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Sechs Kandidaten stellten sich in Otting vor

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Gruppenbild mit Dame in guter Stimmung vor der Diskussion (von links) die Kandidaten Martin Fenninger, Georg Huber, Hedwig Witzleben, Herbert Häusl, Christian Reiter und Alexander Reinmiedl. (Foto: Eder)

Waging am See. Die rund 160 Besucher der Podiumsdiskussion im Gasthaus Oberwirt in Otting haben sich am Samstag die zweieinhalbstündigen Redebeiträge der Dame und der fünf Herren auf der Bühne geduldig angehört und jedem stets wohlwollenden Applaus gespendet. Dabei blieb es aber auch bei der Diskussion der sechs Kandidaten um die Ämter als Bürgermeister von Waging und Wonneberg.


Es gab – abgesehen von einem wahltaktischen Einwurf von Bürgermeister Josef Mayr – gerade mal eine einzige Wortmeldung. Dabei beklagte sich ein Besucher, warum neue Siedlungen immer an Straßen ausgewiesen würden, und das, obwohl der Verkehr immer mehr werde. Ihm antwortete der Waginger Bürgermeister Herbert Häusl, dass dies am sogenannten Anbindegebot liege, dass man also nicht einfach mitten in der Prärie neue Gebiete ausweisen dürfe.

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Das war’s dann auch schon seitens des Publikums, in dem Bürger der beiden Gemeinden in etwa gleich zahlreich vertreten waren. Den Beginn auf dem Podium machte der Wonneberger Bürgermeisterkandidat von Überparteilicher Wählergruppe und Grünen, Alexander Reinmiedl. Demokratie und Transparenz seien ihm wichtig, er wolle alle Anliegen der Bürger ernst nehmen, auch wenn sie noch so klein seien.

Sein Gegenkandidat von der Freien Bürgerliste, Martin Fenninger, listete seine vielfältigen Posten und Aktivitäten in Wonneberger Vereinen auf, appellierte an den Zusammenhalt aller und versicherte, dass mit ihm als Bürgermeister »jeder Gemeinderat nach seinem Gewissen seine Meinung sagen dürfe«.

Die Waginger Bürgermeisterkandidatin der Grünen, Hedwig Witzleben, meinte, als ältestes von sechs Kindern habe sie schon früh gelernt, Verantwortung zu übernehmen und sich um andere zu kümmern. Bürgermeister Herbert Häusl (Freie Wähler) nutzte die Einführung, um seinen Lebenslauf und seine zahlreichen Ehrenämter zu schildern. Im Übrigen möchte er, dass die bisherige positive Politik der Gemeinde Waging so weitergehe.

Georg Huber von der ÖDP kommt mit sieben Geschwistern auch aus einer großen Familie; sein Weg in die Politik habe in der kirchlichen Jugendarbeit, konkret bei Kolping, begonnen. CSU-Kandidat Christian Reiter schließlich würde sich für eine Stärkung der regionalen Wirtschaft, eine soziale Gemeindepolitik, für solide Finanzen und für eine transparente und verständliche Gemeindearbeit einsetzen.

In der Gesprächsrunde zu Themen der Infrastruktur gab es viel Ähnliches zu hören. Während aber etwa Kandidat Fenninger erklärte, alle möglichen Zuschüsse in Anspruch nehmen zu wollen, widersprach Kandidat Reiter: »Gerade weil es einen Zuschuss für einen Elefanten gibt, kauft die Gemeinde einen Elefanten.« Kandidat Huber erklärte, dass ihm der Breitbandausbau wichtiger sei als der Ausbau von Straßen, demgegenüber wollte Häusl beide Themenbereiche mit gleicher Wichtigkeit gesehen wissen. Von Hedwig Witzleben wurden Seniorenwohngruppen, Neubaugebiete mit sozialen Treffpunkten und gemeindliches Hinwirken auf seniorengerechte Wohnungen angeregt. CSU-Mann Reiter brachte Ortsumfahrungen für Otting und Holzhausen ins Gespräch: Man sollte mit den Bürgern darüber sprechen, ob diese überhaupt notwendig seien. Reinmiedl schließlich sprach sich für eine Zusammenarbeit benachbarter Gemeinden bei Infrastrukturprojekten aus, möchte die Gesprächszeiten des Bürgermeisters ausdehnen, individuelle Angebote für Kinderbetreuung schaffen und nicht zuletzt erreichen, dass auch Wonneberger den Waginger Strom beziehen können.

Beim Themenkreis, wie die Kandidaten in ihrem Umfeld die Schöpfung bewahren wollten, gab es breite Einigkeit, ebenso darüber, dass die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Pfarrei ganz wichtig sei. Wie die Kandidaten »die Nähe zu den Menschen vor Ort« erreichen wollten, war ein weiterer Fragenkomplex. he