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Sein Leben mit anderen teilen

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Mehr als 17 000 Follower hat Miriam auf Instagram. Dieses Foto kam auf ihrer Seite besonders gut an.

Chieming – Mit ihren Beiträgen über Familie, Leben und Ernährung hat Miriam Nadine aus Chieming einen Nerv getroffen. Die 30-Jährige veröffentlicht als »miriamnadine« täglich Beiträge auf Instagram. Mehr als 17 000 Menschen folgen ihrem Profil inzwischen. Wie es zu dieser Zahl gekommen ist und welche Themen ihr wichtig sind, hat Miriam im Interview erzählt.


Lange hat sich die 30-Jährige dagegen gewehrt, sich bei Instagram anzumelden. »Ich habe mir immer gedacht, Facebook, das reicht schon.« Irgendwann hat sie dann doch mal angefangen, bei Instagram Fotos hochzuladen. »Die Filter zum Bearbeiten waren ja ganz nett, aber sonst fand ich's stinklangweilig.« So richtig Spaß daran gefunden hat Miriam dann erst, als sie schwanger wurde. Es fand vor allem ein Austausch mit anderen Mamas statt. Zu diesem Zeitpunkt schossen auch die Follower-Zahlen nach oben. »Das ging auf einmal blitzartig«, erinnert sich Miriam. Erst waren es nur 1000, doch es ging ständig weiter nach oben – heute folgen ihrem Blog rund 17 000 Menschen.

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Zunächst hat die Chiemingerin überwiegend über ihre Schwangerschaft, nach der Geburt dann über das Leben mit ihrem kleinen Sohn Max Beiträge veröffentlicht. »Das Thema Kind alleine war relativ schnell ausgelutscht«. Hinzu kamen deshalb Posts über Inneneinrichtung, Lifestyle, Ernährung und das Leben als Familie. Zur Zeit postet die 30-Jährige überwiegend zum Thema »Nachhaltigkeit«. Sie und ihre Familie, dazu gehört neben Sohn Max auch noch Freund Peter, leben inzwischen viel minimalistischer als früher, haben ihr eigenes Konsumverhalten stark geändert. »Nachhaltiges Leben bedeutet nicht gleich Öko«, sagt Miriam. Das möchte sie anderen zeigen und sie vielleicht auch zum Nachdenken anregen.

Zusammenarbeit mit bekannten Firmen

Wann und in welcher Form Miriam ihre Beiträge veröffentlicht, hat sie inzwischen gut geplant. Das liegt auch daran, dass sie Verträge mit einigen Firmen hat, von denen sie wiederum Vorgaben für ihre Posts bekommt. Zusammengearbeitet hat sie zum Beispiel schon mit Bioteaque, Dehner, MyMüsli oder L'Oreal. »Aufgrund terminlicher Absprachen mit den Firmen poste ich dann an bestimmten Tagen oder verwende einen bestimmten Hashtag.« Die 30-Jährige achtet auch darauf, dass sie nicht mehrmals hintereinander über gleiche Themen Beiträge verfasst. »Ich baue meine Seite so auf, dass jeder etwas findet. Viele Follower sind nur an Max oder unserer Wohnung interessiert, andere nur am Lebensstil.«

Drei bis vier Stunden täglich nimmt sich Miriam für ihre Instagram-Seite im Schnitt Zeit. »Auch wenn man häufig am Smartphone hängt, der Aufwand lohnt sich«, sagt die Chiemingerin. Sie achtet vor allem auch darauf, dass sie nicht die ganze Zeit vor ihrem Sohn am Handy ist. Ihr Freund Peter unterstützt Miriam und ihren Blog. »Ihn spann' ich auch regelmäßig zum Fotografieren ein.«

Die 30-Jährige überlegt sich auch gut, was sie in ihren Beiträgen oder Storys sagt. »Ich stelle mir dann immer vor, ich stehe auf der Bühne in der ausverkaufen Olympiahalle. Ist es für mich ok, all diesen fremden Menschen etwas Privates über mich zu erzählen?« Dasselbe gilt auch für Miriams Bilder. Ihr zweijähriger Sohn Max ist zum Beispiel immer nur verdeckt oder von der Seite zu sehen. Sein Gesicht zeigt sie nie ganz. »Ich möchte keinen digitalen Fame um jeden Preis. Ich hätte sicher noch mehr Follower, wenn ich ihn ganz zeigen würde.«

»Jeder bekommt von mir eine Antwort«

In der Region wird Miriam immer wieder erkannt – und manchmal auch angesprochen. »Das ist dann manchmal schon seltsam. Dir steht jemand gegenüber, der dich und dein Leben 'kennt'.« Da ihr der Austausch mit ihren Followern auch sehr wichtig ist, bekommt die Chiemingerin täglich auch sehr viele Nachrichten. »Momentan sind es 40 unbeantwortete Anfragen«, erzählt sie. Auch, dass jeder von ihr eine Antwort bekommt. Doch das könne manchmal etwas dauern, denn Miriam kümmert sich nicht nur um ihre Familie, sondern ist auch noch als Physiotherapeutin berufstätig.

Darüber nachgedacht, irgendwann mit Instagram aufzuhören, hat Miriam bisher noch nicht. »Es macht mir Spaß und momentan nervt es mich überhaupt nicht«. Zwar findet sie es schön, viele Leute zu erreichen, »aber 50 000 oder 100 000 Follower muss ich nicht haben«, sagt die Chiemingerin. »Wichtig ist mir nur, dass mir Leute folgen, die sich wirklich für mich interessieren.« jar

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