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Schwierige Uraufführung für die Blaskapelle zur Überseer 200-Jahr-Feier

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Hornist Johannes Dengler setzte die »Meditation« brillant in Szene. (Foto: Gasser)

Übersee – Die Blaskapelle Übersee-Feldwies hat beim Festakt »200 Jahre Gemeinde Übersee« die »Übersee Kantate« zur Uraufführung gebracht. Die Blaskapelle hatte schon im vergangenen Jahr zusammen mit dem Cantiamo-Chor und dem Kirchenchor Sankt Nikolaus die Idee gehabt, bei der 200-Jahr-Feier musikalische Höhepunkte zu gestalten.

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Chorleiter Christian Dengler wählte eine Messe, die an kirchlichen Hochfesten schon mehrmals zu hören war und in der Pfarrkirche sehr gut klingt: die »Aigner Festmesse«. Diese ist als Auftragswerk für großes Blasorchester und Chor von dem Südafrikaner Shane Woodborne komponiert worden. Durch musikalische Verbindungen gelang es, mit dem Komponisten, der auch Cellist beim Kammerorchester »Camerata Salzburg« ist, Kontakt aufzunehmen. Er erklärte sich bereit, aus dem »Überseer Lied«, das auf der Melodie von »Kein schöner Land in dieser Zeit« basiert, eine Kantate in vier Teilen zu komponieren.

Woodborne setzte den ersten Teil sehr anspruchsvoll für das Blasorchester, im zweiten Teil ist der Chor, begleitet von sechs Bläsern, in allen Lagen gefordert. Der Höhepunkt aber ist der Titel »Meditation« für Horn, den Johannes Dengler – seit 1993 an der Bayerischen Staatsoper als Solo-Hornist tätig – bei der Uraufführung brillant in Szene setzte.

In den späten 1950er Jahren hatte der damalige Überseer Kaplan Donath Mayrhofer auf ein altes Volkslied einen Text für die Überseer Kinder gedichtet. Das dreistrophige Überseer Lied »Land meiner Heimat, Land am See« war entstanden. Für die Kantate bildete es den vierten Teil: Chor und Volksgesang – Gesangsblätter für die Gäste waren vorbereitet –, untermalt von der Blaskapelle.

Zum Festsonntag (wir berichteten) war auch Komponist Shane Woodborne angereist. Die Blaskapelle war bereits während der Festmesse im Einsatz. Nach dem Festzug konnten sich die Musikanten dann in der Turnhalle noch für den geplanten musikalischen Höhepunkt stärken.

Nach einem Grußwort durch Bürgermeister Marc Nitschke und der Ansage von Moderator Mike Wielandner lief die Uraufführung der intensiv geprobten Kantate dann aber unter hörbar schwierigen Umständen ab. Alle Beteiligten und besonders der Solist taten alles musikalisch Mögliche, was aber nicht weit über die Ehrengäste rund um den Bürgermeister durchklang. Lediglich in den ersten zwei bis drei Reihen war Aufmerksamkeit zu verspüren. So gibt es bereits die Idee, das große Werk ein anderes Mal unter besseren Voraussetzungen aufzuführen.

Nach der Festrede von Barbara Stamm, der Präsidentin des Bayerischen Landtags, waren die Kindergruppen an der Reihe. Es zeigte sich, dass aus der Bläserklasse, dirigiert von Constantin Zill, innerhalb eines knappen Jahres ein stimmiges, mit einem vollen und klaren Klang spielendes Kinderorchester entstanden war. Alleine dieser Eindruck stimmte viele Musikanten wieder positiv, um den musikalischen Festausklang zu gestalten. fb