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Seeon-Seebruck: Diskussion über Nachtabschaltung der Straßenlampen

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Die Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung war Thema bei der Bürgerversammlung in Seeon. Wie den Reaktionen der Bürger zu entnehmen war, sollen die Straßen in Seeon weiterhin auch in der Nacht beleuchtet sein. (Foto: Rasch)

Müssen die Straßenlampen in Seeon die ganze Nacht an sein? Es gibt Aspekte, die dafür und dagegen sprechen. In der Bürgerversammlung im Gasthaus Alter Wirt in Seeon wurden beide Blickwinkel ausführlich thematisiert.


Ausgelöst wurde die Diskussion durch einen Antrag von Georg Rudolph und einer Mitstreiterin, die der Ansicht sind, auch aus ökologischer Sicht in Seeon nicht die Nacht zum Tag zu machen. Ihrer Meinung nach wären die Stromkosten in vielen Bereichen sinnvoller angelegt, als diese in den Nachthimmel zu schicken.

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Im vergangenen Sommer hatte der Gemeinderat beschlossen, die Straßenleuchten in Seeon die ganze Nacht über brennen zu lassen, um das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken. Auf diesen Beschluss stützte sich Bürgermeister Bernd Ruth. »In Seeon gibt es viele tote Winkel. Die Bürger fühlen sich unsicher«, erklärte Ruth. Vor diesem Hintergrund habe der Gemeinderat einstimmig beschlossen, dass auch in Seeon die ganze Nacht hindurch das Licht brennen sollte. »Wir haben einen Gemeinderatsbeschluss und sollten an diesem auch festhalten«, regte Ruth an. Gleichzeitig stellte er in Aussicht, dass noch einmal ein offizieller Antrag im Gemeinderat auf eine Nachtabschaltung gestellt werden könnte.

Dass die nächtliche Beleuchtung sprichwörtlich für die Katz' ist, wurde auf Nachfrage von Georg Rudolph mehrfach bestätigt. Rudolph und seine Mitstreiterin wollen beobachtet haben, dass sich zwischen Mitternacht und sechs Uhr früh »kein Mensch auf der Straße befindet«. Diese Feststellung löste im Saal großes Gelächter aus. Daraufhin machte Rudolph die Probe aufs Exempel und wollte wissen, wie viele Bürger in dieser Zeit unterwegs sind. Über 30 Besucher hoben spontan ihre Hand.

Unmut über Neubau des Feuerwehrhauses

Seinen Unmut über den Standort des geplanten Neubaus des Feuerwehrhauses im sogenannten Eglseer Feld in Seeon machte Walter Kunsteiger aus der Altenmarkter Straße Luft. Er warf der Gemeinde und dem Bürgermeister vor, durch die Bauleitplanung die Heimat zu verraten. Neben einem neuen Feuerwehrhaus soll im Eglseer Feld gegenüber dem Sportplatzgelände später auch der gemeindliche Wertstoffhof ausgelagert werden. Kunsteiger befürchtet, dass dadurch mit zusätzlichem Lärm zu rechnen sei. »Wir haben jetzt schon mit dem Lärm des Gewerbegebiets und der Kreisstraßen zu kämpfen und jetzt soll noch die Feuerwehr dazukommen«, kritisierte er. Die Stimmung bei den Anliegern sei am Boden, es herrsche Angst. Seine Nachbarn seien bereits alle weggezogen. Er sei maßlos enttäuscht von der Gemeindepolitik. Nachdem das Eglseer Feld nicht unmittelbar an die Wohnbebauung heranreicht, vertrat Bürgermeister Ruth die Ansicht, dass der Bereich auch für die Bewohner der Altenmarkter Straße verträglich sei. Von der Feuerwehr sei kaum Lärm zu erwarten, deshalb könne man auch damit gut leben.

Matthias Linke, Mesner in Seeon, beklagte den Zustand des Scheitzenberg-Anwesens. »Kann man da nichts machen, dass das nicht so ärmlich ausschaut?« Das seit Jahren brachliegende Scheitzenberg-Anwesen in Seeon sollte ursprünglich als eine Art »Gesundheits-Oase« wieder der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden. Nach Angaben des Bürgermeisters haben sich die Pläne des Besitzers, der das 3,6 Hektar große Areal von der Gemeinde gekauft hat, jedoch zerschlagen. Sollte das Anwesen zum Verkauf stehen, werde die Gemeinde zuschlagen.

Bereits im Besitz der Gemeinde befindet sich das sogenannte Harrecker-Anwesen in Ischl. Auch hier wollte Matthias Linke wissen, was die Gemeinde mit dem historischen Anwesen vor hat. Wie Ruth mitteilte, werde der Stadel des Gehöfts gerade umgebaut. Der Stadel soll dann dem Burschenverein Seeon und dem Trachtenverein Seebruck als Lagerstätte zur Verfügung gestellt werden. Das Wohngebäude soll in private Hände gelegt werden.

Angeregt wurde auch, zwischen Roitham und Pavolding eine Hundetoilette aufzustellen. In diesem Zusammenhang appellierte Franz Hofmann an alle Hundebesitzer, daran zu denken, dass man als Hundehalter auch Verpflichtungen habe.

Verdiente Schüler und Azubis geehrt

Wie bereits bei den Bürgerversammlungen in Seebruck und in Truchtlaching, wurden auch in Seeon Schüler und Auszubildende für ihre guten schulischen Leistungen geehrt. Sophia Berger, Lena Daxenberger und Daniela Aigner schafften den Realschulabschluss mit einer Eins vor dem Komma. Michaela Aigner und Florian Selb wurden für ihr hervorragendes Abschneiden ihrer Berufsausbildung geehrt.

In allen drei Versammlungen hat sich auch der neue Bauamtsleiter der Gemeinde Seeon-Seebruck vorgestellt. Josef Heiß (46) aus Schnaitsee hat diese Stelle bereits im Juli angetreten. Zuvor war der gelernte Schreiner stellvertretender Abteilungsleiter in der Bauverwaltung der Kliniken Südostbayern AG. In Seeon stellte sich auch Marlene Helminger vor, die in der Tourist-Info vorrangig für die Veranstaltungen zuständig ist. Applaus gab es auch für Dr. Helmut Wittmann aus Seeon, der für sein kulturelles und soziales Engagement mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet worden war. ga