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Seit 65 Jahren hält das Ehepaar Kriegenhofer eisern zusammen

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Bürgermeister Martin Fenninger freut sich, Helene und Konrad Kriegenhofer zur Eisernen Hochzeit auch im Namen der Gemeinde Wonneberg gratulieren zu dürfen. (Foto: Caruso)

Wonneberg – Helene und Konrad Kriegenhofer aus Hoggen sind seit 65 Jahren verheiratet. Einen wichtigen Grundsatz haben sie dabei stets beherzigt: »Wir müssen immer zusammenhalten. Das ist unser Rezept für eine erfolgreiche Ehe.«


Die beiden kannten sich zwar schon aus der Schule, »aber die Liebe ist erst beim Dirndlkranzl in Weibhausen entflammt«, erzählt die 84-jährige Helene. Sie sitzt zuhause neben ihrem Gatten am festlich gedeckten Kaffeetisch, an dem sich die ganze Familie versammelte, um mit den Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern zu feiern. »Man muss einfach miteinander reden und den Partner akzeptieren, muss zusammenhalten und sich gegenseitig achten«, sind sich die beiden einig. Anders gehe es auch gar nicht, wenn man drei Kinder erziehen und arbeiten müsse.

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Helene Kriegenhofer stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien und kam nach zweijähriger Flucht 1946 nach Bayern. Ihr Mann Konrad wurde in Wonneberg geboren. Er erlernte den Beruf des Zimmerers, den er auch immer ausübte. »Viele Häuser in der Gegend tragen unter dem Dach Balken, die er noch von Hand mit Bundhacke und Breitbeil zu Kantholz behaute«, sagt Sohn Konrad jr.. Er ist der älteste von drei Kindern, die aus der Ehe hervorgingen. Seine beiden Schwestern heißen Anneliese und Gerlinde. Auf die drei Kinder ist das Jubelpaar ebenso stolz, wie auf die sieben Enkel- und die sieben Urenkel. Der Kleinste heißt Leo, ist 14 Monate alt und schenkt Uroma und Uropa ein freundliches Lächeln.

Am 20. November 1951 heirateten Helene und Konrad Kriegenhofer standesamtlich. Einen Tag später wurden sie in Maria Eck kirchlich getraut. Gemeinsam bauten sie ihr Haus in Hoggen, das in all den Jahren immer wieder mal umgebaut und vergrößert worden ist. Als Hausfrau musste Helene da natürlich auch kräftig mithelfen, denn ihr Mann machte fast alles selber. Überdies hatte sie alle Hände voll zu tun mit den Tieren, die die Familie auf dem Anwesen hielt: Schafe, Tauben, Hühner, Enten und Hasen.

»Hennen haben wir immer noch ein paar«, sagt der 86-jährige Konrad Kriegenhofer dem Bürgermeister Martin Fenninger zum Ehejubiläum im Namen der Gemeinde gratuliert und neben einem Präsentkorb auch ein Geschenk samt einem Glückwunschschreiben von Ministerpräsident Horst Seehofer überreicht. »Es war mir schon wichtig, dem Paar zu gratulieren, denn Konrad Kriegenhofer war bis 1996 insgesamt 30 Jahre Mitglied des Gemeinderats«, betont der Bürgermeister.

Die Jubilare freuen sich darüber. Ihr Alter ist ihnen kaum anzusehen, sie wirken frisch und aktiv. Doch vor allem erkennt man, dass sie einander lieben und brauchen, auch nach 65 gemeinsamen Jahren kein bisschen weniger als zu Beginn ihrer Ehe.

Konrad Kriegenhofer beteiligte sich auch überaus rege am Gemeindeleben und setzte sich viele Jahre lang in der Vorstandschaft des Arbeiter- und Burschenvereins Wonneberg für deren Belange ein. Seine ganz große Leidenschaft galt aber den Bergen. Er nutzte jede freie Minute, um im Gebirge zu wandern. Mit seinem Bruder Hans oder in der Gruppe, auf bequemen Almwegen oder auf anspruchsvollen Gipfel- und Klettertouren lernte er so vor allem die Gebirgsregionen in den Alpen bestens kennen. »Weil meine Frau nicht schwindelfrei ist, blieb sie lieber zuhause.«

Früher werkelte sie viel in ihrem großen Obst- und Gemüsegarten. Die Mühen lohnten sich, denn die Blumenfreundin gewann auch mehrere Blumenschmuckwettbewerbe. Obwohl sie vor einigen Jahren aufgrund einer Erkrankung und zahlreicher Operationen ein Bein verlor, versorgt sie bis heute ihren Haushalt praktisch noch alleine. Besonderen Spaß macht ihr aber nach wie vor das Stricken. Als talentierte Strickerin wagte sich auch an unzählige raffinierte Strickmuster heran und versorgte so die Familie nicht nur mit Socken und Pullovern, sondern auch mit aufwändigen Trachtenjacken. »Eine wertvolle Inspirationsquelle war ihr dabei Lisl Fanderl«, erinnert sich Tochter Gerlinde. »Heute strickt sie noch für gute Zwecke.« ac