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Schweißtreibender Einsatz für die Feuerwehr

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Ein Polizeihubschrauber füllte einen Wassersack im Bergener Schwimmbad. Weitere Fotos finden Sie im Internet unter www.traunsteiner-tagblatt.de/fotos. (Foto: Lamminger)

Bergen. Ein Flächenbrand oberhalb des Ortsteils Pattenberg hat am Dienstagabend und am gestrigen Mittwoch Feuerwehr und Bergwacht in Atem gehalten. Rund 80 Einsatzkräfte kämpften gegen einen ausgedehnten Schwelbrand auf Wiesen- und Moosflächen am Engelstein.


Gegen 20.30 Uhr war der Integrierten Leitstelle Traunstein der Flächenbrand in der Nähe des 970 Meter hohen Engelsteins gemeldet worden. Daraufhin alarmierte die Leitstelle zunächst die Freiwillige Feuerwehr Bergen. Ein Erkundungstrupp entdeckte einen glimmenden Brand, aber kein offenes Feuer, auf rund 15 Quadratmeter Wiesen- und Moosfläche an der Nordseite des Engelsteins. Da die Brandstelle mit Tanklöschfahrzeugen nicht zugänglich war, mussten die Floriansjünger mühsam mit Feuerpatschen und sogenannten Löschrucksäcken anrücken und versuchten so, den Schwelbrand unter Kontrolle zu bringen.

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Um ausreichend Kräfte für das »Wassertragen« zur Verfügung zu haben, wurde die Feuerwehr Holzhausen nachalarmiert, ebenso die Feuerwehren Siegsdorf und Übersee, die über spezielle Ausrüstungen für Waldbrände verfügen. Das benötigte Löschwasser wurde in Odel- und Wasserfässern, gezogen von Traktoren und geländegängigen Fahrzeugen, im Pendelverkehr von Pattenberg bis nahe an den Engelstein transportiert. Von dort trugen die Floriansjünger das Wasser in den speziellen Rucksäcken bis zum Brandort und wässerten die glimmenden Flächen kräftig ein.

Brand weitete sich auf steiles Gelände aus

Mit Einbruch der Dunkelheit musste die Einsatzstelle zur Sicherheit der Helfer ausgeleuchtet werden, wozu Notstromaggregate, Scheinwerfer und Stative den Berg hinaufgetragen und aufgestellt wurden. Der Flächenbrand weitete sich auch auf steiles Gelände aus, weshalb die Einsatzleitung die Bergwacht Bergen zur Unterstützung und zum Abseilen an die Brandstellen anforderte. Ein Hubschrauber, der die brennenden Flächen aus der Luft hätte löschen können, konnte in der Dunkelheit nicht eingesetzt werden.

Er kam aber am Mittwochvormittag zum Einsatz. Der Polizeihelikopter »Edelweiß 5« flog mit speziellen Außenlastbehältern Wasser aus dem Bergener Schwimmbad bis nahe an die Brandstelle an der Nordflanke des Engelsteins. Einen Teil des Wassers entleerte der Helikopter direkt über den Glutnestern, das übrige Wasser verteilten die Einsatzkräfte gezielt. Außerdem trugen die Feuerwehrler den Boden bis zu 20 Zentimeter ab; in Transportboxen flog der Hubschrauber den Boden ins Tal, wo die Feuerwehren – um ganz sicher zu gehen – den glimmenden Bodenbelag ausbreiteten und ablöschten.

Die Löscharbeiten dauerten bis zum späten Mittwochnachmittag an. Im Einsatz waren die Feuerwehren Bergen und Siegsdorf sowie die Bergwacht. Der Polizeihubschrauber pendelte dabei ständig zwischen Tal und Brandstelle am Berg.

Wegen der derzeit im Landkreis Traunstein herrschenden mittleren bis hohen Waldbrandgefahr (Gefahrenindex 3 und 4 von maximal 5 Stufen) gingen die Feuerwehren besonders gründlich vor, um ein Ausbreiten des Feuers auf angrenzende Waldflächen zu verhindern. Was den Schwelbrand ausgelöst hat, ist nicht bekannt. Polizei und Feuerwehren gehen von Selbstentzündung aufgrund der großen Hitze als Ursache aus. pv