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Sebastian Maier bewies Humor

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Seeon-Seebruck. Der Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler der Gemeinde Seeon-Seebruck, Sebastian Maier, beweist Humor: Bei einem politischen Frühschoppen der Parteifreien Wählerschaft Truchtlaching (PTW) im Truchtlachinger Trachtenheim trat der 30-Jährige mit einer Lokführer-Mütze an das Rednerpult. Mit Maskerade anlässlich der »Fünften Jahreszeit« hatte die Kopfbedeckung aber nichts zu tun. Er wollte sich damit symbolisch von seiner Idee eines Bahnanschlusses für die Gemeinde verabschieden, die er bei seiner Nominierung als Vision in die Diskussion geworfen hatte (wir berichteten). Die Größe des Projekts habe den Bürgern offenbar Angst gemacht, sagte Maier, streifte die Kappe ab und legte sie weit beiseite.


Nichtsdestotrotz müsse die öffentliche Verkehrsanbindung in der Gemeinde in seinen Augen verbessert werden und auch das Thema Ortsdurchfahrt in Seebruck sollte nochmal zur Diskussion gestellt werden, betonte Maier. »Wir sollten es in Seebruck nochmals mit einer Umgehung probieren.« Angesichts der »Aufreger« in den letzten Wochen – Steglösung an der Uferpromenade in Seebruck, Gewerbegebiet Seeon und Wohnheim in Wattenham – regte er an, in puncto Bürgerbeteiligung gemeinsam mit der Gemeinde und den Bürgern einen Schritt weiter zu kommen.

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Bei seinen Ausführungen zum Tourismus – »Wir müssen den Gemeindetourismus aufwerten, die außen rum schlafen auch nicht« – lobte er die Idee einer kleinen Touristikgruppe aus Truchtlaching, die Traumplätze im Ort mit einem Rundweg zu verbinden. Mit Sorge betrachtet er den Rückgang der Privatvermieter. Hier sollte sich die Gemeinde etwas einfallen lassen, wie man den Privatvermietern unter die Arme greifen könnte. Maier versäumte es auch nicht, auf das aktuelle Thema Einwanderungen aus Osteuropa einzugehen. Die Zuwanderung von sogenannten Armutsflüchtlingen aus Rumänien und Bulgarien könne die Gemeinde schneller treffen als man meine. Er forderte dazu auf, sich nicht davor zu verschließen. Die Leute bräuchten eine sinnvolle Beschäftigung und den Zuspruch, im Dorf willkommen zu sein.

Die Rede des Bürgermeisterkandidaten quittierten die Besucher im voll besetzten Trachtenheim mit langem Applaus. Fragen wurden sowohl an Maier als auch an den FW-Landratskandidaten Andreas Danzer, der sich der Versammlung vorstellte und zur Situation des Landkreises Traunstein Stellung bezog, nicht gestellt. Viel Erfolg bei den Wahlen wünschte Bürgermeister Konrad Glück den Freien Wählern. Glück, der nach 24 Jahren nicht mehr kandidiert, forderte die Besucher auf: »Wenn alle zur Wahl gehen, ist das die beste Bürgerbeteiligung.« Mit dem Wahlgang könne jeder Einzelne den Bürgerwillen artikulieren. Bis zu seiner Amtsübergabe am 1. Mai gebe es noch viele Themen zu lösen, die aber in dieser Zeit wahrscheinlich nicht zu schaffen sein werden, sagte Glück. Unter anderem schnitt er den in Planung befindlichen Rathausneubau in Seebruck an, dessen Entwurf offenbar nicht alle Bürger glücklich stimmt, wie den Aussagen von Sebastian Maier zu entnehmen war. ga