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Segnung für erweiterten Kindergarten Teisendorf

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Als Bausteine, Fenster und Blumen verkleidet, schilderten die Kinder den Bau ihres lebenswerten, neuen Heims. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf. »Heute ist mit der Einweihung des sanierten und erweiterten Kindergartens ein Festtag für Teisendorf«, sagte Bürgermeister Franz Schießl bei der kirchlichen Segnung für das um den ersten Stock vergrößerte Gebäude. Die Bauarbeiten dauerten von Ostern 2012 bis Ende April 2013. Seit Anfang Mai genießen die Kinder ihr neues Domizil, das bereits mit vielen Zeichnungen geschmückt ist.


»Situation war absolut unzumutbar«

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Die Reden wurden von Liedern der Kinder aufgelockert. Besonders gut kam das Spiel-Lied »Wir bau’n ein Haus, das lebt« an, bei dem die Kinder als Bausteine, Fenster und Gartenblumen verkleidet waren. Bürgermeister Franz Schießl sagte, im Teisendorfer Kindergarten würden durchschnittlich 115 Kinder betreut, zudem gebe es eine Mittags- und Nachmittagsbetreuung mit Essen für täglich etwa 30 Grundschulkinder. Es habe akute Raumnot geherrscht. »Die Situation war absolut unzumutbar und nur durch das großartige Improvisationstalent von Schwester Brigitte und des ganzen Kindergartenteams zu meistern«. Auch massive Brandschutzprobleme habe es gegeben.

Das Ordinariat habe sich nicht in der Lage gesehen, diesen Zustand innerhalb der nächsten Jahre grundlegend zu verbessern. In intensiven Gesprächen mit Pfarrer Karl Ellmann, den Kirchenpflegern und Vertretern der erzbischöflichen Finanzkammer wurde eine »Paketlösung« für die Sanierung der Kindergärten Oberteisendorf und Teisendorf gefunden: Man einigte sich auf eine Sanierung in Oberteisendorf ohne finanzielle Verpflichtung des Marktes Teisendorf und die Übernahme des Teisendorfer Kindergarten-Grundstücks sowie des künftigen Bauunterhalts durch den Markt auf Erbpacht-Basis. In Teisendorf beteiligte sich das Ordinariat mit 150 000 Euro am Umbau, in Oberteisendorf ersparte sich die Gemeinde den sonst üblichen Zuschuss von 140 000 Euro. Die Trägerschaft für die beiden Einrichtungen blieb bei den jeweiligen Pfarrkirchenstiftungen.

In Teisendorf wurden auch alle Böden, Fenster, Türen sowie die gesamte Haustechnik erneuert, sodass eine Auslagerung der Kinder nötig war. Der renovierte Kindergarten hat nun vier Gruppenräume plus einen Raum für die Integrativgruppe. Die Restarbeiten an den Außenanlagen sollen bis zum Beginn des neuen Kindergartenjahres Anfang September fertig sein, erklärte Schießl. Die Kosten von etwa 1,95 Millionen Euro liegen nur knapp über der Kostenschätzung. Nach Abzug der Zuschüsse, unter anderem des Freistaats (460 000 Euro), bleiben dem Markt 1,295 Millionen Euro. Schießl dankte allen, die sich für den Bau engagierten, vor allem Kindergartenleiterin Schwester Brigitte Bindl und dem Elternbeirat sowie allen Eltern, die sich »weit über das übliche Maß hinaus eingebracht« hätten.

Pfarrer Horst Kreß erinnerte daran, dass in diesen Räumen ein »wesentlicher Abschnitt des menschlichen Lebens« gestaltet sowie »Grundausrüstung zum Leben« vermittelt werde. Im Gebet wurde Gott in die Arbeitswelt Kindergarten hereingebeten. Mit Schwester Brigitte ging der Priester mit Weihwasser und Weihrauch durch alle Räume. Bauleiter Markus Fritsche überreichte ihr symbolisch einen Schlüssel. Schwester Brigitte, die Schießl für die freiwillige Verlängerung ihrer Tätigkeit um ein Jahr trotz Erreichens des 68. Lebensjahres mit Blumen würdigte, fasste ihren Dank in ein Gedicht.

Fassade wurde erst im April fertig

Einen Überblick zu den Bauarbeiten mit einigen Zahlen lieferte Bauleiter Markus Fritsche, dessen Vater, Architekt Heinz Fritsche, für die Planung verantwortlich zeichnete. Die Kindertagesstätte hat rund 1500 Quadratmeter, darunter 354 Quadratmeter für die Kinderkrippe. Etwa 300 Quadratmeter wurden neu geschaffen.

Der Kindergarten wurde in den 70er Jahren erbaut mit acht Zentimeter dicken Betonaußenwänden plus zwei Zentimeter Isolierung in den Waschräumen. Am Umbau beteiligt waren 35 Firmen, die zu 90 Prozent aus der Region kamen. 3600 Meter Fußbodenheizungsleitungen sowie etwa 11 400 Meter Strom-, Brandmelde- und Datenleitungen wurden verlegt. Wegen des langen Winters wurde die Fassade erst im April fertig. Neben den Außenanlagen werden in den nächsten Wochen noch die Sonnenschutzanlagen fürs Obergeschoß fertig. vm