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Seeon-Seebruck unterstützt Lebenshilfe Traunstein

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Seeon-Seebruck – Die Gemeinde Seeon-Seebruck unterstützt das Inklusive Wohn- und Begegnungsprojekt der Lebenshilfe Traunstein mit 4500 Euro. Der Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung darauf verständigt, pro Einwohner einen Euro zu spenden.


Damit will die Gemeinde als eine der 35 Landkreisgemeinden ein positives Signal setzen, um die Finanzierungslücke des über 10-Millionen-Euro-Projekts in Höhe von 400 000 Euro zu schließen. Das Gremium war sich bei nur einer Gegenstimme einig, mit dieser Finanzspritze den Ausbau der Behindertenarbeit im Landkreis Traunstein zu unterstützen.

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Die Entscheidung, das Projekt mit einer freiwilligen Spende zu unterstützen, fußt auf einem Schreiben der Lebenshilfe, das nach Angaben der Geschäftsführerin der Lebenshilfe Traunstein, Annemarie Funke, an alle Landkreisgemeinden geschickt wurde. Die Lebenshilfe bittet darin die Gemeinden um eine freiwillige Spende, um die Finanzierungslücke des Projekts, das Leistungen für Menschen aus dem Landkreis Traunstein bietet, zu schließen.

»Es kommt uns nicht auf die Größe des Betrages an. Wir freuen uns auch über ein bisserl was, um wieder ein Loch stopfen zu können«, sagte Funke dem Traunsteiner Tagblatt. Funke weist auch darauf hin, dass mit dem Projekt auch dem sozialen Wohnungsbau für Menschen mit und ohne Behinderung Rechnung getragen werde. Dass der Gemeinderat das inklusive Wohnprojekt unterstütze, verdiene Respekt, sagte Funke. Sie erinnerte auch daran, dass das Lebenshilfe-Wohnheim in Seeon im kommenden Jahr um ein neues Wohnheim erweitert wird. Dieses neue Wohnheim soll dann das seit 1991 angemietete Wohnheim an der Werlinstraße in Seeon ersetzen.

Mit dem Bau der drei Gebäude am Bahnweg in Traunstein wurde bereits begonnen. In zwei Wochen sollen laut Funke im Haus 1 und im Haus 2 die Kellerdecken betoniert werden. Im August 2018 soll das Gesamtprojekt fertig sein. Mit den drei Häusern auf einem zentral gelegenen Grundstück in Traunstein vernetzt die Lebenshilfe unterschiedliche Leistungsgruppen: Im Haus 1 sollen die Verwaltung (bisher in Traunreut) und die Offene Behindertenarbeit mit Bildungs- und Freizeitangeboten untergebracht werden. Im Haus 2 entstehen elf Appartements im sozialen Wohnungsbau für Menschen mit und ohne Behinderung, eine Arztpraxis, die vermietet wird sowie eine Wohntrainingsgruppe für vier Personen, die sich auf ein ambulant betreutes Wohnen vorbereiten wollen. Im Haus 3 werden 24 stationäre Wohnheimplätze geschaffen, in denen auch Senioren mit geistiger Behinderung alt werden können.

Das Gesamtprojekt umfasst Kosten in Höhe von 10,6 Millionen Euro. Neben einer Förderung aus dem Bayerischen Landesbehindertenplan oder der Aktion Mensch, des Bezirks Oberbayern beziehungsweise regionaler Stiftungen und entsprechendem Fremdkapital ist die Lebenshilfe aber auf die Unterstützung durch Spenden und freiwillige Zuwendungen angewiesen. Die Finanzierungslücke umfasst derzeit rund 400 000 Euro.

»Da dieses Projekt Leistungen für Menschen bietet, die aus dem Landkreis Traunstein kommen, sei es für das stationäre, ambulante oder im sozialen Wohnungsbau verankerte Wohnen oder für die Regionale Offene Behindertenarbeit, wären wir außerordentlich dankbar, wenn sie uns mit einer freiwilligen Zuwendung hier unterstützen würden«, heißt es in dem Bittschreiben. ga