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Schwer kranke Schwestern sehen zum ersten Mal im Leben das Meer

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Den Wunsch, einmal das Meer zu sehen, erfüllten die BRK-Bereitschaften den beiden schwer kranken Schwestern Jasmin und Mariella aus dem Landkreis Traunstein. Foto: BRK BGL
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Den beiden schwer kranken Schwestern Jasmin (links) und Mariela erfüllte das Herzenswunsch-Hospizmobil ihren größten Wunsch: Einmal das Meer sehen. (Foto: BRK BGL)

Berchtesgadener Land – Die ehrenamtlichen Teams der BRK-Bereitschaften aus dem Berchtesgadener Land und dem Landkreis Straubing-Bogen haben den beiden schwer kranken 21 und 19 Jahre alten Schwestern Jasmin und Mariella aus dem Landkreis Traunstein ihren Herzenswunsch erfüllt und einen dreitägigen Ausflug ans Meer verwirklicht. Das Rote Kreuz war mit beiden Hospizmobilen und einem zusätzlichen Fahrzeug für weitere Helfer und Gepäck unterwegs.


Die beiden Schwestern Jasmin und Mariella sind krank. Sie leiden am Leigh-Syndrom, einer Krankheit, die zu Veränderungen im Hirnstamm, aber auch in anderen Teilen des Gehirns führt. Die Lebenserwartung von Menschen, die an Morbus Leigh leiden, ist meist sehr niedrig. Deswegen ist es schon außergewöhnlich, dass Jasmin 21 und Mariella 19 Jahre alt sind.

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Sie leben mit ihrer alleinerziehenden Mutter im Landkreis Traunstein und kennen das Meer nur aus dem Fernsehen. Pflegerin Christina Bauregger hört immer wieder von dem Wunsch, dass die Mädchen ans Meer wollen. Aber die Umsetzung ist nicht einfach, weiß sie. Bis sie Florian Halter trifft, den Organisator des Herzenswunsch-Hospizmobils im Berchtesgadener Land. Er bestätigt, dass der Wunsch der Mädchen genau in das Profil passt. Sie nehmen Kontakt zur Familie auf und beginnen die Planung. Schnell steht fest: Alleine ist die Fahrt für die Ehrenamtlichen aus dem Berchtesgadener Land nicht zu machen. Denn es werden zwei Fahrzeuge benötigt. Deswegen stellt er eine Anfrage an den Kreisverband Straubing-Bogen. Auch das dortige Leitungsgremium sieht, dass der Wunsch erfüllt werden kann. Die Straubinger suchen nach Begleitern der Fahrt im Mai. Armin Hirschberger und Andy Pfnür erklären sich bereit, Jasmin und Mariella zu begleiten.

Am Montag ging es dann los: Die Straubinger machten sich um kurz nach 8 Uhr auf den Weg und trafen sich am späten Vormittag mit den Ehrenamtlichen in Bad Reichenhall. Gemeinsam fuhren sie Richtung Adria und trafen am Abend in Jesolo im Hotel ein. Dort empfingen die Mitarbeiter die Mädchen und die Ehrenamtlichen äußerst herzlich. Nach einem gemeinsamen Abendessen fielen alle müde ins Bett. Obwohl die Wassertemperatur nicht zum Baden einlud, erfüllten die Ehrenamtlichen am Dienstag bei sonnigem Wetter den Herzenswunsch der Mädchen. Gemeinsam ging es an den Strand, wo Jasmin und Mariella ausgiebig die Meeresluft genießen konnten. Anschließend durften die Mädchen ins Sea-Life nach Jesolo, wo sie eine große Vielfalt an Meeresbewohner von Seepferdchen bis zum Haifisch aus nächster Nähe betrachten und bestaunen konnten. Helfer und Mädchen rundeten den Tag bei einem hervorragenden Essen in einer Pizzeria ab. Am Mittwoch ging es dann zurück nach Bayern.

Und auch auf der Heimfahrt wartete ein weiterer Höhepunkt auf sie: In einem Pferdestall in Hallein konnten die beiden tierlieben Mädchen Pferde aus nächster Nähe betrachten und streicheln, während sich die Helfer bei Kaffee und Kuchen eine kleine Auszeit gönnten. Der Dank gilt hierbei der Familie des Aktivstalls Weiss, die diesen Besuch ermöglichten und sich äußerst herzlich und liebevoll um alle Beteiligten kümmerten.

Das Herzenswunsch-Hospizmobil wurde im vergangenen Jahr im BRK-Kreisverband Straubing-Bogen ins Leben gerufen. Kurz danach initiierte auch der BRK-Kreisverband Berchtesgadener Land ein solches Fahrzeug, um schwer kranken Menschen einen letzten Wunsch zu erfüllen. Bei den Ehrenamtlichen im Berchtesgadener Land waren es seit dem Spätsommer zwölf Anfragen, wobei acht Fahrten bereits stattgefunden haben – weitere drei Anfragen werden gerade bearbeitet und geplant. Dabei ist die Wunscherfüllung bei den BRK Herzenswunsch-Hospizmobilen für die Patienten kostenfrei. Ehrenamtliche engagieren sich bei den Fahrten – auch die Organisation erfolgt ehrenamtlich – die Kosten werden komplett über Spenden gedeckt. red/BRK BGL