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»Sehr deftige« Mieterhöhungen im k1

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Die Mietpreise des k1 in Traunreut werden teilweise beträchtlich erhöht. Der Hauptausschuss segnete die neue Preisliste in seiner Sitzung einstimmig ab. Für die städtischen Vereine soll aber eine Sonderregelung gefunden werden. (Foto: Rasch)

Traunreut – Um dem Haus Zeit zu geben sich zu etablieren, wurden die Mietpreise für das k1 in Traunreut mit Ausnahme einer Mieterhöhung für die Seminarräume 2010 bisher nicht erhöht. Dies soll sich aber demnächst ändern: Ab Herbst werden die Mietpreise teilweise kräftig angehoben.


Der Hauptausschuss segnete in seiner jüngsten Sitzung die seitens der k1-Leitung vorgeschlagenen neuen Mietpreise für die Nutzung von Räumen im k1 einstimmig ab. Einig war sich das Gremium auch, für die städtischen Vereine, die das k1 nutzen und dafür einen nicht unerheblichen Zuschuss von der Stadt erhalten, eine moderate Regelung zu finden, etwa auf der Basis einer Zuschuss-Erhöhung. Bürgermeister Klaus Ritter schlug vor, in einer der nächsten Sitzungen über eine Lösung für die Vereine zu beraten.

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Neue Preise sind den Vereinen nicht zuzumuten

Nach Angaben von Manager Thomas Kazianka sei das k1 bislang nur von vier Vereinen fest gebucht worden. Neben dem Theaterchen »O«, für das ein eigener Vertrag besteht, wären der Sängerchor Traunreut, das Rupertiorchester und die Traunreuter Urzelzunft von der Erhöhung betroffen. Dem Tenor des Gremiums war aber zu entnehmen, dass die neuen Preise den Vereinen nicht zugemutet werden könnten.

»Die Vereine würden damit noch mehr geschröpft werden«, mahnte Dr. Michael Elsen (CSU). Auch Ernst Ziegler (SPD) und Johannes Danner (Bürgerliste) vertraten die Ansicht, die prozentualen Anteile für Vereine separat festzulegen. Der Vorschlag von Ernst Biermaier (FW), die Erhöhung für die Vereine mit 20 Prozent festzusetzen, wurde zur Kenntnis genommen, aber nicht näher diskutiert. Biermaier regte auch an, eine Preiserhöhung künftig zeitnah zu überprüfen. Für die professionellen Veranstaltungen sehe er in den neuen Preisen kein Problem, für Vereine seien diese jedoch nicht tragbar, so Biermaier.

Nach Angaben von Kämmerer Erich Suttner sei noch vor der Eröffnung des k1 ein fiktiver Betrag für einen damals noch künftigen Bürgersaal festgelegt worden. Auf der Basis der Jahresabschlüsse lägen nun die Kostenrechnungen für das k1 vor. So sei im laufenden Jahr bei den Betriebskosten von einem Defizit von 1,9 Millionen Euro auszugehen.

Bei einer kostendeckenden Rechnung würden beispielsweise die Saalkosten (Vollkosten) bei jährlich 115 Veranstaltungen für das Basispaket (gesamter Saal ohne Bühne) bei fünf Stunden Nutzungsdauer bei 5573 Euro liegen. Auch bei Zugrundelegung nur der reinen Unterhalts- und Verbrauchskosten müsste die Miete für dieses Basispaket immer noch 1150 Euro betragen.

Tatsächlich erhebe die Stadt aber nur 500 Euro Miete. Ähnlich sei es sich bei anderen Nutzungsarten. Die zu verrechnenden Kosten für die Technik und das Personal sollen auf Vorschlag der Verwaltung an die Lohnentwicklung angepasst werden. Derzeit beschäftigt das Haus neun Festangestellte und eine Reihe sogenannter »Helping Hands« (helfender Hände), die unterm Strich zwei Ganztagskräfte ausmachen. Suttners Appell lautete: »Wir müssen, wir sollten nach oben gehen.«

Grundsätzlich reagierte das Gremium schon überrascht von den »sehr deftigen« und »teilweise bedeutenden« Erhöhungen, wie es hieß. So kostet beispielsweise künftig der Saal (500 Besucher) ohne Bühne bis zu fünf Stunden 750 Euro. Bislang liegt die Miete für dieses Basispaket bei 500 Euro.

Die Miete für einen Seminarraum von 8 bis 18 Uhr wird von 70 auf 150 Euro angehoben. Auf Anfrage von Johannes Danner teilte Kazianka mit, dass die neuen Preise marktüblich seien. Sie seien vergleichbar mit gleichwertigen Kultureinrichtungen wie etwa Gersthofen oder Waldkraiburg. »Wir stehen dort, wo die anderen auch stehen«, versicherte Kazianka. Er erinnerte auch daran, dass für das k1 im Nachhinein auch eine Tribüne angeschafft worden sei, die durch den Auf- und Abbau auch Kosten verursache. ga