weather-image

Schwieriges Haushaltsjahr für Grassau

0.0
0.0

Grassau. Die Auswirkungen einer Gewerbesteuerrückzahlung von über 1,5 Millionen Euro im vergangenen Jahr wirft die Gemeinde Grassau finanziell um Jahre zurück. Erst im Jahre 2017, so vermutete Kämmerer Peter Enzmann, wird sich die Gemeinde davon wieder erholt haben. In der jüngsten Marktgemeinderatssitzung verabschiedete der Rat einhellig den Haushalt.


»Wir waren in den vergangenen Jahren auf dem besten Weg, die Verschuldung der Gemeinde beträchtlich zu vermindern und gleichzeitig einen stattlichen Rücklagenbestand von einer Million aufzubauen«, erklärte Bürgermeister Rudi Jantke. Im Laufe des vergangenen Jahres sei Grassau in dieser positiven Entwicklung um Jahre zurückgeworfen worden. Ein Nachtragshaushalt war nötig geworden, um die Gewerbesteuerrückzahlung von 1,5 Millionen Euro wie auch entgangene Zinsen von 180 000 Euro aufzufangen. Damit sei man auf dem Schuldenstand von 2008. Die Pro-Kopf-Verschuldung wird Ende des Jahres bei 795 Euro liegen. »Wir waren schon bei 523 Euro«, so Jantke. Er halte es aber für richtig, an den Entscheidungen des Rates festzuhalten, bereits begonnene Maßnahmen wie die Ortskernsanierung von Mietenkam weiterzuführen.

Anzeige

Gesamtvolumen bei 13,4 Millionen Euro

Das Gesamtvolumen des Haushalts liegt bei 13,4 Millionen Euro. Der Verwaltungshaushalt umfasst 10,5 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt 2,9 Millionen Euro. Die gemeindlichen Steuern werden nicht angehoben und auch die Hebesätze der Grund- und Gewerbesteuer bleiben stabil. Der Anteil an der Lohn- und Einkommenssteuer erreicht heuer ein Rekordhoch von 2,25 Millionen Euro und stellt die größte Einnahmequelle dar.

Vorsichtig wurde die Gewerbesteuer mit 800 000 Euro angesetzt, wobei eine weitere Rückzahlung von 300 000 Euro eingerechnet ist. An Grundsteuer für bebaute Grundstücke rechnet die Gemeinde mit 800 000 Euro. Im Rahmen des Finanzausgleichs erhält die Gemeinde eine Zuweisung von 1,52 Millionen Euro, muss aber im Gegenzug eine Kreisumlage von 2,5 Millionen abführen. Laut Jantke sei dies die zweithöchste Kreisumlagenzahlung, die die Gemeinde je leisten musste. Trotz enormer Ausgaben und geringerer Einnahmen lassen sich 687 000 Euro an den Vermögenshaushalt zuführen.

Grassau investiert heuer in eine Sanierung oder einen Neubau des Rot-Kreuz-Gebäudes; veranschlagt werden hierfür 800 000 Euro. Auch an der Neugestaltung des Ortskerns Mietenkam hält die Gemeinde fest und hat heuer hierfür 350 000 Euro fixiert. Für den Anbau an die offene Ganztagsschule sind 155 000 Euro eingestellt und für Straßensanierungen 100 000 Euro.

Grundstücksverkäufe, um investieren zu können

Für den Bau des Kleinfeld-Kunstrasenplatzes am Sportgelände wie den Beachvolleyballplatz am Reifinger Badesee stehen noch 190 000 Euro vom Vorjahr zur Verfügung, weitere 60 000 Euro sind heuer im Haushalt eingetragen. Mit Grundstücksverkäufen werden zum Teil die Ausgaben gegenfinanziert. So wird der bestehende Minigolfplatz verkauft; hier entsteht ein Caravan-Sportpark. Einnahmen von rund 590 000 Euro erhofft sich die Gemeinde.

Trotz Schuldentilgung von 426 000 Euro steigt die Gesamtverschuldung um 230 000 Euro, da eine Kreditaufnahme von 655 000 Euro notwendig ist. Die Rücklagen schrumpfen von einer Million auf 482 000 Euro.

Es gebe Aussicht auf bessere Zeiten, so Jantke, denn für die kommenden drei Jahre sei wieder mit dem Abbau der Verschuldung und einer Rücklagenmehrung zu rechnen. Für 2016 und 2017 sah er wieder finanzielle Spielräume. Für 2014 sei noch mit einer höheren Investition von 650 000 Euro für die Ortskernsanierung Mietenkam und 200 000 Euro für die Erweiterung des Feuerwehrhauses zu rechnen. Ohne Diskussion nahm der Rat den Haushaltsplan an. tb