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Sebastian Siglreithmayer bleibt Bauernobmann

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Der BBV-Kreisverband Traunstein setzt auf das bewährte Führungsduo (von links): Sebastian Siglreithmayer als Kreisobmann und Josef Freiwang als Stellvertreter. Weiterhin Beiräte sind Josef Helminger, Franz Sonderhauser, Tobias Heiß, Bernhard Krautenbacher und Konrad Breu.

Waging am See – Waging war an diesem Wochenende der Mittelpunkt der heimischen Landwirte: Neben der Versammlung der Kreisbäuerinnen samt Neuwahlen (siehe oben stehenden Bericht) wählten auch die Mitglieder des Bayerischen Bauernverbands (BBV), Kreis Traunstein, eine neue Führung. Wobei sich im Vergleich zu den Frauen die Spitze nicht veränderte: Die Bauern setzen auf das bewährte Duo Sebastian Siglreithmayer als Kreisobmann und Josef Freiwang als Stellvertreter.


Sebastian Siglreithmayer ist Milchviehhalter und Lohnunternehmer aus Neudorf bei Traunreut. Josef Freiwang hat ebenso einen Milchviehbetrieb und zusätzlich noch den Bereich Landschaftspflege und kommt aus Seeon. Beide haben die Ämter bereits fünf Jahre inne und ließen sich zur Wiederwahl aufstellen. Das Ergebnis von 47 von 49 Stimmen für den Kreisobmann und 49 Stimmen für den stellvertretenden Kreisobmann kann als Zeichen der Zufriedenheit über die Arbeit der beiden Verbandsvertreter gewertet werden. Die Wahl leitete wie bei den Frauen der Direktor des BBV-Bezirksverbands Oberbayern, Walther Pittroff. Als Beiräte in die Kreisvorstandschaft gewählt wurden Bernhard Krautenbacher (Kay-Törring), Josef Helminger (Wonneberg), Franz Sonderhauser (Emertsham), Tobias Heiß (Schnaitsee) und Konrad Breu (Tacherting).

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In seinem Rückblick erinnerte Siglreithmayer an verschiedene Themen der letzten fünf Jahre, die die Kreisvorstandschaft besonders beschäftigen: die Verhandlungen zur gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in Europa, das Hochwasser im Achental im Juni 2013 und das Thema »Blauzungenkrankheit«. Hinzu kamen die schlechten Preise für die Bauern in den letzten Jahren, die sich über alle Bereiche der Landwirtschaft erstreckten. Siglreithmayer sprach von einer »Krise in der Landwirtschaft«. Im Landratsamt Traunstein gebe es nun einen Landwirtschaftsbeirat, mit dem aktuelle Themen diskutiert und gegenseitig Informationen ausgetauscht werden können.

Die Gewerbeschau TRUNA sei für die Landwirtschaft sehr wichtig und gut, um die Verbraucher zu informieren, so der Kreisobmann weiter. Diese Information und das direkte Gespräch mit den Verbrauchern werde immer wichtiger und da sollte sich der Bauer nach Ansicht Siglreithmayers auch mal bei der Feldarbeit Zeit nehmen, um mit Spaziergängern zu reden. Das bringe mehr, als Fachvorträge in großen Sälen.

Kein Verständnis zeigte Siglreithmayer für die neue Kampagne von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks für eine »naturverträgliche Landwirtschaft«. Sie stellte neue Bauernregeln auf, um sie unter dem Motto »Gut zur Umwelt. Gesund für alle« auf Plakaten, Ansichtskarten, über soziale Netzwerke und eine Kampagnen-Website zu verbreiten, beispielsweise: »Zu viel Dünger auf dem Feld geht erst ins Wasser, dann ins Geld.« oder »Gibt's nur Mais auf weiter Flur, fehlt vom Hamster jede Spur.«

Der Deutsche Bauernverband reagierte auf die Kampagne mit eigenen »neuen Bauernregeln«. Sie heißen unter anderem »Schließt der Bauer Hof und Stall, brachten Umweltauflagen ihn zu Fall.« Auch Siglreithmayer kritisierte, dass diese Kampagne nicht zur sachlichen Information beitrage, sondern bei ihm nur Kopfschütteln auslöse. MP