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Seeon-Seebruck: Alzbrücke ein großes Thema beim Bürgerdialog

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Alzbrücke in Seebruck Foto: Rasch

Seeon-Seebruck – Dass den Seebruckern die Staatsstraße, die mitten durch den Ort führt, ein Dorn im Auge ist, weiß man nicht erst seit der strittigen Neutrassierung der Alzbrücke. Bei einem Bürgerdialog des CSU-Ortsverbands und der Freien Wähler im Strandbad unter dem Motto: »Quo vadis, Seebruck?« wurden erneut Stimmen laut, dass der Durchgangsverkehr eine Entwicklung des Orts erschwert.


»Wir müssen dafür kämpfen, dass es ruhiger wird in Seebruck«, forderte Dr. Peter Lämmerhirdt. Obwohl mehrfach erklärt wurde, dass eine Umgehung für Seebruck aus unterschiedlichen Gründen keine Chance hat, ist Lämmerhirdt davon überzeugt: »Es gibt eine Lösung, aber die muss man wollen.«

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»Es geht kein Tunnel, keine kleine oder größere Umfahrung, es geht nix«, sagte 2. Bürgermeisterin Martha Gruber. Die Gründe lägen beim Naturschutz und in der vergleichsweise geringen, täglichen Verkehrsbelastung der Alzbrücke, die ein Teil der Staatstraße ist. Wie mehrfach berichtet, hatte sich eine Neutrassierung der Alzbrücke zerschlagen. Jetzt soll die Brücke mehr oder weniger an ihrem angestammten Platz neu gebaut werden. Über den aktuellen Sachstand informierten die Gemeinderäte Rudi Mayer und Sepp Hölzl (FW).

Nach Angaben von Hölzl soll eine neue, zehn Meter breite Brücke für den Kfz-Verkehr ohne Tonnagen-Beschränkung gebaut werden und auf der Seeseite eine separate, 5,50 Meter breite Fußgänger und Fahrradbrücke. Dem Gemeinderat schwebt hier eine »Erlebnisbrücke« vor. Ende Mai/Anfang Juni werde das Staatliche Bauamt die ersten Entwürfe zu den Bauvorhaben vorlegen, teilte Hölzl mit. Begleitend dazu habe auch die Gemeinde ein Büro beauftragt, die Anschlüsse der Brücke im Westen und Osten zu untersuchen. Der Entwurf einer Feinplanung des Gesamtprojekts soll im Februar 2019 auf dem Tisch liegen und im Sommer darauf soll das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. Mit einem Baubeginn sei frühestens Mitte 2021 zu rechnen. Weiter teilte Hölzl mit, dass die Gemeinde zwar nicht Bauherr der Maßnahme sei, ihr aber ein Mitspracherecht eingeräumt werde.

Nach Angaben von Rudi Mayer soll die neue Brücke etwa elf Meter nördlich ihres angestammten Platzes errichtet werden. Durch die Verschiebung des Neubaus, könne der Verkehr während der Bauzeit ungehindert über die jetzige Brücke fließen. Die Verschiebung des Bauwerks habe aber auch zur Folge, dass das sogenannte »Popelka-Haus« und das »Heistracher-Haus« im Westen abgerissen werden müssen. Beide Anwesen befinden sich bereits im Besitz der Gemeinde. »Es kann sein, dass ein weiteres Gebäude beseitigt werden muss«, fügte Mayer an. Ebenfalls umgestaltet werden müsse die östliche Anschlussstelle vor der Einmündung in die Haushoferstraße im Ortsteil Graben.

»Ich hoffe, dass die Planung mit und nicht an den Bürgern vorbei diskutiert wird«, betonte Heinz-Georg Plikat. Der frühere Gemeinderat übte auch Kritik an der Bemerkung eines Gemeinderats, dass lediglich eine »Handvoll« Bürger versucht hätte, den neuen Brückenstandort zu verhindern. »Ich wehre mich gegen den Vorwurf, dass versucht wurde, gegen den Bürger was durchzudrücken«, sagte Piikat. »Wir haben 300 Unterschriften gesammelt und nicht nur eine Handvoll«, verteidigte er die Bürgerinitiative. Der Gemeinderat hatte im Sommer letzten Jahres beschlossen, auch wegen der massiven Widerstände der Bevölkerung eine Neutrassierung der Alzbrücke nicht mehr weiter zu verfolgen. »Wir haben viel Zeit, Geld und Herzblut in eine neue Trasse investiert, die leider gescheitert ist«, gab Hölzl zur Antwort auf die Frage: »Ist es zukunftsweisend, wenn 40-Tonner durch einen so schönen Ort rollen?«

Hans Fenzl regte an, die »alte Geschichte abzuhaken« und die Gegenvorschläge zu diskutieren, die bei Ernst Stephan auf Kritik stießen. »Das ist ein Kahlschlag erster Güte. Da können wir ja gleich einen »'Stachus' hin bauen«, sagte er. In seinen Augen sei die jetzige Planung die denkbar schlechteste Lösung für Seebruck. Er forderte den Gemeinderat auf: »Habts Mut, eine gute Lösung zu bringen.« Nach Angaben von Gemeinderat Rudi Mayer sei über eine konkrete Lösung im Gemeinderat noch nicht großartig diskutiert worden. Bis dato sei noch nichts amtlich. Fakt sei, dass der Staat eine neue Brücke bauen muss und die Gemeinde aus strategischen Gründen zwei Grundstücke gekauft habe, sagte Mayer auf Nachfrage von Hans Lex.

Bürgermeister Bernd Ruth (CSU) teilte mit, dass die Gemeinde einen finanziellen Beitrag zur Fuß- und Gehwegbrücke leisten müsse. »Das sind etwa fünf Prozent der Gesamtbaukosten der neuen Brückenwerke, die uns treffen werden«, so Ruth. Die Höhe der Gesamtbaukosten wurde nicht genannt.

Über weitere Themen der Veranstaltung berichten wir noch. ga