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Sehr erfolgreiche Zuchtviehversteigerung in Traunstein

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Gleich sechs Stiere wurden beim Zuchtviehmarkt in Traunstein an die Besamungsstationen verkauft. Die glücklichen Verkäufer sind (von links): Johannes Friedrich, Gumpertsham, Heinrich Plenk, Gschwall, Hasholzner Anton, Ranham, Josef Deutinger, Ferteln, Georg Hofstetter, Benning, und Michael Huber, Steinrab.

Traunstein. Ein genetisch sehr breites Angebot führte beim Großviehmarkt des Rinderzuchtverbandes Traunstein dazu, dass Käufer von fünf Besamungsstationen kamen. Bei mehreren Winkerduellen wurde für sechs Stiere ein durchschnittlicher Preis von über 12 000 Euro erzielt. Durch eine hohe Nachfrage aus Norddeutschland zogen auch die Preise für die Natursprungstiere deutlich an. Qualitätsbezogen erfolgte der Zuschlag bei Natursprungstieren zum Teil über 2000 Euro. Eine hohe Nachfrage nach Jungkühen für den italienischen bzw. holländischen Markt bei den Jungkühen führte zu einer regen Versteigerung. Der durchschnittliche Preis lag für die 86 verkauften Jungkühe bei 1768 Euro. Die sieben Zweitkalbskühe wurden bei hervorragender Qualität für im Mittel 1943 Euro verkauft.


Den teuersten Stier des Februarmarktes züchteten Anton und Sabine Hasholzner aus Ranham. Der Wille-Sohn aus einer Rainer-Tochter wechselte für 26 000 Euro in den Besamungseinsatz. Zwei Faktoren waren für den hohen Preis hauptsächlich verantwortlich. Mit einem Gesamtzuchtwert von 139 ist dieser Wille-Sohn an 16. Stelle von 950 getesteten Wille-Söhnen. Keine Wünsche offen lässt auch die Mutter des Stieres. Die sehr tiefrumpfige Mutter weist derzeit eine durchschnittliche Laktationsleistung von 13 000 Kilo Milch auf. Trotzdem hat sie keine Probleme mit der Fruchtbarkeit. Ihre Zwischenkalbezeit be-trägt 368 Tage bei vier Kalbungen. Nicht wesentlich weniger kostete ein Wiggal-Sohn, der bei 20 500 Euro den Zuschlag erhielt. Dieser Stier entstammt aus einer bekannten Kuhlinie des Zuchtbetriebes Georg Hofstetter aus Benning, Vogtareuth. Beide Stiere gehen bei der Station Bauer in Wasserburg zum Einsatz.

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Mit 11 000 Euro lag auch der drittteuerste Stier des Marktes im fünfstelligen Bereich. Susanne Böhm von der Besamungsstation Greifenberg ersteigerte diesen Willenberg-Sohn aus dem Zuchtbetrieb Beilmaier aus Rabenden. Die Familie Beilmaier hatte beim Ankauf der Mutter des Stieres als 1er Jungkuh auf dem Traunsteiner Markt ein glückliches Händchen. Aufgezogen wurde dieser Stier von Josef Deutinger aus Ferteln. Mit 8000 Euro lag auch der Indossar-Sohn aus dem Zuchtbetrieb Michael Huber aus Steinrab deutlich über dem Grundpreis für Zuchtstiere. Diesen ersteigerte Andrea Brunner für die Besamungsstation Neustadt. Ein überragendes Exterieur von Stier und Mutter rechtfertigt auch diesen Preis.

Zum Grundpreis von 3500 Euro wechselten noch zwei weitere Stiere den Besitzer. Ein Indossar-Sohn aus dem Zuchtbetrieb Hans Friedrich aus Gumpertsham bei Heiligkreuz geht in Höchstädt in den Besamungseinsatz. Ein später Bosbo-Sohn aus dem Zuchtbetrieb Herbert Rothmayer aus Albersberg, Gemeinde Riedering, wird bei der Besamungsstation Bayern Genetik getestet.

Die Zweitkalbskühe überzeugten durch gute Milchleistungen und ein gutes Exterieur. Die Preisspanne lag zwischen 1800 und 2200 Euro. Die teuerste Jungkuh der Wertklasse 1 brachte dem Züchter Manfred Grafetstetter aus Armutsham bei Heiligkreuz einen Nettoerlös von 2300 Euro. Renato Miccoli kaufte sie an. Die teuerste Jungkuh des Marktes stellte allerdings Josef Sichler aus Grassau. Er hatte sie von Felix Hagenauer aus Reit, Gemeinde Surheim, als Kalb zugekauft. Einem Mühldorfer Züchter war diese Jungkuh 2700 Euro wert. Insgesamt wurde sehr quali-tätsbezogen eingekauft. 23 Jungkühe erzielten einen Versteigerungspreis über 2000 Euro. 19 Jungkühe mussten jedoch auch für Preise unter 1500 Euro abgegeben werden. Ursache für geringere Erlöse sind in der Regel geringere Milchleistungen, eine unterdurch-schnittliche Melkbarkeit bzw. zu leichte Kühe. Jungkühe mit nur 500 Kilo Körpergewicht müssen deutliche Preisabschläge akzeptieren.

Nur 16 Zuchttiere verblieben im eigenen Gebiet. 39 Zuchttiere wurden nach Norditalien, Südtirol und an Jan Kühnen aus Holland verkauft. Die meisten Zuchttiere – über 50 – verbleiben in Bayern, wobei aber einige Jungstiere durch Vermittlung der Bayern Genetik nach Norddeutschland weiter verkauft werden. Die nächsten Markttermine sind der 5. März für Kälber, sowie der 20. März für Großvieh.

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