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Seit 70 Jahren glücklich verheiratet

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Das Ehepaar Mathilde und Erich Brandhuber in Traunstein feierte das seltene Jubiläum der Gnadenhochzeit. (Foto: Buthke)

Traunstein. Seine Gnadenhochzeit feierte das Ehepaar Mathilde und Erich Brandhuber dieser Tage in Traunstein. Gnadenhochzeit deshalb, weil es ein Tag der Dankbarkeit und Gnade ist, so viele gemeinsame Jahre miteinander erlebt zu haben. Vor 70 Jahren gaben sie sich während eines Heimaturlaubs des damaligen Luftwaffengefreiten das Ja-Wort.


Gefeiert haben sie ihren 70. Hochzeitstag mit einem von Pater Ferdinand Zech sehr persönlich gehaltenen Gottesdienst in Sondermoning und einem gemütlichen Beisammensein mit der Familie und Freunden beim Goriwirt in Egerer. Auch Oberbürgermeister Manfred Kösterke kam vorbei, um ihnen zu diesem außerordentlich seltenen Hochzeitstag namens der Stadt Traunstein zu gratulieren.

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Kennengelernt haben sie sich in den 1940er bei einem Skiurlaub auf der Jahnhütte bei Hirschberg im Kleinen Walsertal. Beide haben sich sofort ineinander verliebt. Sie ist es, habe er sich gleich gesagt. Und dann sei sie es auch geworden, so Erich Brandhuber. »Wir würden jederzeit wieder heiraten«, erklären beide unisono, denn sie lieben sich wie am ersten Tag.

Mathilde Brandhuber ist in Altenstadt an der Iller geboren und obwohl sie nach dem Krieg mit ihrem Mann nach Traun-stein gezogen ist, hat sie ihren schwäbischen Einschlag in der Sprache bis heute nicht verloren. Als sie sich kennenlernten, arbeitete sie in der Buchhaltung des »Ulmer Stürmers«, der nach der NS-Zeit wieder »Ulmer Zeitung« hieß. Erich Brandhuber ist gebürtiger Traunsteiner. Als er seine spätere Frau kennenlernte, studierte er Jura und musste dann zum Militär einrücken. Um in den unsicheren Zeiten eine Familie zu gründen, wurde 1943 in Ebersberg standesamtlich geheiratet. Die kirchliche Trauung erfolgte in Traunstein durch den späteren Stadtpfarrer Georg Els. Für Els war es übrigens die erste Trauung, die er vornahm. Das Brautpaar war damals 22 Jahre alt. Neun Monate später kam die erste Tochter zur Welt. Eine zweite bekamen sie später noch. Heute haben die Brandhubers bereits drei Enkel und zwei Urenkel.

Nach dem Krieg setzte Erich Brandhuber sein Jurastudium in München fort und trat nach dem Staatsexamen Anfang der 1950er als Rechtsanwalt in die Steuerkanzlei seines Vaters in Traunstein ein, die er ein paar Jahre später übernahm und bis 1988 weiterführte.

Mathilde und Erich Brandhuber leben in ihrem Häuschen in Traunstein. Beide sind trotz ihrer 92 Jahre noch so agil, dass sie den Haushalt noch eigenständig führen. Die Töchter schauen jedoch regelmäßig nach dem Rechten. Der ganze Stolz von Mathilde Brandhuber ist ihr Garten, den sie hegt und pflegt. »Sie streichelt alle Blumen einzeln«, meint er augenzwinkernd. Die große Passion von Erich Brandhuber war das Motorradfahren. Noch bis vor einem Jahr war er mit seinen Oldtimern, einer Triumph BDG 250, Baujahr 1949, und einer BMW R 27, Baujahr 1963, insgesamt über 300 000 Kilometer – am liebsten auf Alpenpässen – unterwegs. Als er im vergan-genen Jahr einen Unfall hatte, der Gott sei Dank glimpflich verlief, trennte er sich schweren Herzens von seinen »Schnauferln«.

Als »Geheimnis« ihres so langen harmonischen Zusammenseins nennen sie ihre tiefe Liebe und Zuneigung zueinander, die bis heute bestehen. Und auch das Vermögen, nicht nur in guten, sondern auch in schwierigen Zeiten, die es ohne Zweifel auch gegeben hat, zusammen zu stehen. Bjr