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Seit 40 Jahren für den Naturschutz aktiv

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Der Bundes- und Landesvorsitzende des Bund Naturschutz, Prof. Dr. Hubert Weiger, übergab der Kreisvorsitzenden Beate Rutkowski Tafel und Urkunde zum 40-jährigen Bestehen.

Traunstein. Mit einem Festakt im Rathaus feierte die Kreisgruppe Traunstein des Bundes Naturschutz (BN) ihr 40-jähriges Bestehen. Festredner war der Bundes- und Landesvorsitzende Prof. Dr. Hubert Weiger. Nach dem Festakt wurde in der »Alten Wache« eine Ausstellung eröffnet, die plakativ die wichtigsten Aktionen und Projekte der Kreisgruppe in den vergangenen vier Jahrzehnten darstellt.


Weiger wies auf die gute Grundstimmung in der Kreisgruppe hin, deren Arbeit fast ausschließlich ehrenamtlich geleistet werde. Die Kreisgruppe Traunstein habe laut Weiger nicht nur den Mut gehabt, oftmals »Nein« zu sagen, sondern sei auch aktiv geworden. Als Beispiele nannte er die Arbeitsleistung bei der Renaturierung von Mooren oder Aufforstungsaktionen gegen das Waldsterben im Landkreis. Der BN habe landesweit in den vergangenen Jahren einen Paradigmenwechsel im Denken herbeigeführt, beispielsweise bezüglich der Waldwirtschaft und der bäuerlichen Landwirtschaft.

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Seit 1972 konnte viel bewegt werden

Einen kurzen Rückblick auf die vergangenen 40 Jahre der Kreisgruppe gab die Vorsitzende Beate Rutkowski. Angesichts von Problemen wie Müllbeseitigung, Flurbereinigung und Schutz von Mooren sei die Kreisgruppe im Dezember 1972 gegründet worden. Seit dieser Zeit sei viel bewegt worden. Der BN trage dazu bei, dass der Naturschutz einen anderen Stellenwert habe.

Als Höhepunkte der Arbeit der Kreisgruppe nannte sie unter anderem die Renaturierung der Kendlmühlfilzen, der Schönramer Filze und des Ödmooses, die Rettung des Geigelsteingebiets und des Tüttensees. Beim Artenschutz wies sie auf die Fledermäuse und die Amphibien hin. Ferner nannte sie den Kampf gegen die Kernenergie und für den Ausbau der Solar- und Windenergie, den Einsatz für eine alternative Landwirtschaft mit Unterstützung von Hofläden und regionaler Vermarktung.

Die Arbeit der Kreisgruppe sei geprägt von breiten Bündnissen und Kooperationen, unter anderem mit kirchlichen Institutionen, Agenda Arbeitskreisen, dem Forum Ökologie und den Vereinen zur Landschaftspflege. Bildungsarbeit werde durch Veranstaltungen, Informationsstände, Aktionstage, Podiumsdiskussionen und Jugendarbeit geleistet.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke erklärte, der BN und die Stadt Traunstein seien gute Partner. Es gehe darum, das Bewusstsein der Menschen im Umgang mit der Umwelt zu schärfen und zu lenken. Dabei gelte es, die Menschen mitzunehmen und auch Kompromisse zu schließen. Auf die Gratwanderung zwischen Forderungen des Naturschutzes und der Weiterentwicklung des Landkreises machte Landrat Hermann Steinmaßl aufmerksam.

Der zweite Vorsitzende des Ökomodells Achental, Grassaus Bürgermeister Rudi Jantke, hob die Professionalität des BN hervor. Dessen Aufgabe sei es, fundierte und sachliche, aber auch harsche Kritik anzubringen. Entgegen der Meinung des BN trat er für den Bau eines Fließwasserkraftwerks mit vertretbarem Eingriff in die Natur in der Tiroler Achen ein. »Wir wollen, dass die Elektrizitätsversorgung in Bürgerhand ist«, so Jantke. Bjr