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Seeon-Seebruck faktisch schuldenfrei

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Seeon-Seebruck. Die Finanzlage der Gemeinde Seeon-Seebruck kann sich sehen lassen. Durch umsichtiges Haushalten konnte eine erhebliche Zuführung an den Vermögenshaushalt erwirtschaftet werden. Kreditaufnahmen waren nicht erforderlich.


Ohne die anstehenden Investitionsmaßnahmen zu vernachlässigen, konnte auch die seit Jahren kontinuierliche Entschuldung fortgesetzt werden. Aus haushaltstechnischer Sicht ist die Chiemsee-Gemeinde schuldenfrei. Bilanz darüber zog Bürgermeister Konrad Glück bei den Bürgerversammlungen in Truchtlaching, Seebruck und Seeon (wir berichteten).

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Haushälterisch schreibt die Gemeinde mit 290 000 Euro zwar noch rote Zahlen. Diesen stünden aber Rücklagen in Höhe von 880 000 Euro gegenüber, sodass die Gemeinde faktisch schuldenfrei sei, sagte Glück.

Der Rücklagenstand übersteige somit den Schuldenstand um rund 590 000 Euro. Besonders hob er hervor, dass dieses Ergebnis langfristig aus eigener Kraft erreicht werden konnte und auch in Zeiten magerer Finanzmittel auf eine kontinuierliche Entschuldung gesetzt worden sei, ohne dabei anstehende Investitionsmaßnahmen zu vernachlässigen.

2012 lag das Investitionsvolumen bei 2,7 Millionen Euro. Den Schwerpunkt der Investitionstätigkeit bildete, neben den Baumaßnahmen, der Grundstückserwerb. Die Gemeinde habe ein landwirtschaftliches Anwesen in Ischl erworben, über dessen künftige Nutzung und Verwertung der Gemeinderat noch zu entscheiden habe, so Glück. Einen Preis nannte der Bürgermeister nicht. Desweiteren seien 1,4 Millionen Euro in den Kauf von Gewerbe- und Wohnbauflächen geflossen. Weiter teilte er mit, dass das Anwesen Scheitzenberg, das sich seit geraumer Zeit im Besitz der Gemeinde befindet, heuer verkauft werden soll.

Als erfreulich bezeichnete der Bürgermeister die Entwicklung des Gemeindeanteils an der Einkommensteuer einschließlich der Einkommensteuer-Ersatzleistungen. Das bisher beste Niveau des Jahres 2008 konnte zwar nicht vollständig erreicht werden, es bestehe aber die Hoffnung, dass sich der aufsteigende Trend fortsetze und die Einkommensteuer eine stabile Finanzquelle der Gemeinde bleibe. Mit 1,27 Millionen Euro bewege sich auch die Gewerbesteuereinnahme, eine der wichtigsten Einnahmequellen der Gemeinde, auf einem vergleichsweise hohen Niveau.

Im Verwaltungshaushalt sind bei den Ausgaben Kostensteigerungen bei den Umlagen und bei den Personalkosten festzustellen. Laut Angaben von Glück habe sich die Summe, die die Gemeinde an den Landkreis abführen muss, seit 2008 um 450 000 Euro oder 34 Prozent erhöht. Für ihn unverständlich sei es, dass die Gemeinden angehalten werden ihre Haushalte auszugleichen und Schulden abzubauen. Beim Landkreis sei dies bisher leider nicht angekommen. ga