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Schwimmkurse sind nicht geplant

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Lange Schlangen bildeten sich gestern früh an der Kasse des Traunreuter Freibads, das sich unmittelbar gegenüber der TuS-Turnhalle befindet, in der seit Mittwoch Flüchtlinge untergebracht sind. Für die Neuankömmlinge wäre ein Besuch im Freibad nur ein Katzensprung. Viele von ihnen können aber nicht schwimmen. (Foto: Rasch)

Traunreut – »Es ist ein großes Problem wenn Asylbewerber, die nicht schwimmen können, vom Turm des Traunreuter Freibades springen«, warnt Schwimmmeister Georg Stumpfegger. Diese Beobachtung habe sein Kollege unlängst gemacht, sagte er dem Traunsteiner Tagblatt. Der Nichtschwimmer habe es aber aus eigener Kraft, »wie ein Hund am Beckenboden krabbelnd«, an den Beckenrand geschafft. »Es ist Gott sei Dank glimpflich ausgegangen.« Daher empfiehlt Stumpfegger: »Ein Schwimmkurs für Asylbewerber wäre wichtig.«


Nach Angaben der Stadtverwaltung ist in diese Richtung im Moment seitens der Stadt noch nichts geplant. Auch Vereine oder Privatpersonen hätten sich nach Aussagen von Andreas Niedermirtl von der Stadtverwaltung bislang noch nicht für Schwimmkurse angeboten. Wegen des großen Ansturms auf das Bad sei es derzeit auch aus organisatorischen und personellen Gründen nicht möglich, für Flüchtlinge einen Schwimmkurs durchzuführen. »Wir haben jeden Tag volles Haus«, sagte Stumpfegger. Sollten im Freibad Schwimmkurse angeboten werden, könnten diese wegen der Wassertiefe ohnehin nur im Freizeitbecken durchgeführt werden. Hier müsste dann ein Bereich abgesperrt werden. Für die vielen Badegäste, die die neuen Freizeitaktionen im frisch sanierten Freizeitbecken genießen, könnte es dann eng werden. Weiter erklärte Stumpfegger, dass die Schwimmkurse in Traunreut generell im Hallenbad durchgeführt werden.

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Wie berichtet, sind am Mittwoch 36 Flüchtlinge in Traunreut eingetroffen, die in der TuS-Turnhalle unmittelbar gegenüber dem Freibad untergebracht sind. Insgesamt sollen in der Turnhalle bis zum Ende der Sommerferien etwa 150 Flüchtlinge untergebracht werden. Weitere 13 sogenannte unbegleitete Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren sind ebenfalls seit Mittwoch im Schülerheim der Jugendsiedlung Traunreut untergebracht.

Einen Schwimmbad-Bonus gibt es für die Neubürger nicht. Sie müssen – wie alle anderen Bürger auch – den normalen Eintrittspreis bezahlen. Nach den bisherigen Erfahrungen wollen die Flüchtlinge aber zunächst einmal »ankommen« und sich von den Strapazen erholen. Dass sich für die Flüchtlinge in der TuS-Turnhalle ein Besuch im Freibad anbietet, steht außer Frage. Sie müssten lediglich über die Straße gehen. Viele von ihnen können aber nicht schwimmen. Deshalb bittet die Stadtverwaltung die Bevölkerung bzw. Schwimmbadbesucher darum, Augen und Ohren offen zu halten. Auch die Wasserwacht werde zusätzlich ein wachendes Auge drauf haben. ga