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Seit 60 Jahren gibt es den BRK-Glückshafen

Der Losstand des Traunsteiner Kreisverbandes des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) steht auf vielen Märkten, Volksfesten und anderen Veranstaltungen im Landkreis. Seit nun genau 60 Jahren lockt er jung und alt an, mit ein paar Münzen sein Glück zu versuchen. Angenehmer Nebeneffekt: Jährlich bleibt eine fünfstellige Summe für soziale Zwecke übrig; im vergangenen Jahr waren es rund 20 000 Euro, wie BRK-Kreisgeschäftsführer Kurt Stemmer in einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt berichtete.

Florian Zeltsperger von der BRK-Bereitschaft Traunstein hilft einer Kundin beim Aussuchen ihres Gewinns. Den Glückshafen des BRK-Kreisverbandes gibt es seit 60 Jahren. Jährlich erwirtschaftet er einen fünfstelligen Betrag für soziale Zwecke im Landkreis.

Für viele ist es eine lieb gewonnene Kindheitserinnerung und lange gepflegte Tradition, sich ein paar Lose zu kaufen, wenn sie den Glückshafen des Roten Kreuzes auf einem Markt oder Volksfest entdecken. Und wenn sie lauter Nieten ziehen, dann haben sie doch die Gewissheit, mit dem eingesetzten Geld etwas Gutes getan zu haben. Das bestätigt BRK-Kreisgeschäftsführer Kurt Stemmer. »Der Gewinn aus dem Glückshafen fließt in unsere ehrenamtliche und soziale Arbeit«, berichtet er und nennt zwei Beispiele: das Essen auf Rädern und den Katastrophenschutz.

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Was heute für viele ein kleiner Spaß ist, entstand um 1816 als Wohltätigkeit für die Armen: Damals machten gestiegene Getreidekosten den Münchnern schwer zu schaffen. Kleine Mädchen stellten die Papierlose her und die königliche Familie kaufte große Mengen an Losen und verteilte sie an Bedürftige. Hauptpreise waren damals Silber, Porzellan, Schmuck, Strümpfe, Pfeifenköpfe und kleine Bilder des Königs. Der BRK-Losstand ist in diesem Jahr bei 25 Veranstaltungen im Einsatz und kann von jedem Organisator angefordert werden. Meist wird er von den Ehrenamtlichen der örtlichen BRK-Bereitschaft betreut. Birgit Zimmermann, Sabrina und Martin Steiger sowie Florian Zeltsperger von der BRK-Bereitschaft Traunstein sind meist zweimal pro Jahr im Glückshafen im Einsatz. »Manche haben Probleme, sich bei den kleineren Gewinnen etwas auszusuchen«, berichtet Martin Steiger, »denn sie haben schon viele Sachen aus dem Losstand zu Hause, da sie regelmäßig zu uns kommen.«

Rudi Zwesper aus Fridolfing verwaltet den Glückhafen seit 20 Jahren. Im Frühjahr besucht er spezielle Messen, auf denen er sich über neue Artikel informiert. Mit einem Katalog stellt er dann sein Warenangebot zusammen. Zu den Hauptgewinnen zählt seit vielen Jahren ein großer Plüschbär neben Elektroartikeln wie etwa Kaffeemaschine, Elektrogrill, Toaster, Waffeleisen oder ein moderner Reisekoffer. Die Augen der Kinder bleiben am Spielzeug hängen – sie hoffen, das Los für einen ferngesteuerten Lkw oder eine bunte Discokugel zu ziehen.

Die nächsten Standorte für den BRK-Glückshafen sind in nächster Zeit der Markt in Traunreut und der Michaelimarkt in Grassau. cs