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Seit 50 Jahren Hebamme

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6632 Entbindungen in 50 Jahren: Hilke Ehlers kann auf ein ausgefülltes Berufsleben zurückblicken. (Foto: Burghartswieser)

Ruhpolding. Es war der 3. Juli 1963 im Krankenhaus Fulda. Hilke Ehlers wurde zur ersten Entbindung als Hebamme gerufen. Inzwischen wurden es 6632 Entbindungen – mehr als Ruhpolding Einwohner hat. Dankbar blickt Ehlers auf 50 Jahre Berufserfahrung zurück.


Erst relativ spät kam sie zu diesem Beruf. Zunächst studierte sie Grafik und Werbewissenschaften. Durch ihren Mann, einen Gynäkologen, kam sie aber doch noch dazu, Hebamme zu werden. »33 Jahre war ich alt, als ich die erste Entbindung leitete«, erinnert sie sich. »Das Kind kam in Blitzeseile zur Welt, beinahe hätte ich es übersehen«. Oft kam es vor, dass auch Mütter mit ihren schwangeren Töchtern zu ihr kamen, um vor der Geburt noch das Wichtigste zu erfahren und zu besprechen.

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41 Jahre ist Ehlers nun in Bayern und hat von 1976 bis 1985 im Krankenhaus Traunstein gearbeitet. 1985 hat sie ihre letzte Entbindung geleitet und ist nun in der Vor- und Nachsorge der Mütter tätig. »Für mich war Hebamme zu sein kein Beruf, es war mein Schicksal«, meint sie. Sie war die erste und lange die einzige Hebamme, die eine umfassende Schwangerschaftsvor- und Nachsorge anbot.

Hausgeburten hat sie immer abgelehnt. »Wer wie ich in der Praxis erlebt hat, was für Komplikationen während der Geburt auftreten können, hat den Vorzug einer Kinderstation und eines nahen Operationssaales zu schätzen gelernt«. Darum ist auch während der Geburt nie ein Kind gestorben. »Gerade als Hebamme braucht man den Herrgott so dringend«, bestätigt die Katholikin. »Darum geht an erster Stelle mein Dank an unseren Herrgott, der 50 Jahre lang mein Schutz und Schirm war«.

Groß ist die Anerkennung »ihrer Mütter«. Ans Aufhören denkt sie noch nicht. Obwohl sie bei keiner Entbindung mehr dabei ist, übernimmt Hilke Ehlers Geburtsvorbereitungskurse sowie die Vor- und Nachsorge der Wöchnerinnen mit. Ihre Tipps sind nämlich immer noch gefragt. hab