Kleingeräte. »Inzwischen können wir sogar Schwangere mit einer kompletten Erstausstattung für Babys ausrüsten, wie Kinderwagen, Babykleidung, Badewanne und Kinderbett«, sagt die Leiterin der Kleiderkammer, Uschi Geiger, nicht ohne Stolz.

Nach ihren Worten ist die Kleiderkammer heute bei Gebern und Nehmern von München bis Salzburg bekannt und beliebt, wohl auch deshalb, weil nur moderne, saubere und fleckenfreie Kleidung angenommen und abgegeben wird. Spender, die die Kleiderkammer nur zum Entsorgen benutzen wollen, werden abgewiesen. Die Ware selbst wird generell kostenfrei an Familien mit Bedarf abgegeben. Ein Nachweis der Bedürftigkeit wird nicht verlangt.

»Wir haben ein tolles Team in der Kleiderkammer beieinander, das die Kunden wie in einer Boutique berät und auch privat sehr gut harmoniert«, so Geiger. »Da fällt es nicht schwer, den großen Zeitaufwand von mehr als 1500 Stunden pro Jahr zu bewältigen.« Wie sie betonte, erhält man immer wieder Unterstützung von der Gemeinde und von Bürgermeister Marc Nitschke, der die Kleiderkammer »ein Vorzeigeprojekt für die ganze Region« nennt. bvd