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Seit 65 Jahren ein Ehepaar

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Renate und Siegfried Hübner feierten am Mittwoch ihre Eiserne Hochzeit. (Foto: Mix)

Traunreut – Eiserne Hochzeit feierten Renate und Siegfried Hübner am gestrigen Mittwoch. Am 30. August 1952 hatten sie sich in ihrer alten Heimat in Löbau in der sächsischen Oberlausitz das Jawort gegeben.


Renate und Siegfried lebten in ihrer Jugend in der gleichen Straße in Löbau, »wir wohnten gleich gegenüber«, erzählt der Ehemann. Man kannte sich, traf sich ab und zu und irgendwann hat es dann gefunkt zwischen den beiden. Ein Jahr später wurde geheiratet. Sie war damals gerade erst 21 und er 22 Jahre alt.

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Siegfried Hübner arbeitete damals als Betriebs-Elektriker in einer großen Tankstelle in seiner Heimatstadt und seine junge Frau war staatliche Angestellte im statistischen Amt. Die zunehmende Überwachung und die Tatsache, dass man nie wusste, wem man trauen darf, bewog das Paar schon bald, Pläne für einen Umzug in den Westen zu machen. Es war allerdings nicht ganz einfach und musste genau durchdacht sein. Noch vor dem Mauerbau gelang den beiden über das Erzgebirge die Flucht. Sie verwirrten die Polizei und Behörden damals, indem sie mehrmals ins Erzgebirge fuhren, von den Ausflügen jedoch immer wieder zurückkehrten.

Eines Tages fuhren sie dann aber mit dem Motorroller und nur mit einem einzigen kleinen Koffer weiter bis nach Berlin. Von dort ging es kurze Zeit später nach Paderborn, wo Siegfried Hübner Arbeit als Kontrolleur bei Nixdorf fand. 1970 kamen die beiden schließlich nach Traunreut. Die Arbeit führte sie hierher und auch die Liebe zu den Bergen. Siegfried Hübner war bis zur Rente bei der Firma Heidenhain angestellt, seine Frau bei der Firma Compakta. Die Ehe der beiden blieb kinderlos.

In die alte Heimat konnte das Paar nicht mehr, so lange es die DDR gab. »Die Einreise war uns verboten. Ich durfte damals nicht einmal zur Beerdigung meiner Eltern rüber«, erinnert sich der 87-Jährige. Seit die Mauer weg ist, waren die beiden mehrmals wieder in Sachsen zu Besuch. Auf Dauer dort leben wollten sie aber nicht mehr.

Gemeinsam unternahmen sie in all den Jahren viele schöne und große Reisen, waren oft wochenlang unterwegs und haben, wie Siegfried Hübner sagt, »die ganze Welt gesehen«. Am besten habe ihnen Brasilien gefallen. Als zweites Hobby neben dem Reisen führt er das Bergsteigen an. Als Mitglied der Alpenvereins-Sektion Traunstein war er viel in den Bergen unterwegs und wurde dabei auch oft von seiner Frau begleitet.

Nach dem Rezept für eine so lange Ehe gefragt, betont der Mann: »Man muss die gleiche Gesinnung haben und die gleichen Interessen.« Da seine Frau inzwischen in manchen Bereichen Unterstützung braucht, kümmert sich der rüstige Rentner liebevoll um sie. Dass es ihnen trotz des hohen Alters noch recht gut geht, führt er unter anderem darauf zurück, dass er seit mehr als 40 Jahren regelmäßig Wasser für sie beide aus der Quelle in Adelholzen holt.

Zum besonderen Ehrentag der Eisernen Hochzeit gratulierte Bürgermeister Klaus Ritter dem Jubelpaar und überreichte einen Geschenkkorb. Auch Grüße und ein Geschenk vom Bayerischen Ministerpräsidenten hatte das Stadtoberhaupt für das Paar dabei. mix

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