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Sein beißender Spott trifft alle

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Ein Prosit auf die weißblaue Gemütlichkeit, für die die Bayernpartei steht (von links): Heinz Wallner, Hubert Dorn und Alfons Baumgartner. (Foto: H. Eder)

Chieming. Mit einer Rede in Bierzeltmanier setzte Bayernpartei-Generalsekretär Hubert Dorn den Schlusspunkt der Harter Festwochen. Den Fans gefiel's, und sie spendeten reichlich Beifall, wenn er weder an Christian Ude und seinen »rotgrünen Phantasten« noch an »Chamäleon« Horst Seehofer auch nur ein gutes Haar ließ. Die Festdekoration in und um Hart lieferte das Sinnbild für ein Bayern nach seinen Vorstellungen: »Da hängen überall weißblaue Fahnen und Girlanden, nur die schwarz-rot-goldene Fahne weht auf Halbmast«. Solche »Harter Verhältnisse sollten überall in Bayern herrschen«, wünschte er sich.


Natürlich konnte er sich einen Seitenhieb nicht verkneifen, dass eigentlich der »Schüttel-Schorsch«, der frühere CSU-Fraktionsvorsitzende Georg Schmid, hätte sprechen sollen, ehe er über die Verwandtenbeschäftigung gestolpert war. Dies nahm Dorn zum Anlass, Spott über das gesamte bayerische Kabinett auszugießen, in dem jeder einzelne seine Skandälchen produziert und vielfach in alle möglichen Fettnäpfchen getreten sei.

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»Eine Alternative wäre so wichtig zur Regierung Seehofer«, so Dorns Stoßseufzer. Diese sieht er aber nicht in der aktuellen Opposition, schon gar nicht in Ude. Mit diesem habe er sogar Mitleid: »Er muss acht Wochen Wahlkampf machen, hat aber keine Chance«. Ude sei mitverantwortlich dafür, dass München von einer »Weltstadt mit Herz« zu einem »multikulturellen Zentrum, zu einer austauschbaren Metropole« geworden sei. In München komme man sich vor »wie in einer Berliner Reisegruppe auf dem Weg durch Istanbul«. Daran sei Ude zwar nicht schuld, aber er habe auch nichts dagegen getan.

Lob für die Harter Jubiläumsvereine

In diesem Zusammenhang lobte er auch die beiden Harter Vereine, die die Festwoche gemeinsam auf die Beine gestellt hatten. Und er forderte, die Politik sollte das Ehrenamt steuerlich besser anerkennen. Wichtig war ihm auch der Appell, nicht noch weitere Gebiete »für Aldi und Lidl zuzubetonieren«. Von daher werde die Bayernpartei, wenn sie es denn in den Landtag schafft, als erstes den Landesentwicklungsplan ändern.

So sieht Dorn seine Partei dort anfangen, wo die CSU ihre Vitalität verloren habe; diese sei ein »zahnloser Gummilöwe im Wachkoma«. Daher brauche man eine Regierung, die anpacke: »Sonst geht das Land vor die Hunde«. So appellierte Dorn an die Besucher, am 15. September die Bayernpartei zu wählen, »damit das Land mit seiner schwarzen Vergangenheit eine weißblaue Zukunft bekommt«.

Zu Beginn des Abends hatten sich noch die Kandidaten Sepp Lausch aus Rosenheim und Heinz Wallner aus Chieming vorgestellt. Lausch sieht »Lug, Trug und Ungerechtigkeit schon fast als Prinzip der heutigen Politik«. Dagegen, vor allem gegen Korruption und Lobbyismus, wolle die Bayernpartei ein Zeichen setzen. Der ehemalige CSU-ler Wallner meinte, vor einem Jahr hätte er noch jeden für verrückt erklärt, der prophezeit hätte, dass er heute hier als Bayernpartei-Kandidat stehen würde. Umso mehr gelte jetzt sein Dank der Bayernpartei, die ihn aufgenommen und ihm die Möglichkeit gegeben habe, für den Bezirkstag zu kandidieren. »I bin oana von do«, warb Wallner für sich, mit einer soliden Verwurzelung in der Region.

Mit dem Kesselfleischessen und einer bunten Tombola klang die Festwoche aus. Für die Verlosungen waren Kreisrat Anderl Holzner und Ex-Miss-Chiemgau Susanne Hausschmid zuständig. he