weather-image
26°
Monsignore Franz Niegel feierte seinen 90. Geburtstag im Wohnstift Marquartstein – Weggefährten gratulierten

»Sein Umgang und seine Ausstrahlung prägten das Dorf«

Marquartstein – Seinen 90. Geburtstag feierte Monsignore Franz Niegel mit Wegbegleitern aus Berchtesgaden, Unterwössen, München, Maria Gern, Prien und Rosenheim. Monsignore Niegel war von 1963 bis 1997 Pfarrer von Unterwössen. Seit 2003 lebt er im Wohnstift Marquartstein.

Monsignore Franz Niegel (sitzend) feierte seinen 90. Geburtstag mit Weggefährten (von links): Otto Dufter senior, Pfarrer Hans Durner, ein Studienkollege Niegels, Betreuerin Ursula Vollmuth und Unterwössens Bürgermeister Ludwig Entfellner. (Foto: Giesen)

Die schöne Feier hatte Franz Niegels langjährige Betreuerin Ursula Vollmuth in der Cafeteria des Wohnstifts organisiert. 2011 war ihm an gleicher Stelle der Bayerische Verdienstorden für seine außerordentlichen Verdienste um die Volksmusik verliehen worden. Niegel setzte sich für die Erhaltung und die Wiederentdeckung des religiösen Volkslieds und den Einsatz in der liturgischen Praxis ein. Er war eng befreundet mit den führenden Volksmusikanten Kiem Pauli, Wastl Fanderl, Tobi Reiser und Annette Thoma. 1951 rief er zum Beispiel das berühmte Freisinger Dombergsingen ins Leben.

Anzeige

1926 in Berchtesgaden geboren

Geboren 1926 in Berchtesgaden war Franz Niegel 1948 in das Priesterseminar in Freising eingetreten und studierte Theologie. Zum Priester wurde er 1954 geweiht, wobei Papst Benedikt, der damalige Dozent Dr. Josef Ratzinger, ein guter Freund Niegels, die Primizpredigt hielt. Danach wirkte er als Kaplan unter anderem in Reit im Winkl, Traunstein und Oberwössen sowie vier Jahre lang als Dekan des Dekanats Traunstein. Schon 1979 wurde der beliebte Pfarrer in Unterwössen zum Ehrenbürger ernannt. 1980 erhielt Franz Niegel das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland, 1982 wurde er zum Geistlichen Rat und 1992 von der Kurie in Rom zum Monsignore ernannt. Entsprechend den Vorlieben des Geburtstagskinds untermalten die Walchschmied-Sänger und der Unterreitfelder Dreigesang die Feier im Wohnstift. Als »großartigen, wunderbaren, ehrwürdigen, zufriedenen, immer liebenswürdigen und für alles dankbaren Menschen« bezeichnete Ursula Vollmuth den Jubilar in ihrer Begrüßungsansprache. Ludwig Entfellner, Bürgermeister von Unterwössen, der zusammen mit Marquartsteins Bürgermeister Andreas Scheck gratulierte, sagte, dass es nicht viele Leute gebe, die das Dorf so geprägt hätten, wie Franz Niegel. Durch seine Ausstrahlung und seinen besonderen Umgang mit den Leuten habe er dem Dorf »ungeheuer viel gegeben«. Pfarrer Hans Durner, ein Studienkollege Niegels, sprach ein Gebet und Hauspfarrer Hans Krämmer besprach einen besonderen Psalmentext. In einer kleinen Ansprache erinnerte Krämmer an den guten Rat, den ihm selbst als jungem Pfarrer Franz Niegel einmal gegeben habe und mit dem er immer gut gefahren sei: »Du musst die Menschen gern haben«.

Im Verlauf der Feier erzählten mehrere alte Freunde Anekdoten über Erlebnisse mit Franz Niegel, der auch begeisterter Bergwanderer und Skifahrer war. Gabi Dollinger vom Berchtesgadener Freundeskreis erzählte von der Primizfeier Niegels, die zugleich ein Sänger- und Musikantentreffen aller namhafter Volksmusikanten war.

»Eine Perle der Volksmusik«

Otto Dufter senior sagte, Franz Niegel habe aus Wössen »eine Perle der Volksmusik« gemacht. Fritz Mayr, ehemaliger Leiter der Volksmusikabteilung des Bayerischen Rundfunks, spielte dem Jubilar den Holzhackermarsch auf der Maultrommel. Kathi Greinsberger von den Fischbachauer Sängerinnen, die kürzlich ihren 85. Geburtstag gefeiert hatte, erzählte von früher. Gleichsam als ideelles Geschenk des Hauses spielte Musikschülerin Mirjam Netzer zwei Stücke auf der Violine, bevor die Feier mit dem Andachtsjodler und einem von allen gesungenen Lied ausklang. gi