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Seit 75 Jahren gibt es die Autobahnmeisterei Siegsdorf

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Beim Tag der offenen Tür der Autobahnmeisterei Siegsdorf waren auch (von links) Bürgermeister Thomas Kamm, Verkehrsminister Peter Ramsauer, Betriebsleiter Markus Götz, Paul Lichtenwald von der Autobahndirektion Südbayern und Bruder Franz Maria, der Guardian des Klosters Maria Eck.

Siegsdorf. »Ihr kümmert euch Tag und Nacht perfekt um einen der schönsten Streckenabschnitte des deutschen Autobahnnetzes, der aber durch seine Topografie auch zu den aufwändigsten und schwierigsten Strecken gehört«. Mit diesen Worten lobte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Siegsdorf, welche ihr 75-jähriges Bestehen feierte. Ramsauer sagte: »Große Teile der 48 Kilometer Autobahn zwischen Bernau und der Landesgrenze bei Piding sind seit ihrem Bau unverändert und verlangen einen erheblichen Aufwand an Arbeit.«


Lob von vielen Seiten

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Auch der Leiter der Autobahndirektion Südbayern, Paul Lichtenwald, bezeichnete am Tag der offenen Tür den einst als Panoramastraße gebauten Abschnitt mit großen Steigungen und wenig Platz als eine besondere Herausforderung. Er bescheinigte den Siegsdorfern eine besondere Stellung als »Aushängeschild« der Autobahnmeistereien in Südbayern. »Trotz der voranschreitenden Planungen für einen künftigen Ausbau müssen zur Instandhaltung dieser wichtigen Verkehrsachse erforderliche Sanierungen durchgeführt werden«, betonte Lichtenwald.

Ministerialrätin Angela Roßmann als Vertreterin des Innenministeriums und Volker Klarner von der Verkehrspolizeiinspektion Traunstein gingen auf die mustergültige Gemeinschaft von Meisterei, Polizei und Rettungsdiensten ein.

Der Betriebsleiter der Autobahnmeisterei Siegsdorf, Markus Götz, wünschte sich im Namen aller Mitarbeiter von den Verantwortlichen in Politik und Direktion eine baldige Verbesserung der wichtigen Verkehrsader. Siegsdorfs Bürgermeister Thomas Kamm bedankte sich für die stets reibungslose und fruchtbare Zusammenarbeit.

Ein vielseitiges Angebot an Technik und Unterhaltung wurde beim Tag der offenen Tür geboten. Das weitläufige Gelände bot genug Platz für zahlreiche Aktionen und Vorführungen, die im Laufe des Tages mehr als 3500 Gäste anlockten. Polizei, THW und Rettungsdienste demonstrierten mit großem Aufwand an Fahrzeugen und Technik Einblicke in ihre Arbeit, die Verkehrswacht gab den Besuchern Gelegenheit, auf Fahrsimulatoren die Reaktionsfähigkeit zu testen und die Feuerwehr Siegsdorf sowie ein Abschleppdienst demonstrierten die Zusammenarbeit beim Retten und Bergen von verunglückten Fahrzeugen.

Großes Interesse ernteten auch der Zoll und die Abteilung Fahndung, der neben dem großen Fahrzeug-Röntgengerät auch Schmugglerware aus der täglichen Arbeit und eine Demonstration mit Drogenhunden zeigte. Einer der Hauptanziehungspunkte war die 40 Meter hohe Hebebühne, von der aus die Besucher das Gelände von oben betrachten konnten.

Gesamter Fuhrpark wurde präsentiert

Die Autobahnmeisterei präsentierte ihren gesamten Fuhrpark und bot dazu noch umfangreiche Dokumentationen über ihre Entwicklung. Die Musikkapelle der Autobahndirektion Südbayern sorgte für beste Unterhaltung und umrahmte auch die kurze Andacht, bei der Bruder Franz vom Kloster Maria Eck den Segen Gottes erbat.

Etwa 40 Bedienstete unter der Leitung der »obersten Heeresführung« kümmerten sich in den Anfangsjahren mit sieben Lkw, sechs Kleinlastwagen und einem Pkw um die Autobahn zwischen Bernau und Piding. Der zunehmende Verkehr erforderte eine ständige Verbesserung der Technik und fachkundig geschultes Personal.

Vor etwa 25 Jahren wurde der 48 Kilometer lange Abschnitt bereits von 2 Straßenmeistern und 31 Straßenwärtern beaufsichtigt die 9 Lkw, 3 Geräteträger, 4 Kombi-Fahrzeuge und einen Pkw zur Verfügung hatten. Eine besondere Herausforderung ist neben der großen Verkehrsbelastung mit etwa 55 000 Fahrzeugen täglich, der Winterdienst. Die große Salzhalle mit dem hohen Silo gibt davon ebenso Zeugnis wie die stets auf dem neuesten technischen Stand gehaltenen Räum- und Streufahrzeuge, die im Durchschnitt jährlich zwischen 4000 und 6000 Tonnen Salz aufbringen. Ein Straßenmeister, 23 Straßenwärter und zwei Verwaltungsangestellte gewährleisten den Betriebsdienst und werden auch bei etwa 90 Prozent der mehr als 300 Unfälle jährlich benötigt.

An den Reisewochenenden werden mehrmals im Jahr Spitzenbelastungen von über 80 000 Fahrzeugen pro Tag erreicht. Zudem müssen entlang der Autobahn etwa 365 000 Quadratmeter Grünfläche gemäht und etwa 10 000 Quadratmeter Gehölzflächen gepflegt werden. FK