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Seehofer gab sich moderat

Trostberg. Die Rede des Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer am Donnerstagabend in Trostberg markierte den Wahlkampfauftakt der CSU im Landkreis Traunstein. Typisch wahlkämpferisch präsentierte sich Seehofer jedoch nicht – seine moderate Rede vor über 1000 Besuchern im Festzelt des Trostberger Trachtenvereins »D’Alzviertler« war ein Loblied auf Bayern, Land und Leute. In puncto Bildung, Finanzen, Wirtschaft und Kulturleben stellte der Ministerpräsident seinem Freistaat ein gutes Zeugnis aus. »Deshalb sind die Bayern Nummer eins.«

Lobende Worte hatte Ministerpräsident Horst Seehofer für den Trostberger Trachtenverein, der an diesem Wochenende sein 100-jähriges Bestehen feiert. (Foto: M. Falkinger)

Der Ministerpräsident sprach sich unter anderem dafür aus, für fünf Jahre einen Paragrafen-Stopp einzulegen und fünf Jahre kein Gesetz mehr zu erlassen. »33 Jahre reden wir von Entbürokratisierung, aber die Bevölkerung erlebt immer das Gegenteil«, erklärte Seehofer gerade mit Blick auf die Europäische Union. Er selbst sei ein überzeugter Europäer, da die EU ein großes Friedenswerk sei. Doch die EU müsse »das Große regeln«: den Datenschutz und die Freihandelszone mit den USA. Nicht einmischen dürfe sich die EU bei der Trinkwasserversorgung, die in kommunaler Hand bleiben müsse.

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Seehofer nutzte seine Rede auch, um kräftig zu loben: Jubiläumsfeiern wie das 100. Gründungsfest des Trostberger Trachtenvereins schafften Zusammenhalt. Und Zusammenhalt sei das, was Bayern ausmacht, und das, was sich vor einigen Wochen bei der Flutkatastrophe bewährt hat. »Da läuft's einem kalt über den Buckel«, kommentierte Seehofer die Professionalität der Hilfskräfte, die unter widrigsten Umständen bei Dauerregen im Einsatz gewesen sind, und die Solidarität der Bayern, die zusammenhalfen.

Den Vorwurf, er habe aus Gründen des Wahlkampfs die vom Hochwasser am meisten betroffenen Gebiete wie Rosenheim, Passau und Deggendorf besucht, ließ der Ministerpräsident nicht gelten. Ein Regierungs-Chef habe die Pflicht, zu erscheinen, anstatt an seinem Schreibtisch hocken zu bleiben. »Das erwarten die Leute auch.«

»Menschen, die zusammenrücken, haben eine Identität, und Menschen, die zusammenrücken, halten auch zusammen«, fasste Seehofer die Solidarität der Bürger zusammen. Das sei das große Erfolgsgeheimnis der Bayern. fam