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»Sehr gute Ergebnisse in allen Bereichen«

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Ruhpolding. »Das Reisejahr 2012 konnte den guten Stand des Vorjahres wiederum verbessern.« So resümierte der bisherige Tourismusdirektor Martin Haßlberger das Ergebnis der vergangenen Tourismussaison. Bei der Jahresversammlung des Verkehrs- und Kulturvereins, die kürzlich im Hotel zur Post stattfand (wir berichteten), legte er die aktuellen Fremdenverkehrszahlen vor. Dabei konnte er über einen Aufschwung bei den Gäste- und Übernachtungszahlen berichten. »Es ist erfreulich, aus dem Tal herausgekommen zu sein. Wir haben sehr gute Ergebnisse in allen Bereichen«, berichtete er. Es war das letzte Mal, dass Haßlberger den Tourismusbericht vorlegte, denn er wird in Ruhestand gehen.


Mit 679 000 Übernachtungen und über 107 500 Gästen sei der Aufwärtstrend bestätigt worden, sagte der scheidende Tourismusdirektor. Daraus errechnet sich bei den Gästeanreisen eine Steigerung von 1,4 Prozent und bei den Nächtigungen von 2,2 Prozent. Somit sei eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 6,2 Tagen zu ermitteln, was in der Auslastung der Gästebetten 132,5 Tage oder 36,3 Prozent bedeute. Die guten Zuwachsraten in der Wintersaison seien auf die Biathlonweltmeisterschaft zurückzuführen, so Haßlberger.

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Biathlon verhindert starken Einbruch im Winter

»Fest steht aber, ohne Biathlonweltcup oder Weltmeisterschaft hätte die Wintersaison einen starken Einbruch«. So sei im Januar dieses Jahres wegen des ausgefallenen Weltcups ein Rückgang der Übernachtungen von 32 000 zu verbuchen, was aber durch den Zuwachs im Februar/März um 47 000 kompensiert wurde. Die Zahlen der Sommermonate beweisen, dass das Vorjahresergebnis gehalten beziehungsweise verbessert werden konnte. »Angesichts der sinkenden Bettenzahlen in Ruhpolding ein absolut gutes Ergebnis«.

Erfreulich sei bei der Betrachtung der Gästeherkunft, dass die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen einen Zuwachs an Übernachtungen zwischen fünf und sieben Prozent brachten. Erstmals nach acht Jahren sei auch bei den Gästen aus Nordrhein-Westfalen wieder eine leichte Steigerung feststellbar. Mit 5,64 Prozent mehr Gästen aus dem Ausland wird nunmehr von dieser Klientel ein Gesamtanteil von 11,3 Prozent gehalten.

»Hotelmarkt gehört aufgebaut«

Beim Vergleich der Betriebsarten stellte Haßlberger fest, dass Hotels, Urlaub auf dem Bauernhof und Ferienwohnungen Steigerungen verzeichnen können, Gästehäuser und Privatvermieter Einbußen hinnehmen mussten. »Die Zukunft des Tourismus wird den Ferienwohnungen und Hotels gehören«, prognostizierte er. Dringend erforderlich seien wieder mehr Gästebetten; gerade der Hotelmarkt gehöre ausgebaut.

Er ging auch auf die »eXtra«- Gästekarte ein, mit der die Gäste »nach wie vor sehr erfreut und zufrieden sind«. Durch die Eigenverwaltung der Karte würde man sich im Gegensatz zu anderen Systemen erhebliche Kosten sparen. Insgesamt seien über 93 300 eXtra-Karten ausgegeben worden, von denen 62 000 genutzt wurden. Er ging in diesem Zusammenhang auf die »Neiddebatte in Ruhpolding« ein, wonach immer wieder moniert wird, dass Gäste die touristischen Freizeiteinrichtungen aufgrund dieser Gästekarte kostenlos nutzen können, die Einheimischen aber zu bezahlen haben. »Das ist so nicht haltbar, denn der Gast zahlt über den Beitrag der eXtra-Karte für die touristischen Infrastruktureinrichtungen mit«, betonte Haßlberger.

Ruhpolding, so der scheidende Tourismusdirektor, sei nach wie vor einer der führenden Tourismusorte in Bayern. Das solle man nicht schlechtreden, und man dürfe auch nicht in eine Lethargie verfallen.

Abschließend wagte Haßlberger einen Rückblick auf seine über 20-jährige Dienstzeit. »Es war eine gute und arbeitsreiche Zeit mit vielen Höhen und Tiefen«, resümierte er. Auch er sei nicht vor Fehlern verschont geblieben. An die Gekommenen appellierte er, seinem Nachfolger Markus Stuckmann eine Chance zu geben und ihm zur Umsetzung seiner Ziele die nötige Zeit zu lassen. Sicher werde Stuckmann neue Schwerpunkte setzen, meinte er und schloss mit den Worten: »Es war schön, für den Ruhpoldinger Tourismus zu arbeiten«. hab